Gewinnfreibetrag 2012 noch nützen

18. Dezember 2012 Drucken

Die Einführung des Gewinnfreibetrags ist eine der effizientesten und unmittelbar spürbaren Steuererleichterungen für Freiberufler und KMU der vergangenen 15 Jahre. Der Gewinnfreibetrag steht grundsätzlich allen natürlichen Personen und Personengesellschaften mit betrieblichen Einkünften zu. GmbHs sind ausgeschlossen. Betriebliche Einkünfte erzielt, wer Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, aus Gewerbebetrieb oder aus freiberuflicher  Arbeit hat.  Wertpapierkauf bis 31.12. […]

Steuern 2012

Der Gewinnfreibetrag ist für viele Unternehmen die effizienteste legale Form des Steuersparens. Die letzten Tage des Jahres sollten genutzt werden. (c) BirgitH/pixelio.de

Die Einführung des Gewinnfreibetrags ist eine der effizientesten und unmittelbar spürbaren Steuererleichterungen für Freiberufler und KMU der vergangenen 15 Jahre. Der Gewinnfreibetrag steht grundsätzlich allen natürlichen Personen und Personengesellschaften mit betrieblichen Einkünften zu. GmbHs sind ausgeschlossen. Betriebliche Einkünfte erzielt, wer Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, aus Gewerbebetrieb oder aus freiberuflicher  Arbeit hat. 

Wertpapierkauf bis 31.12.

Der Gewinnfreibetrag beträgt 13 % des Gewinnes und ist mit max. EUR 100.000 im Jahr 2012 pro Steuerpflichtigem begrenzt. Der Gewinnfreibetrag setzt sich aus dem Grundfreibetrag und dem investitionsbedingten Gewinnfreibetrag zusammen. Als Investition im Sinne des GFB gilt auch der Kauf von bestimmten Wertpapieren, die vier Jahre lang gehalten werden müssen. Bei passender Gewinnlage und ausreichender Liquidität ist der Kauf derartiger Papiere bis Jahresende trotz des fortgeschrittenen Termins leicht administrierbar. Die aktuell niedrige Verzinsung von GFB-geeigneten Anleihen wird durch die Steuerersparnis mehr als wettgemacht.

Automatische Berücksichtigung des Grundfreibetrags (bis EUR 30.000 Gewinn

Bis zu einem Gewinn von EUR 30.000 steht dem begünstigten Personenkreis (auch für Pauschalierte) jedenfalls ein Grundfreibetrag in Höhe von 13 % des Gewinnes zu (daher max. EUR 3.900 = 13% von EUR 30.000). Der Vorteil des Grundfreibetrages ist, dass dieser unabhängig von getätigten Investitionen anzusetzen ist. Der Steuerpflichtige muss den Grundfreibetrag auch nicht gesondert beantragen, sondern dieser wird bei der Veranlagung durch das Finanzamt berücksichtigt.

Investitionsbedingter Gewinnfreibetrag (bis EUR 769.230 Gewinn)

Übersteigt der Gewinn EUR 30.000 so kann zusätzlich zum Grundfreibetrag ein investitionsbedingter Gewinnfreibetrag in Höhe von 13 % des Gewinns geltend gemacht werden. Dabei ist zu beachten, dass in Summe (inkl. Grundfreibetrag) nicht mehr als EUR 100.000 als Gewinnfreibetrag geltend gemacht werden dürfen.

Voraussetzung für die Geltendmachung des investitionsbedingten Gewinnfreibetrages ist allerdings, dass im gleichen Jahr begünstigte Wirtschaftsgüter angeschafft werden. Der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag ist daher einerseits mit max 13% des Gewinnes (absolute Wertgrenze siehe oben) und andererseits durch die Anschaffungskosten von begünstigten Wirtschaftsgütern begrenzt.

Folgende Investitionen sind begünstigt:

  • Die Anschaffung von ungebrauchten abnutzbaren körperlichen Anlagegütern mit mindestens 4-jähriger Nutzungsdauer (Maschinen/Geräte, EDV-Anlagen, Betriebs-/Geschäftsausstattung, Fiskal-LKW´s). Die normale Abschreibung für Abnutzung kann zusätzlich geltend gemacht werden.
  • Der Erwerb von Wertpapieren, die gem. § 14 EStG auch zur Wertpapierdeckung von Pensionsrückstellungen geeignet sind. Die Mindest(rest-)laufzeit derartiger Wertpapiere muss 4 Jahre betragen.
Im Falle des Ausscheidens von Wirtschaftsgütern bzw. Wertpapieren vor Ablauf der Mindesthaltefrist von 4 Jahren (z. B. durch Veräußerung), kommt es regelmäßig zu einer Nachversteuerung des geltend gemachten Freibetrags. Scheiden Wertpapiere vor Ablauf von 4 Jahren aus, kann eine Nachversteuerung nur dann unterbleiben, wenn im Jahr des Ausscheidens statt der Wertpapiere geeignete körperliche Wirtschaftsgüter angeschafft werden. Eine Wertpapierersatzbeschaffung ist grundsätzlich nicht möglich (Ausnahme: Ersatzbeschaffung innerhalb von 2 Monaten bei vorzeitiger Tilgung seitens des Emittenten).

Die Funktionsweise

Der Gewinnfreibetrag ist als echter Freibetrag ausgestaltet. Das bedeutet, dass er die Bemessungsgrundlage für die Einkommenssteuer  vermindert und somit die Einkommensteuer kürzt. Der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag steht zusätzlich  zur normalen Abschreibung zu, sodass die Anschaffungskosten doppelt gewinnmindernd wirken: Einerseits im Jahr der Anschaffung über die Berücksichtigung des Gewinnfreibetrages und andererseits über die volle Abschreibung des Wirtschaftsgutes.

Beispiel:

Ein Architekt erzielt im Jahr 2012 voraussichtlich einen Gewinn iHv EUR 40.000. Im Jahr 2012 hat er bisher eine neue IT-Anlage im Wert von EUR 1.000 angeschafft.

EUR
Gewinn vor Freibetrag 40.000
davon 13 % (max.   Gewinnfreibetrag) 5.200
Getätigte begünstigte Investitionen 1.000
Grundfreibetrag   (13% von 30.000) 3.900
Investitionsbedingter   Gewinnfreibetrag (hier: Anschaffungskoten der Investition) 1.000
Gewinnfreibetrag insgesamt 4.900
Steuerpflichtiger Gewinn endgültig 35.100

 

Der genutzte Gewinnfreibetrag beträgt im Beispiel EUR 4.900 und setzt sich aus dem Grundfreibetrag und den bisher im Jahr getätigten begünstigten Investitionen zusammen. Der maximal zustehende Gewinnfreibetrag wurde in diesem Beispiel noch nicht zur Gänze ausgeschöpft, da um 300 Euro zu wenig investiert wurde. Durch die Anschaffung von begünstigten Wirtschaftsgütern, zB Wertpapiere könnte der Gewinnfreibetrag 2012 voll ausgenutzt werden.