Preisabsprachen: Millionen-Strafen für deutsche Süßwarenhersteller

31. Januar 2013 Drucken

Düsseldorf (APA/ag) Elf Süßwarenhersteller müssen wegen illegaler Preisabsprachen tief in die Tasche greifen: Das deutsche Kartellamt verhängte gegen sie und verantwortliche Vertriebsmitarbeiter Bußgelder in Höhe von rund 60 Mio. Euro, so die Behörde. Betroffen sind unter anderem Kraft Foods Deutschland, Alfred Ritter, Nestle Kaffee und Schokoladen, Bahlsen, Griesson – de Beukelaer, Storck, Katjes und Haribo.   […]

Lebensmittel, Wettbewerbsrecht 2013, Newsroom von Erste Bank und Sparkassen

Illegale Preisabsprachen in Deutschland: Mars geht als Kronzeuge, Ritter beruft, die anderen zahlen. © APA

Düsseldorf (APA/ag) Elf Süßwarenhersteller müssen wegen illegaler Preisabsprachen tief in die Tasche greifen: Das deutsche Kartellamt verhängte gegen sie und verantwortliche Vertriebsmitarbeiter Bußgelder in Höhe von rund 60 Mio. Euro, so die Behörde. Betroffen sind unter anderem Kraft Foods Deutschland, Alfred Ritter, Nestle Kaffee und Schokoladen, Bahlsen, Griesson – de Beukelaer, Storck, Katjes und Haribo.

 

Kronzeugen und Einsprüche
Der Süßwarenkonzern Mars hatte sich den Wettbewerbsbehörden als Kronzeuge angedient und muss daher keine Strafe berappen. Der Schokoladenproduzent Ritter, dem Bußgeldbescheide in Höhe von insgesamt 7,5 Mio. Euro ins Haus flatterten, kündigte umgehend Einspruch an. Er wies die Vorwürfe zurück.

Hausdurchsuchungen im Jahr 2008
Die deutschen Wettbewerbshüter hatten im Februar 2008 branchenweit Räume der Süßwarenhersteller durchsucht. Sie sehen es als erwiesen an, dass Ritter und Kraft Foods sowie in einer Vierer-Runde Ritter, Mars, Nestle und Haribo Preise abgesprochen haben. Im Arbeitskreis Konditionenvereinigung des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie wurden zudem jahrelang Informationen über den Stand der Verhandlungen mit dem Lebensmittel-Einzelhandel sowie teilweise auch über beabsichtigte Erhöhungen der Listenpreise ausgetauscht.

Rohstoffkosten stark gestiegen
Kartellamtspräsident Andreas Mundt erklärte, im Jahr 2007 seien die Preise wichtiger Rohstoffe wie Milch und Kakao deutlich angestiegen. „Statt einer unternehmerischen Lösung entschied man sich in dieser Situation für ein illegales Vorgehen.“ Der Wettbewerb mit der Konkurrenz sei kurzerhand ausgeschaltet und die Kunden mit abgesprochenen Preissteigerungen belastet worden.