Öffentliche Hand gab im 3. Quartal 37 Mio. für Werbung aus

19. Dezember 2012 Drucken

Wien (APA) Rund 37 Millionen Euro hat die öffentliche Hand im dritten Quartal 2012 für Werbeaufträge und -kooperationen in den heimischen Medien ausgegeben. Dies geht aus den erstmals veröffentlichten Daten nach dem neuen Medien-transparenzgesetz hervor. Größter öffentlicher Werber war dabei die Stadt Wien mit rund 6,4 Millionen Euro Werbeausgaben, mit gemeindeeigenen Unternehmen kommt die Bundeshauptstadt auf […]

Der Rathausmann ist zuverlässiger Inseratenkunde des Boulevards. Die "Krone" freut's. © APA

Wien (APA) Rund 37 Millionen Euro hat die öffentliche Hand im dritten Quartal 2012 für Werbeaufträge und -kooperationen in den heimischen Medien ausgegeben. Dies geht aus den erstmals veröffentlichten Daten nach dem neuen Medien-transparenzgesetz hervor. Größter öffentlicher Werber war dabei die Stadt Wien mit rund 6,4 Millionen Euro Werbeausgaben, mit gemeindeeigenen Unternehmen kommt die Bundeshauptstadt auf knapp neun Millionen Werbevolumen.

Wiener Rathaus sehr aktiv

Die größten Inseratenaufträge an einzelnen Medien kamen im dritten Quartal ebenfalls von der Stadt Wien. Die Gratiszeitung „Heute“ erhielt 994.570 Euro, „Österreich“ 619.824 Euro und die „Kronen Zeitung“ 610.219 Euro. Unter den Bundesministerien waren das Innenministerium mit 450.000, das Bundeskanzleramt mit 328.000 und das Landwirtschaftsministerium mit 232.000 Euro die stärksten Werber.

Bei den staatsnahen Unternehmen gab der ORF etwa 1,6 Millionen Euro für Werbung aus, ÖBB-Firmen erteilten Aufträge von über 1,3 Millionen, die Agrarmarkt Austria Marketing 1,1 Millionen, die Autobahn- und Straßengesellschaft Asfinag 202.000 Euro.

Boulevard deutlich vorne

Die stärksten Profiteure der öffentlichen Werbeaktivitäten am Printmarkt sind die reichweitenstarken Boulevardmedien. Die meisten Werbegelder gab es demnach für die größte Zeitung des Landes, die „Kronen Zeitung“. Sie nahm im dritten Quartal etwa 3,2 Millionen Euro aus öffentlicher Hand entgegen. Mit deutlichem Abstand folgen die Gratiszeitungen „Heute“ mit 2,3 Millionen und „Österreich“ mit 2,1 Millionen Euro. Bei allen drei Zeitungen ist die Stadt Wien der größte Inserent, gefolgt vom ORF.

Die Stiefkinder

Deutlich weniger gab es für andere Printtitel. Der „Kurier“ erhielt rund 1,5 Millionen, gefolgt von der „Presse“ mit rund 1,3. Dahinter landeten „Standard“ sowie „Kleine Zeitung“ mit je über einer Million Euro. In den „Oberösterreichischen Nachrichten“ wurden Inserate um 570.000 Euro geschaltet, die „Tiroler Tageszeitung“ bekam rund 550.000, in die „Vorarlberger Nachrichten“ flossen 470.000. Die „Salzburger Nachrichten“ konnten öffentliche Werbung um 370.000 Euro verbuchen.
Auch im gebührenfinanzierten ORF landeten übrigens öffentliche Werbegelder. Der öffentlich-rechtliche Sender nahm im dritten Quartal 3,2 Mio. ein. Größter Einzelwerber war dabei die Agrarmarkt Austria Marketing mit 225.000 Euro.

Neue Meldepflicht

Insgesamt haben 99 Prozent der betroffenen Rechtsträger vom Bundeskanzleramt bis zu gemeindeeigenen Unternehmen ihre Werbedaten an die „KommAustria“ gemeldet. Meldepflichtig waren 5.604 Rechtsträger. Die erstmals veröffentlichten Detaildaten nach dem Medientransparenzgesetz sind im Internet unter www.rtr.at abrufbar.