OeNB: Österreich wird 2013 Wachstumsvorsprung halten können

03. Januar 2013 Drucken

Die europäische Schuldenkrise hat die Weltwirtschaft auch im Jahr 2012 belastet. Der Euroraum befand sich im Jahr 2012 insgesamt in einer Rezession. Auch in Österreich blieb das Wirtschaftswachstum im Jahr 2012 im Sog der internationalen Konjunktur ebenfalls hinter den Erwartungen, urteilt die OeNB in einem Jahresrückblick. Allerdings verbesserte sich Österreich beim BIP pro Kopf auf den […]

Der Schuldenstand wird sich ab 2013 auf dem hohen Niveau von 75 % stabilisieren - zu hoch, wie OeNB-Gouverneur E. Nowotny findet. © APA

Die europäische Schuldenkrise hat die Weltwirtschaft auch im Jahr 2012 belastet. Der Euroraum befand sich im Jahr 2012 insgesamt in einer Rezession. Auch in Österreich blieb das Wirtschaftswachstum im Jahr 2012 im Sog der internationalen Konjunktur ebenfalls hinter den Erwartungen, urteilt die OeNB in einem Jahresrückblick. Allerdings verbesserte sich Österreich beim BIP pro Kopf auf den dritten Platz in der EU. Für 2013 sehen die Prognosen aller Institute nur leicht positive Wachstumsraten von knapp unter 1%.

Besser als der Rest

Damit werde Österreichs Wirtschaft aber den schon seit Jahren bestehenden Wachstumsvorsprung gegenüber dem gesamten Euroraum  halten können, sieht Univ.-Prof. Dr. Ewald Nowotny, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) aber Erfreuliches. Die jüngsten Daten zeigten, dass sich das Konjunkturbild wieder etwas aufhelle.
Gemäß der jüngsten Eurostat-Analyse verbesserte sich Österreich beim BIP pro Kopf auf den dritten Platz in der EU. Das sei ein Beleg für die hohe Wettbewerbsfähigkeit, die in den letzten Jahren erarbeitet wurde.

 Inflation sinkt

Zurückgehen wird auch der Preisauftrieb. Die Inflationsrate, die seit Bestehen des Euro mit durchschnittlich 1,9% im Rahmen des Preisstabilitätsziels des Eurosystems liegt, hat sich von 2011 (3,6%) auf 2012 (2,5%) deutlich verringert und wird in den kommenden beiden Jahren infolge moderater Lohnabschlüsse und sinkender Ölpreise weiter auf unter 2% zurückgehen, so die OeNB.

Sparbudgets bleiben an der Tagesordnung

Die Konsolidierung der Haushalte sei ein Stück weiter gekommen. Im Jahr 2013 wird das Budgetdefizit voraussichtlich niedriger als heuer ausfallen. Der Schuldenstand wird jedoch weiter ansteigen und sich ab 2013 auf dem relativ hohen Niveau von etwa 75 % stabilisieren. Aus Sicht der Notenbank sei dieses Niveau eindeutig zu hoch, mahnt die OeNB. Auf europäischer Ebene sei es wichtig, die Reformen zur Neuausrichtung der Wirtschafts- und Währungsunion zügig voranzutreiben. Bereits im Verlauf 2012, so Gouverneur Nowotny, erfolgten wichtige Meilensteine: „Spezielle geldpolitische Maßnahmen des Eurosystems führten zur Beruhigung auf den Finanzmärkten, die wirtschaftliche Koordination wurde verstärkt, der ESM trat in Kraft, die Weichen für die Bankenunion wurden gestellt und die Eckpfeiler für die Bankenaufsicht bei der EZB geschaffen sowie für Griechenland kürzlich erhebliche Hilfsgelder freigegeben. Alles zusammen wichtige Maßnahmen, die für das Jahr 2013 vorsichtig Optimismus für den Weg aus der Krise aufkommen lassen“.