Europa gerät bei Mobilfunktechnologie ins Hintertreffen

01. März 2013 Drucken

Die Mobilfunkindustrie trägt bis 2017 kumuliert über zehn Billionen US-Dollar zum globalen BIP bei und beschäftigt über zehn Millionen Mitarbeiter weltweit. Mit Investitionen bis 2017 von 1,1 Billionen US-Dollar und einem Beitrag von 2,6 Billionen US-Dollar zu öffentlichen Haushalten hat die Industrie einen substantiellen Wertbeitrag. Europa gelingt es aktuell nicht, Rahmenbedingungen für wirtschaftlich nachhaltige Investitionen […]

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Zwischen 2008 und 2012 ist der Mobilfunkumsatz in Europa um 32 Milliarden geschrumpft. © Erich Westendarp / pixelio.de

Die Mobilfunkindustrie trägt bis 2017 kumuliert über zehn Billionen US-Dollar zum globalen BIP bei und beschäftigt über zehn Millionen Mitarbeiter weltweit. Mit Investitionen bis 2017 von 1,1 Billionen US-Dollar und einem Beitrag von 2,6 Billionen US-Dollar zu öffentlichen Haushalten hat die Industrie einen substantiellen Wertbeitrag. Europa gelingt es aktuell nicht, Rahmenbedingungen für wirtschaftlich nachhaltige Investitionen und Wachstum in der Telekommunikationsindustrie zu schaffen, bemängelt eine Studie von Die Studie liefert detaillierte Berechnungen zum globalen Geschäft mit Mobilfunk. 

3,2 Milliarden Menschen telefonieren per Mobilfunk
Auf dem Mobile World Congress in Barcelona veröffentlichten die GSMA und A.T. Kearney die Studie „The Mobile Economy 2013“, die einen umfassenden Überblick über die aktuelle Situation der Mobilfunkindustrie, über Chancen und Risiken in den kommenden fünf Jahren sowie notwendigen Voraussetzungen für weiteres Investment und Wachstum in diesem Sektor gibt. Gemäß der Studie nutzen weltweit nahezu 3,2 Milliarden Menschen – etwa die Hälfte der Weltbevölkerung – Mobilfunk. Bis 2017 werden voraussichtlich weitere 700 Millionen Kunden hinzukommen und die Vier-Milliarden-Marke bis 2018 erreichen.

Sozioökonomischer Einfluss des Mobilfunks
Die Mobilfunkindustrie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Weltwirtschaft. Insgesamt trägt das gesamte Mobilfunk-System heute mit 1,6 Billionen US-Dollar Umsatz etwa 2,2 Prozent zum globalen BIP bei. Bis 2017 steigt diese Zahl auf knapp zwei Billionen US-Dollar pro Jahr. In der Zeit bis 2017 wird die Mobilfunkindustrie 1,1 Billionen US-Dollar investieren und 2,6 Billionen US-Dollar über Lizenzgebühren sowie direkte und indirekte Steuern zu den öffentlichen Haushalten beisteuern. Darüber hinaus werden bis 2017 weltweit nahezu zehn Millionen Menschen bei Unternehmen im Mobilfunkumfeld beschäftigt sein.

Provider verlieren an Stellenwert
Während der weltweite Markt mit der Verbreitung von Smartphones, 4G-Netzen und innovativen Applikationen weiter wächst, ist es für die Mobilfunkanbieter nicht selbstverständlich, ihren Anteil an dem damit verbundenen Umsatzwachstum zu behaupten. Industrieübergreifende Initiativen sind essenziell für die Anbieter, um sich eine zentrale Position in der Mobilfunk-Wertschöpfungskette zu sichern.“

Samrtphones treiben Wachstum von mobilen Datendiensten
Insgesamt gab es Ende 2012 6,8 Milliarden Mobilfunkverbindungen weltweit. Bis Ende 2017 wird diese Zahl auf 9,7 Milliarden steigen, ein Wachstum von 7,6 Prozent pro Jahr. Mobile Breitbandverbindungen zeichneten 2012 für 1,6 Milliarden Verbindungen verantwortlich. Bis 2017 werden es 5,1 Milliarden Verbindungen sein, davon 920 Millionen über LTE. Das dynamische Wachstum mobiler Breitbandverbindungen von 26 Prozent pro Jahr bis 2017 sorgt förmlich für eine Explosion des Datenverkehrsaufkommens. Wurden in 2012 noch insgesamt 0,9 Exabyte pro Monat an Daten über Mobilfunknetze weltweit übertragen, wird diese Zahl bis 2017 um 66 Prozent pro Jahr auf 11,2 Exabyte pro Monat ansteigen2. Das enorme Wachstum des mobilen Datenverkehrs wird sehr gut dadurch veranschaulicht, dass der Datenverkehr 2012 alleine so hoch war, wie in allen vorangegangen Jahren zusammengenommen.

Besonderer Handlungsbedarf auf Europäischer Ebene
Die europäische Mobilfunkindustrie ist von den in der Studie genannten Herausforderungen für weiteres Wachstum besonders betroffen. Die europäischen Mobilfunkbetreiber fallen gegenüber den Providern in anderen Regionen zurück. In den Jahren zwischen 2008 und 2012 ist der Mobilfunkumsatz in Europa, getrieben durch die Regulierung der Terminierungsentgelte, um 32 Milliarden US-Dollar auf 216 Milliarden US-Dollar geschrumpft. Wachstumspotenzial besteht aber: Dazu muss flächendeckendes, hochbreitbandiges mobiles Internet zu sinnvollen Kosten und fairen Preisen bereitgestellt werden.

Die gesamte Zusammenfassung der Studie finden Sie auf der

 

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