Die Auswirkungen der neuen Immobilien- und Grundstückssteuer

15. Juni 2013 Drucken

Die zehnjährige Spekulationsfrist bei Immobilienverkäufen wird gestrichen, dafür wird künftig ein einheitlich niedrigerer Steuersatz von 25 Prozent auf alle Veräußerungsgewinne fällig. Damit werden auch Gewinne besteuert, die durch die Umwidmung von Grundstücken entstehen, heißt es auf der Seite des BMF. 350 Millionen für 2013 budgetiert Die Regierung schätzt die Einnahmen auf 350 Millionen Euro im […]

Die Immobiliensteuer erfasst auch Gewinne, die durch die Umwidmung von Grundstücken entstehen. © Thorben Wengert/pixelio.de

Die zehnjährige Spekulationsfrist bei Immobilienverkäufen wird gestrichen, dafür wird künftig ein einheitlich niedrigerer Steuersatz von 25 Prozent auf alle Veräußerungsgewinne fällig. Damit werden auch Gewinne besteuert, die durch die Umwidmung von Grundstücken entstehen, heißt es auf der Seite des BMF.

350 Millionen für 2013 budgetiert
Die Regierung schätzt die Einnahmen auf 350 Millionen Euro im Jahr 2013 und dann jährlich steigend bis auf 750 Millionen Euro im Jahr 2016. Insgesamt soll die neue Steuer von 2013 bis 2016 2,05 Milliarden Euro ins Budget spülen.

Konsequenz 1: Der Pensionsabsicherungscharakter von Vorsorgewohnungen nimmt ab
Die Aufhebung der Spekulationsrist von zehn Jahren zeitigt doppelte Wirkung. Der langfristige Anlage- und Vorsorgecharakter von Immobilien („Vorsorgewohnungen“) verliert. Bisher konnten Immobilien zehn Jahre nach dem Kauf steuerfrei verkauft werden. Künftig wird der Verkauf einer Immobilie (wie auch bei Kapital- oder Betriebsvermögen) mit 25 Prozent besteuert. Damit wird einer der zentralen Renditehebel der Vorsorgewohnungen gekappt.

Konsequenz 2: Der Spekulationscharakter von Immobilien steigt
Bislang mussten Immobilien zumindest zehn Jahre gehalten werden, um steuerfrei veräußert werden zu können. Wurde davor verkauft, fiel je nach Einkommen eine Steuer von bis zu 50 Prozent an. Nach den bisherigen Bestimmungen des Sparpaketes werden dies in Hinkunft nur mehr gedeckelte 25 Prozent sein. Experten halten dies allerdings für einen unbeabsichtigten Effekt der neuen Immobiliensteuer, der eventuelle noch beseitigt wird.

Konsequenz 3: Vorsteuerabzugsfähigkeit wird an 20jährige Behaltefrist gebunden
Bei Vermietung der Vorsorgewohnung kann der Eigentümer einen Vorsteuerabzug geltend machen. Er erspart sich die Umsatzsteuer von 20Prozent, die man zahlen müsste, wenn man die Wohnung selbst nutzen wollte. Das soll auch künftig so bleiben. Doch bisher musste man die Wohnung zehn Jahre lang tatsächlich vermieten. Andernfalls musste man die Umsatzsteuer teilweise zurückzahlen. Diese Frist soll von zehn auf 20 Jahre angehoben werden.

Konsequenz 4: Finanzierungskosten und Abschreibung weiter steuermindernd
Die Kreditzinsen und die Abschreibung kann man weiterhin steuermindernd geltend machen. Da am Anfang der Kreditlaufzeit ein höherer Anteil der Raten Zinsen sind (der Anteil der Tilgung ist geringer), erzielt man in den ersten Jahren „Verluste“. Diese kann man vom sonstigen Einkommen abziehen und weniger Einkommensteuer zahlen. In 20 Jahren müssen die die Einnahmen aber die Kosten übersteigen, sonst gilt das Projekt als „Liebhaberei“, und man muss alle Steuervorteile zurückzahlen.