Durchschnittseinkommen österreichischer Manager europaweit im unteren Drittel

04. Dezember 2012 Drucken

Frankfurt am Main (APA/dpa) Österreichs Top-Manager zählen wenig überraschend nicht zu den Spitzenverdienern in Europa. Unter 14 untersuchten Ländern nehmen sie mit einer durchschnittlichen Vergütung von weniger als 2 Mio. Euro nur den zehnten Rang ein. Nur in Dänemark, Schweden, Norwegen und Portugal verdienen die Top-Manager im Schnitt noch weniger. An der Spitze der Gehaltspyramide stehen unangefochten […]

Heimische Manager machen im Vergleich zu den britischen Kollegen nur Kleingeld. © Thorsten Freyer/pixelio.de

Frankfurt am Main (APA/dpa) Österreichs Top-Manager zählen wenig überraschend nicht zu den Spitzenverdienern in Europa. Unter 14 untersuchten Ländern nehmen sie mit einer durchschnittlichen Vergütung von weniger als 2 Mio. Euro nur den zehnten Rang ein. Nur in Dänemark, Schweden, Norwegen und Portugal verdienen die Top-Manager im Schnitt noch weniger. An der Spitze der Gehaltspyramide stehen unangefochten die britischen Manager-Kollegen, die im Schnitt auf über 5 Mio. Euro Jahresgage kommen.

Deutsche geben die Nummer 2

Auf dem 2. Platz rangieren die deutschen Entscheidungsträger mit 4,3 Mio. Euro, wie aus den am Montag in Frankfurt veröffentlichten Zahlen des Beratungshauses ECGS hervorgeht. Die Experten regen an, dass Unternehmen das Verhältnis der Managergehälter zu den Mitarbeiter-Einkommen veröffentlichen sollten.

Britische Unternehmensbosse erhielten der Studie zufolge mit mehr als 5 Millionen Euro noch knapp ein Viertel mehr als Deutschlands Top-Manager. Diese strichen jedoch 252 Prozent mehr als ihre Kollegen in Portugal ein und immerhin noch 25 Prozent mehr als Unternehmenschefs in Frankreich.
Auf den Plätzen drei und vier der 14 untersuchten Länder landeten mit jeweils gut 4 Millionen Euro Chefs von Unternehmen in der Schweiz und Spanien, danach folgen Italien und Frankreich mit unter 4 Mio. Euro. Belgische und niederländische Top-Manager kamen auf unter 3 Mio. Euro. Finnland liegt knapp vor Österreich unter 2 Mio. Euro.

Zurückgetretener Barclay’s-Chef verdiente 17,5 Mio. Euro

Spitzenverdiener der 392 Manager ist Maurice Lévy, Chef des weltweit drittgrößten Kommunikationsunternehmens Publicis. Er kam auf rund 19,76 Mio. Euro Gesamtvergütung. Das liege vor allem daran, dass Lévy einen seit Jahren aufgeschobenen Anspruch auf ein 16-Millionen-Bonuspaket geltend gemacht habe, hieß es zur Erklärung. Auf Rang zwei findet sich der inzwischen zurückgetretene Barclay’s-Vorstandschef Bob Diamond. Seine Gesamtvergütung für 2011 lag demnach bei gut 17,5 Mio. Euro.
ECGS (Expert Corporate Governance Service) nahm für die erstmals erstellte Studie die Vergütung von 392 Chefs europäischer Unternehmen unter die Lupe. Im Schnitt ergab sich eine Summe von 3,7 Millionen Euro.