Umfrage: Stärken und Schwächen von Familienunternehmen in AUT, DE und CH

07. Januar 2013 Drucken

In Österreich sind familiengeführte Unternehmen für 2013 optimistischer und wesentlich stärker exportorientiert als gleichartige Betriebe in Deutschland und der Schweiz. Die größte Herausforderung liege in der Rekrutierung ausreichend qualifizierten Personals, meinen die Familienmanager. Das Beratungsunternehmen PwC  untersuchte im „Family Business Survey“ die Frage, welche besonderen Stärken Familienunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH-Region) haben, wie sie ihre wirtschaftliche Zukunft einschätzen und vor […]

Familienunternehmen halten sich für unternehmerischer, langfristiger und nachhaltiger agierend als dies Konzerne tun. © Petra Bork / Pixelio.de

In Österreich sind familiengeführte Unternehmen für 2013 optimistischer und wesentlich stärker exportorientiert als gleichartige Betriebe in Deutschland und der Schweiz. Die größte Herausforderung liege in der Rekrutierung ausreichend qualifizierten Personals, meinen die Familienmanager. Das Beratungsunternehmen PwC  untersuchte im „Family Business Survey“ die Frage, welche besonderen Stärken Familienunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH-Region) haben, wie sie ihre wirtschaftliche Zukunft einschätzen und vor welchen spezifischen Herausforderungen sie 2013 stehen. In den DACH-Ländern sind vor allem die österreichischen Firmen im Ausland aktiv (fast die Hälfte der Umsätze wird außerhalb Österreichs erzielt), während ein Drittel der schweizerischen Betriebe gar nicht im Ausland tätig ist.

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Besonderheiten von Familienunternehmen
Familienunternehmen sind überzeugt, dass sie einige zentrale Vorteile gegenüber andern Unternehmensformen haben. Sie denken unternehmerischer, langfristiger und nachhaltiger als Konzerne; sind schnell und flexibel in der Entscheidungsfindung und verfügen über eine auf die Mitarbeiter ausgerichtete Kultur und Wertschätzung. Zudem grenzen sie sich durch ihr gesellschaftliches und persönliches Engagement sowie ihre regionale Verankerung von international tätigen Konzernen ab. Vor allem in Deutschland heben Familienunternehmen ihre höhere Innovationskraft und Einstellung zum Risiko als weiteres Differenzierungsmerkmal hervor.

Die Schwächen
Doch Familienunternehmen kennen auch ihre Schwächen: Dazu zählen die ungeklärte Nachfolgefrage, der erschwerte Zugang zu Kapital, potenzielle Familienkonflikte und die fehlende Durchschlagskraft gegenüber Konzernen.
Zu einem gewissen Grad erkennen Familienunternehmen an, dass sie Unterstützung von familienfremden Managern benötigen, jedoch haben nur 20% der Unternehmen der DACH-Region familienfremden Managern Anteile am Unternehmen zugesichert (gegenüber 31% weltweit).

In Österreich erwarten über 90 Prozent der Unternehmer ein Wachstum
Familienunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACHRegion) konnten im vergangenen Jahr schneller wachsen als Familienunternehmen weltweit. 70% haben in den letzten zwölf Monaten ihren Umsatz  gesteigert (weltweit 65%) und 80% erwarten auch in den nächsten fünf Jahren ein weiteres Wachstum. Die schweizerischen Unternehmer blicken weniger optimistisch in die Zukunft als die Deutschen und Österreicher, denn nur gut die Hälfte der Unternehmen konnte in den letzten zwölf Monaten ihre Umsätze steigern. 26% der eidgenössischen Firmen mussten sogar Umsatzeinbußen in Kauf nehmen. Daher erwarten dort auch „nur“ 57% der Unternehmen ein Wachstum in den nächsten zwölf Monaten (in Deutschland sind es 85%, in Österreich sogar 92%), 40% dagegen eine Konsolidierung.

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Personalqualifikation als große Herausforderung
Die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte und Arbeitskräftemangel bleiben die zentralen internen Herausforderungen für Familienunternehmen in den DACH-Ländern, aber auch weltweit. Im Vergleich zu 2010 hat sich das Problem weiter verschärft (von 38% 2010 auf 43% 2012 weltweit bzw. 33% auf 47% in den DACH-Ländern). Knapp 60% der Familienunternehmen weltweit und 70% der Betriebe aus der Schweiz, Österreich und Deutschland geben an, dass die Gewinnung der richtig qualifizierten Fachkräfte auch in fünf Jahren eine zentrale Stellschraube sein wird. Gleichzeitig wird das Halten von Schlüsselmitarbeitern im Unternehmen in Zukunft immer wichtiger.

Umbau der Strukturen
Die Reorganisation des Unternehmens beschäftigt vor allem die österreichischen (32%) und deutschen (36%) Führungskräfte in Familienbetrieben, während Liquiditätsmanagement und Kostenkontrolle bei den schweizerischen Unternehmen oben auf der Agenda mitmischen. Dies dürfte vor allem an der unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklung der eidgenössischen gegenüber den österreichischen und deutschen Firmen liegen, die auch unternehmensintern unterschiedliche Maßnahmen erfordert.

Internationalisierung: Ösi-Unternehmen grenzenlos aktiv
Ein Viertel der Umsätze der befragten Familienunternehmen weltweit werden aktuell im Ausland erzielt; dieser Anteil wird in fünf Jahren voraussichtlich auf  30% wachsen. In den DACH-Ländern sind vor allem die österreichischen Firmen im Ausland aktiv (fast die Hälfte der Umsätze wird außerhalb Österreichs erzielt), während ein Drittel der schweizerischen Betriebe gar nicht im Ausland tätig ist.
Ein Viertel der Familienunternehmer weltweit (17% in der DACH-Region) wollen unverändert nur auf dem Heimatmarkt tätig sein und erwarten auch in der Zukunft kein Exportgeschäft. 44% planen indes in den nächsten fünf Jahren ein Exportwachstum.