Briten verlieren Triple A von Moody’s

23. Februar 2013 Drucken

London/Washington (APA/dpa/ag.) Die Ratingagentur Moody’s hat Großbritannien das Spitzenrating bei der Kreditwürdigkeit entzogen. Die Agentur senkte am Freitagabend angesichts der rasant steigenden Verschuldung die Bewertung um eine Stufe auf „Aa1“ von zuvor „AAA“. Damit können neue Kredite für das Land potenziell teurer werden, weil Geldgeber einen höheren Risikoaufschlag verlangen könnten. Auch die anderen beiden großen Ratingagenturen, […]

Moody's glaubt, dass die anhaltende Schwäche bei den mittelfristigen Wachstumsperspektiven Großbritanniens anhält. © APA

London/Washington (APA/dpa/ag.) Die Ratingagentur Moody’s hat Großbritannien das Spitzenrating bei der Kreditwürdigkeit entzogen. Die Agentur senkte am Freitagabend angesichts der rasant steigenden Verschuldung die Bewertung um eine Stufe auf „Aa1“ von zuvor „AAA“. Damit können neue Kredite für das Land potenziell teurer werden, weil Geldgeber einen höheren Risikoaufschlag verlangen könnten.

Auch die anderen beiden großen Ratingagenturen, Standard & Poors und Fitch, haben Großbritannien seit geraumer Zeit auf einem negativen Ausblick.

Sparkurs dämpft Entwicklung
Großbritannien steckt seit der Finanzkrise 2008 tief in der Schuldenfalle. Das Land ist nach internationalen Statistiken mit 86 Prozent des Bruttoinlandsproduktes verschuldet. Moody’s erklärte am Freitagabend nach US-Börsenschluss, die britische Rückstufung erfolge auch wegen der anhaltenden Schwäche bei den mittelfristigen Wachstumsperspektiven des Landes. Diese werde wohl auch noch einige Jahre hinziehen. Das liege an einer schwächeren Weltwirtschaft und den Folgen des Sparkurses von Regierung und Unternehmen. Gleichwohl mache die grundsätzlich vorhandene Wirtschaftskraft des Landes und ein politischer Wille eine finanzielle Konsolidierung in Großbritannien möglich.

Stabiler Ausblick
Der Ausblick für das neue Rating „Aa1“ sei jedenfalls stabil. Finanzminister Osborne erklärte, die Herabstufung sei eine harsche Erinnerung daran, wie Ernst die Schuldenprobleme des Landes seien. Die neue Benotung werde die Entschiedenheit der Regierung verdoppeln, die Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen. Er kündigte an, die Regierung werde bei ihrem Sparkurs bleiben.

7 % Neuverschuldung
Die 2010 angetretene Regierung von Premierminister Cameron hatte versucht, die Neuverschuldung mit massiven Haushaltskürzungen in den Griff zu bekommen. Das Konzept ging bisher jedoch nicht auf. Experten gehen davon aus, dass das Haushaltsdefizit von zuletzt knapp sieben Prozent 2013 wieder steigen wird.
Auch die USA und Frankreich haben im Zuge der Finanzkrise ihre „AAA“-Note bei Moody’s bereits verloren. Allerdings hatte dies bei beiden Ländern keine größeren Auswirkungen auf die Kreditkosten. Österreich hingegen besitzt bei Moody’s noch immer das Spitzenrating.