Chemieindustrie sucht nach Managementtools der Flexibilisierung

27. Februar 2013 Drucken

Die volatilen Konjunkturkurven machen der europäischen Chemieindustrie zu schaffen.  „Fliegen auf Sicht“ bleibe bei den Branchenunternehmen an der Tagesordnung, heißt es in einer Befragung des. Die Krisenabfolge der letzten Jahre habe die zykluserprobte Branche vor neue Aufgaben gestellt. Flexibilisierung soll die Anpassungsfähigkeit der Betriebe erhöhen. Am besten aufgestellt sind Unternehmen, die die Frühwarnindikatoren mit ihren betrieblichen […]

Krisenmanagement, Managementtechnoilogie,

Die Häufigkeit und Intensität von Auf- und Abschwüngen hat zugenommen. Monitoring-Prozesse müssen die Veränderungen frühzeitig erkennen. © Mario Simeunovic/pixelio.de

Die volatilen Konjunkturkurven machen der europäischen Chemieindustrie zu schaffen.  „Fliegen auf Sicht“ bleibe bei den Branchenunternehmen an der Tagesordnung, heißt es in einer Befragung des. Die Krisenabfolge der letzten Jahre habe die zykluserprobte Branche vor neue Aufgaben gestellt. Flexibilisierung soll die Anpassungsfähigkeit der Betriebe erhöhen. Am besten aufgestellt sind Unternehmen, die die Frühwarnindikatoren mit ihren betrieblichen Abläufen auf allen Ebenen verknüpfen.

50 Prozent sehen ausgewogene Chancen- und Risikoverteilung
Die anhaltenden Konjunkturschwankungen, die auf die Finanz- und Wirtschaftskrise folgten, empfindet die europäische Chemieindustrie mehrheitlich als besorgniserregend. Das geht aus einer europaweiten Befragung unter rund 150 Führungskräften aus Chemie- und Kundenindustrien hervor. Diese hat A.T. Kearney gemeinsam mit CHEManager Europe und der Westfälische Wilhelms-Universität Münster im Jahr 2012 durchgeführt. Zwar erachtet rund die Hälfte der befragten Chemieunternehmen (47 Prozent) die Chancen und Risiken einer erhöhten Volatilität für ausgewogen. Für mehr als ein Drittel jedoch überwiegen die Risiken. Die Hälfte der befragten Unternehmen arbeitet bereits an strategischen Hebeln, um das Management von Volatilität zu verbessern. Allerdings zeigt sich, dass gerade diese am schwierigsten zu implementieren sind.  Erst Finanz-, dann Wirtschafts- und nun schon eine lange andauernde Schuldenkrise verdeutlichen, was viele makroökonomische Indikatoren auch statistisch nachweisen: Die Volatilität hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Volatilität als neue Realität inzwischen erkannt
Rund die Hälfte der befragten Chemieunternehmen (47 Prozent) erachtet die Chancen und Risiken einer erhöhten Volatilität für ausgewogen. Für mehr als jedes Dritte Unternehmen jedoch, überwiegen die Risiken, für weniger als jedes fünfte die Chancen.
Die Hälfte der befragten Unternehmen arbeitet bereits an strategischen Hebeln, um das Management von Volatilität zu verbessern. Zu diesen Hebeln zählen eine höhere Agilität in der strategischen Planung, der verstärkte Einsatz von Szenariotechniken und die systematische Überwachung von Indikatoren. Allerdings hat nur jedes vierte Unternehmen seine Vertragsgestaltung angepasst und nur jedes fünfte setzt Cockpits mit Frühwarnindikatoren ein.
Für 66 Prozent der Befragten ist der Veränderungsbedarf bei den strategischen Hebeln am größten – allerdings auch am schwierigsten, da diese das Geschäftsmodel funktionsübergreifend verändern, um die Agilität des Unternehmens zu steigern. Die geringste Bedeutung indes spielt für jedes zweite Unternehmen der Bereich Beschaffung.

Erfolgsfaktor Monitoring

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat gezeigt: Die Kunden- und Wettbewerbsstrukturen in den zunehmend miteinander verbundenen regionalen Märkten sind ständiger Veränderung ausgesetzt und müssen intensiver denn je beobachtet werden.
Die Häufigkeit und Intensität von Auf- und Abschwüngen hat zugenommen. Sie sind ein weltweites Phänomen und müssen von Unternehmen systematisch beobachtet werden, wollen diese weiterhin erfolgreich am Markt bestehen.
Ein entscheidender Faktor, um von konjunkturellen Schwankungen zu profitieren, ist systematisches Monitoring. Dazu gehört auch der Einsatz von Cockpits mit Frühwarnindikatoren, die zunehmend von den Unternehmen der Industrie genutzt wurden. Am besten aufgestellt sind die Unternehmen, die die Frühwarnindikatoren mit ihren betrieblichen Abläufen auf allen Ebenen verknüpfen. So können sie bei Auf- und Abschwünge agiler handeln.