Fluglinien-Manager werden wieder optimistisch

05. Juni 2013 Drucken

Kapstadt (APA/dpa) Neuer Lichtblick für die Luftfahrtbranche: Der internationale Branchenverband IATA erwartet, dass die Airlines in diesem Jahr weltweit einen Gewinn von 12,7 Mrd. Dollar (9,77 Mrd. Euro) einfliegen. Das sind zwei Drittel mehr als im Jahr 2012 und ein Fünftel mehr als noch im März vorausgesagt. Aufwind für europäische Carrier Besonders stark dürfte es für […]

IATA-Chef Tony Tyler spricht von wiederkehrenden Gewinnen der Airliner. Pro Passagier blieben 4 Dollar übrig. © APA

Kapstadt (APA/dpa) Neuer Lichtblick für die Luftfahrtbranche: Der internationale Branchenverband IATA erwartet, dass die Airlines in diesem Jahr weltweit einen Gewinn von 12,7 Mrd. Dollar (9,77 Mrd. Euro) einfliegen. Das sind zwei Drittel mehr als im Jahr 2012 und ein Fünftel mehr als noch im März vorausgesagt.

Aufwind für europäische Carrier
Besonders stark dürfte es für die gebeutelten europäischen Fluglinien aufwärts gehen, wie die IATA am Montag bei ihrem Jahrestreffen in Kapstadt mitteilte. Dazu dürfte vor allem der gebremste Ausbau des Flugangebots beitragen.

Vier Dollar Gewinn pro Passagier
IATA-Chef Tony Tyler sieht die Branche trotz aller Verbesserungen in einer schwierigen Lage. Im Mittelpunkt des Handelns stehe weiterhin „die tägliche Herausforderung, mehr Umsatz als Kosten zu generieren“. Im Schnitt blieben pro Passagier lediglich vier Dollar als Gewinn bei der Fluggesellschaft hängen, die Gewinnmarge liege bei lediglich 1,8 Prozent des Umsatzes. Viele Gesellschaften kämpften daher ums Überleben.
Allerdings zeigen die Kapazitätskürzungen vieler Gesellschaften der IATA zufolge Wirkung. Die Flugzeuge dürften in diesem Jahr zu gut 80 Prozent ausgelastet sein, schätzt Tyler. Dies wäre ein neuer Spitzenwert. Der Verband rechnet weiterhin mit einer wachsenden Nachfrage nach Flugtickets. Die Zahl der Passagiere soll 3,13 Milliarden erreichen und damit erstmals die Drei-Milliarden-Marke knacken.

1,6 Mrd. Euro Gewinn für Europas Fluglinien
Diese Entwicklung soll auch den Fluggesellschaften in Europa helfen. Die IATA erwartet, dass die hiesige Branche in diesem Jahr 1,6 Mrd. Dollar verdient. Dies wäre doppelt so viel wie im März prognostiziert und mehr als fünfmal so viel wie im schwachen Jahr 2012. Noch im Dezember hatte der Verband sogar nur ein Ergebnis an der Nulllinie vorausgesagt. Viele klassische Fluglinien wie Lufthansa, Air Berlin, die spanische IAG-Tochter Iberia und Air France-KLM haben allerdings harte Sparprogramme eingeleitet, die zumindest teilweise bereits Wirkung zeigen.

Schwäche Europas bleibt
Im weltweiten Vergleich stehen europäische Fluggesellschaften aber verhältnismäßig schwach da. In der Region Asien-Pazifik erwartet die IATA einen Branchengewinn von 4,6 Mrd. Dollar, Fluggesellschaften in Nordamerika sollen mit 4,4 Mrd. Dollar nur knapp dahinter liegen. Im Nahen Osten, wo Fluglinien wie Emirates einen starken Wachstumskurs verfolgen, sagt die IATA 1,5 Mrd. Dollar, für Lateinamerika 600 Mio. Dollar Gewinn voraus. Am schwächsten dürften mit 100 Mio. Dollar die afrikanischen Fluglinien abschneiden, die 2012 noch in der Verlustzone steckten.