Vertrauensindex April 2013: Geschäftslage schlecht, Zuversicht hoch

26. April 2013 Drucken

Es gab schon bessere Zeiten, finden Österreichs Unternehmer. Aber die Bremsfaktoren werden in der nahen Zukunft überwunden werden, bleiben die heimischen Manager optimistisch. Sie haben Vertrauen in die österreichische Marktwirtschaft, heißt es im aktuellen ‚Vertrauensindex‘ des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young. Auch Regierungen und die Euro-Zone werden mit einem Vertrauensbonus belohnt. Pessimisten werden weniger Österreichs […]

Konjunktur in Österreich Deutschland Schweiz

Österreichs Unternehmen kämpfen mit der Lage. Aber sie bleiben zuversichtlich © Peter-Smola/pixelio.de

Es gab schon bessere Zeiten, finden Österreichs Unternehmer. Aber die Bremsfaktoren werden in der nahen Zukunft überwunden werden, bleiben die heimischen Manager optimistisch. Sie haben Vertrauen in die österreichische Marktwirtschaft, heißt es im aktuellen ‚Vertrauensindex‘ des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young. Auch Regierungen und die Euro-Zone werden mit einem Vertrauensbonus belohnt.

Pessimisten werden weniger
Österreichs Unternehmen zeigen sich trotz einer leicht eingetrübten Geschäftslage optimistisch. Obwohl im Moment lediglich etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als positiv bewertet, rechnen immerhin rund 44 Prozent mit einem Aufwärtstrend in ihrer Geschäftsentwicklung innerhalb der nächsten sechs Monate. Der Anteil der Pessimisten hat sich hier von 10 Prozent auf nur noch 4 Prozent verringert. Auch im Hinblick auf die Konjunkturentwicklung in Österreich sowie die Entwicklung der Weltwirtschaft zeigen sich Österreichs Unternehmer hoffnungsvoll. Der Grund dafür liegt nicht zuletzt im gesteigerten Vertrauen in wichtige Marktteilnehmer und Institutionen.

Bau/Energie-Bereich auf Jahressicht am optimistischen
Besonders zuversichtlich zeigt sich der Bau-/Energie-Bereich. Durchmischt sind die Erwartungen des Handels: Kurzfristig zeigen sich die Unternehmer zuversichtlich ob der Entwicklung ihrer Geschäftslage. Auf Jahressicht betrachtet nimmt diese Zuversicht aber stark ab. Für den halbjährlich erhobenen Vertrauensindex wurden im April 2013 200 Unternehmer heimischer Betriebe über ihre Einschätzung der Wirtschaftslage befragt.

Internationale Märkte: China auf Rang 1 – Osteuropa als Schlusslicht
Gefragt nach ihrer Bewertung der Wirtschaftslage in anderen Ländern und Regionen sehen die einheimischen Unternehmenslenker vor allem in China, gefolgt von Südostasien, einen besonders fruchtbaren Nährboden für eine positive Entwicklung. Deutlich verbessert seit der letzten Befragung im Oktober 2012 hat sich in ihren Augen auch die Lage in den USA und Kanada. Zunehmend schwieriger scheinen die Bedingungen in Osteuropa: Die dortige Wirtschaftslage wird von den Befragten aktuell und auch für die nächsten zwölf Monate am schlechtesten bewertet.

Unternehmer belohnen Regierungen und Wirtschaft mit Vertrauensvorschuss
Die anhaltenden politischen Bemühungen, die Wirtschaft zu stärken, zeigen in den Köpfen der Unternehmer Wirkung. Ihr Vertrauen in Staaten und Regierungen (+18 Prozentpunkte), die österreichische Wirtschaftsordnung (+12 Prozentpunkte), den Zusammenhalt der Euro-Zone (+12 Prozentpunkte) und den Euro als Währung (+11 Prozentpunkte) hat im Vergleich zum Oktober letzten Jahres deutlich zugenommen. Besonders die heimische Marktwirtschaft, die Industrie und der Dienstleistungssektor werden mit einem Vertrauensbonus belohnt.

Energiepreise und Eurokrise belasten Prognosen
Sorgen bereiten den Unternehmen vor allem die weiterhin hohen Energiepreise und die ungelöste Eurokrise. Jeder zweite Unternehmer  ist der Ansicht, dass sich die aktuelle Schuldenkrise in Europa auch negativ auf die Wirtschaftsentwicklung in Österreich auswirken kann. Weitere 18 Prozent sind sich der negativen Auswirkung sicher. 69 Prozent der Befragten sehen darin sogar eine Bedrohung für das eigene Unternehmen. Auch wenn diese Zahlen im Vergleich zur letzten Befragung im Oktober (81 Prozent) etwas zurückgegangen sind, sind sie ein klares Zeichen der Unsicherheit, heißt es in der Ernst & YoungStudie.