Kreativwirtschaft blüht auf – KMU-Scheck fördert gestalterische Ideen in Unternehmen

12. Februar 2013 Drucken

Kreativwirtschaft macht höhere Gewinne als die Gesamtwirtschaft. © Torsten Lohse / pixelio.de In Österreich arbeiten rund 38.400 Unternehmen mit 130.500 Beschäftigten im Bereich der Kreativwirtschaft. Der  zeigt, dass auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Performance der Branche überdurchschnittlich gut ist. Von 2008 bis 2010 ist die Zahl der Unternehmen mit sechs Prozent drei Mal stärker gewachsen als […]

Kreativwirtschaft
Kreativwirtschaft macht höhere Gewinne als die Gesamtwirtschaft. © Torsten Lohse / pixelio.de

In Österreich arbeiten rund 38.400 Unternehmen mit 130.500 Beschäftigten im Bereich der Kreativwirtschaft. Der  zeigt, dass auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Performance der Branche überdurchschnittlich gut ist. Von 2008 bis 2010 ist die Zahl der Unternehmen mit sechs Prozent drei Mal stärker gewachsen als in der Gesamtwirtschaft, unterstreicht der Bericht. Der Kreativwirtschaftsscheck im Wert von 5.000 Euro soll dabei die Dienstleistungen leichter verfügbar machen. Mit dem aws-Scheck kann jedes KMU, das ein Innovationsvorhaben plant, ein Kreativunternehmen beauftragen. 

Neuer Kreativwirtschaftsscheck gestartet
Auf Initiative des Wirtschaftsministeriums ist ab sofort der neue Kreativwirtschaftsscheck im Wert von 5.000 Euro abrufbar. Gerade im ländlichen Raum gebe es noch besonders viel Potenzial, heißt es aus dem Ministerium zu dem vom Wirtschaftsministerium mit 1,5 Millionen Euro finanzierten Angebot der Austria Wirtschaftservice (aws). Der Scheck adressiert jedes KMU, das ein Innovationsvorhaben plant und dazu für Ideengenerierung, Entwicklung oder Umsetzung Leistungen aus den Bereichen Design, Architektur, Werbewirtschaft, Grafik und ähnlichem sucht. Nach einem erfolgreichen, EU-geförderten Pilotprojekt in Salzburg ist Österreich das erste Land, das einen solchen Scheck flächendeckend anbietet. Damit unterstützt das Wirtschaftsministerium die Kreativwirtschaft derzeit stärker denn je, im Rahmen des evolve-Programms stehen heuer insgesamt 7,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Der 5. Kreativwirtschaftsbericht im Überblick
Jedes zehnte Unternehmen (38.400) in Österreich gehört inzwischen der Kreativwirtschaft an, diese umfasst die Bereiche Architektur, Design, Musik, Buch und künstlerische Tätigkeit, Radio & TV, Software & Games, Verlage, Video & Film sowie Werbung. In den vergangenen Jahren hat sich die Branche als krisenfest erwiesen. Die Umsätze der Kreativunternehmen sind in den schwierigen Wirtschaftsjahren 2008 bis 2010 zwar um etwa ein Prozent auf 18,2 Milliarden Euro zurückgegangen, das Minus in der Gesamtwirtschaft fiel jedoch mit mehr als fünf Prozent deutlich höher aus. Die Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten lag im Jahr 2010 bei 6,9 Milliarden Euro. Somit trug die Kreativwirtschaft jeweils rund drei Prozent zu den Umsätzen sowie der Bruttowertschöpfung der Wirtschaft bei.

Hohe Gewinne
Auffällig ist auch, dass Kreativwirtschaftsunternehmen im Durchschnitt – relativ betrachtet – höhere Gewinne als die Gesamtwirtschaft schaffen, wie der Bericht zeigt. Im Jahr 2010/11 konnten die bilanzierenden Kreativwirtschaftsunternehmen eine durchschnittliche Umsatzrentabilität in Höhe von 5,5 Prozent erwirtschaften (Gesamtwirtschaft: 3,4 Prozent). 71 Prozent erzielten positive Betriebsergebnisse. In Bezug auf den Standort zeigt sich, dass nach Wien (42 Prozent) die meisten Unternehmen der Kreativwirtschaft in Niederösterreich ansässig sind. 15 Prozent aller heimischen Kreativwirtschaftsunternehmen (das sind rund 5.600 Unternehmen) hatten im Jahr 2010 ihren Standort in diesem Bundesland. Jeweils rund 10 Prozent der Kreativwirtschaftsunternehmen waren in Oberösterreich (ca. 3.900 Unternehmen) und in der Steiermark (ca. 3.800 Unternehmen) angesiedelt. Dabei sind kreativwirtschaftliche Unternehmen vorrangig in und um Landeshauptstädte angesiedelt. Rund 62 Prozent arbeiten im urbanen Raum.