CFOs betonen Working Capital Management und Einkaufsmanagement

10. Dezember 2012 Drucken

Die Krise verändert die Prioritäten der verantwortlichen Finanzmanager. Erstmals rückt Working Capital Management unter die Top 3, Controlling und Finanzen ist auf Rang 4 weiterhin im Fokus und der Bereich Einkauf steigt vom achten auf den fünften Rang. Für den „Operations-Effizienz-Radar“  haben Roland Berger und der Internationale Controller Verein ICV über 100 CFOs und Controlling-Leiter produzierender […]

Die Krise verändert die Prioritäten der verantwortlichen Finanzmanager. Erstmals rückt Working Capital Management unter die Top 3, Controlling und Finanzen ist auf Rang 4 weiterhin im Fokus und der Bereich Einkauf steigt vom achten auf den fünften Rang. Für den „Operations-Effizienz-Radar“  haben Roland Berger und der Internationale Controller Verein ICV über 100 CFOs und Controlling-Leiter produzierender Unternehmen befragt. Dabei gibt es Unterschiede zwischen den Branchen: Während Vertreter der Chemie- & Pharma-Branche zuversichtlich in die Zukunft blicken, ist die Einschätzung der Automobilindustrie verhalten.

Keine einhelligen Meinungen
Die Sonderauswertung zur Euro-Krise zeigt, dass auch innerhalb der Unternehmen unterschiedliche Meinungen über die möglichen Auswirkungen der Krise herrschen. Unternehmen gehen 2013 im deutschsprachigen Raum vorsichtiger mit ihrer Planung um und setzen auf fokussiertes Wachstum.

Kosten im Fokus
Standen im vergangenen Jahr noch wachstumsorientierte Maßnahmen bei vielen Unternehmen im deutschsprachigen Raum im Vordergrund, so achten CFOs heute verstärkt auf die Kosten in verschiedenen Bereichen der Wertschöpfungskette. Zwar sehen 74 Prozent der Befragten immer noch die Suche nach neuen Wachstumschancen als erste Priorität für ihre Firma, die Senkung der Produkt- sowie der Beschaffungskosten steht mit 72 Prozent allerdings erstmals ganz oben auf der CFO-Agenda.
Diese Entwicklung spiegeln auch die drei neuen unter den Top-10-Hebeln wider. So sind für kommendes Jahr die Bereinigung des Produktportfolios, die Anwendung kaufmännischer Einkaufshebel sowie die Optimierung der Bestände in der Supply Chain neu auf der CFO-Agenda. Bestehende Lieferantenbeziehungen werden überprüft, Einkaufsvolumina gebündelt und Verträge nachverhandelt. Bei der Bereinigung des Produkt- und Serviceportfolios können Firmen zum Beispiel prüfen, welche Produkte weiterhin Wachstumspotential bieten und welche etwa aufgrund eines geringen Deckungsbeitrages eher eingestellt werden sollten.

Branchenspezifische Hebel
Die Nutzung der einzelnen Hebel ist allerdings branchenspezifisch. So setzt etwa die Chemie- und Pharmaindustrie im Bereich Innovation und Entwicklung verstärkt darauf, ihren Produkt- und Innovationsprozess zu optimieren und ihr Entwicklungsnetzwerk besser zu steuern.
Ganz anders agiert die Automobilbranche: Im Forschungs- und Entwicklungsbereich fokussiert sie sich auf Kostensenkung und hat lediglich die „funktionsübergreifende Kostenoptimierung im Entwicklungsprozess“ unter den Top-10-Hebeln.

Wirtschaftliche Unsicherheit erfordert Szenario-Planung
Die Sonderauswertung „Quo vadis – Euro?“ zeigt zudem, dass immer noch große Unsicherheit bezüglich eines möglichen Euro-Austritts einzelner Länder herrscht: 74 Prozent der Befragten klagen über eine geteilte Meinung innerhalb ihrer Firma. Insgesamt halten knapp 60 Prozent der Umfrageteilnehmer den Austritt einzelner Länder aus dem Euro für unwahrscheinlich; über 40 Prozent halten diese Entwicklung für möglich.
Diese geteilte Meinung über die künftige Euro-Lage hat viele deutsche Unternehmen in eine „Schockstarre“ versetzt. Diese Unsicherheit innerhalb der Unternehmen kann die Geschäftsplanung stark beeinträchtigen. Aus diesem Grund haben nur wenige Firmen bislang eine Szenario-Planung bzw. einen Notfallplan entworfen.