Bildungsstudie: 12 Prozent der Schüler finden nach Abschluss keinen Einstieg in Job oder Weiterbildung

29. März 2013 Drucken

Die Erkenntnis ist keine überraschende – sie wurde aber wieder einmal wissenschaftlich belegt: Höhere Bildung bringt bessere Erwerbsaussichten. Mit Abschluss von Pflichtschule oder allgemeinbildender höherer Schule (AHS) erweist sich der Start ins Erwerbsleben schwieriger als mit Abschluss einer berufsbildenden mittleren Schule (BMS) oder eines Universitäts- bzw. Fachhochschul (FH)-Studiums. 28.000 (12 Prozent) der 221.000 Personen, die im Schuljahr 2008/09 eine […]

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64 Prozent der AHS-Abgänger verdienen beim Jobeinstieg unter 1.200 Euro brutto pro Monat. © Marianne J./pixelio.de

Die Erkenntnis ist keine überraschende – sie wurde aber wieder einmal wissenschaftlich belegt: Höhere Bildung bringt bessere Erwerbsaussichten. Mit Abschluss von Pflichtschule oder allgemeinbildender höherer Schule (AHS) erweist sich der Start ins Erwerbsleben schwieriger als mit Abschluss einer berufsbildenden mittleren Schule (BMS) oder eines Universitäts- bzw. Fachhochschul (FH)-Studiums. 28.000 (12 Prozent) der 221.000 Personen, die im Schuljahr 2008/09 eine formale Ausbildung beendet haben, hatten eineinhalb Jahre nach ihrem Abschluss weder in einer aktiven Erwerbstätigkeit noch in Ausbildung.

12 Prozent schaffen Einstieg nicht
Dies wurde in einem Projekt von Statistik Austria, Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz sowie Arbeitsmarktservice Österreich erarbeitet. 28.000 (12 Prozent) der 221.000 Personen, die im Schuljahr 2008/09 eine formale Ausbildung beendet haben, befanden sich eineinhalb Jahre nach ihrem Abschluss weder in einer aktiven Erwerbstätigkeit noch in Ausbildung. 10.000 von ihnen sind beim AMS arbeitslos gemeldet. Den größten Anteil dieser Gruppe stellen Personen dar, die in keiner aktiven Position am Arbeitsmarkt sind, etwa Eltern in Karenz. Vor allem im Bereich der Pflichtschule gibt es großen Unterstützungsbedarf für Personen, die weder in Ausbildung noch im Erwerbsleben stehen. Zwar besuchen mehr als 90 Prozent der Pflichtschulabsolventinnen und -absolventen eine weiterführende Ausbildung und 1,3 Prozent steigen direkt ins Arbeitsleben ein, es bleiben aber weitere 6.900 (8,4 Prozent) ohne laufende Ausbildung oder Arbeitsplatz.

Schneller Erwerbseinstieg nach Abschluss von Universitäten, FH und BMS
Einen schnellen Einstieg ins Erwerbsleben schaffen die Absolventinnen und Absolventen von Universitäten und Fachhochschulen, aber auch von berufsbildenden mittleren Schulen (BMS): Nahezu zwei Drittel mit Uni- oder BMS-Abschluss erhalten innerhalb von drei Monaten nach Ausbildungsabschluss eine Jobzusage. Schwieriger gestaltet sich der Start ins Erwerbsleben für Personen mit Abschluss einer allgemeinbildenden höheren Schule (AHS), von denen fast 40 Prozent nach einem Jahr der Jobsuche – allerdings auch beeinflusst von Präsenz- und Zivildienst – noch immer keine Anstellung haben.

Einstiegsgehälter
Auch bei den Einstiegsgehältern müssen Personen mit AHS-Abschluss im Vergleich zu Absolventinnen und Absolventen anderer Bildungszweige Abstriche machen: So liegt die Einstiegsentlohnung für knapp 64 Prozent der AHS-Abgänger unter 1.200 Euro brutto pro Monat, und nur 2,3 Prozent sind unter den Spitzenverdienern von über 2.400 Euro zu finden.
Demgegenüber befinden sich 43 Prozent mit Universitäts- bzw. FH-Abschluss im Spitzenfeld der Monatsgehälter für Berufseinsteiger. Nach dem Abschluss einer berufsbildenden höheren Schule (BHS) verdienen 42,3 Prozent im ersten Arbeitsverhältnis unter 1.200 Euro monatlich, die Hälfte erhält jedoch zwischen 1.200 und 2.400 Euro.

Höchste Erwerbseinkommen für Akademiker und BMS-Absolventen
Ein Jahr nach Abschluss der Ausbildung liegt das Bruttomedianeinkommen für Personen mit einem Lehr- oder BHS-Abschluss bei 1.900Euro, mit einem BMS-Abschluss bei 2.550 Euro pro Monat. Der hohe Durchschnittswert ist vor allem auf die Einkommen der Absolventinnen und Absolventen von Gesundheitsschulen zurückzuführen. Die Krankenschwestern- und Pflegeausbildungen sind der eigentliche Superstar am Arbeitsmarkt. Mit einem Universitäts- bzw. Fachhochschulabschluss liegt das Bruttomedianeinkommen bei 2.850 Euro, wobei beträchtliche Lohnunterschiede je nach Studienfach bestehen: 12 Monate nach einem Abschluss in Psychologie liegt das Bruttomedianeinkommen lediglich bei 1.900 Euro, hat man Medizin, Wirtschaft, Informatik oder Chemie studiert, liegt es bei 3.250 Euro.