EU-US-Freihandelszone bringt pro Haushalt 545 Euro

17. Juni 2013 Drucken

  Lough Erne (APA/dpa) Die EU und die USA beginnen Verhandlungen über die größte Freihandelszone der Welt. Die erste Gesprächsrunde könne bereits im Juli starten, kündigte die EU-Spitze am Montag am Rande des G-8-Gipfels in Nordirland an. Die Freihandelszone wäre so groß wie keine andere. Jeder Haushalt könne mit 545 Euro per anno profitieren. Zeichen des […]

 

Leckt sich die Lippen: EU-Komissionspräsident Barroso darf Verhandlsungsstart zu einem Freihandelsabkommen EU-USA ankündigen. © APA

Lough Erne (APA/dpa) Die EU und die USA beginnen Verhandlungen über die größte Freihandelszone der Welt. Die erste Gesprächsrunde könne bereits im Juli starten, kündigte die EU-Spitze am Montag am Rande des G-8-Gipfels in Nordirland an. Die Freihandelszone wäre so groß wie keine andere. Jeder Haushalt könne mit 545 Euro per anno profitieren.

Zeichen des Wiedererstarkens
Der Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen soll vor allem für mehr Wachstum und Arbeitsplätze sorgen. „Vor zwei Jahren hätte kaum jemand gewettet, dass die USA und Europa in der Lage sein werden, dieses transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft in Angriff zu nehmen“, sagte EU-Kommissionschef Barroso.

545 Euro pro Haushalt
Laut EU-Berechnungen könnte ein Freihandelsabkommen für die EU einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 120 Mrd. Euro pro Jahr und 400.000 neue Arbeitsplätze bedeuten. Jeder einzelne Haushalt profitierte damit in Höhe von 545 Euro pro Jahr. Gemeinsam mit EU-Ratspräsident Van Rompuy und US-Präsident Obama wollte er später eine Erklärung abgeben.
Die EU und die USA stehen gemeinsam für fast die Hälfte der weltweiten Wirtschaftsleistung. Rund ein Drittel der globalen Handelsströme entfallen allein auf sie.

Handelsvolumen von 2 Mrd. Euro pro Tag
Jeden Tag werden etwa zwei Mrd. Euro in Gütern und Dienstleistungen zwischen beiden Seiten ausgetauscht. Unterschiedliche technische Normen, Sicherheitsstandards oder Wettbewerbsvorschriften schränken den Handel jedoch ein.

Kein Zeitplan
Wann das geplante Freihandelsabkommen steht, ist noch unklar. „Ich kann nicht genau sagen, wie lange die Verhandlungen dauern werden“, räumte Barroso ein und sprach von einigen Jahren. Ursprünglich war von 2015 die Rede gewesen. Barack Obama sprach davon, dass die USA und die EU ihre Anstrengungen in Richtung Handelsabkommen nicht verkleinern dürften.

Schwieriges EU-Mandat
Der Weg für die bilateralen Gespräche war erst in der Nacht zum Samstag freigemacht worden. Die zuständigen EU-Minister beschlossen nach längerem Streit eine gemeinsame Verhandlungsbasis mit den USA.
Frankreich setzte sich dabei mit der Forderung durch, Film, Musik und andere Medien aus den Verhandlungen zunächst auszuschließen. Paris fürchtet, dass seine Kulturindustrie Nachteile etwa gegenüber Hollywood in Kauf nehmen müsste, wenn beim Abschluss eines Freihandelsabkommens Subventionen wegfallen.
Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel gehört seit langem zu den großen Befürworterinnen der Verhandlungen. „Unsere Erfahrungen sind, dass überall dort, wo wir solche Abkommen haben, Wachstum entsteht, Handel und Wandel beflügelt werden“, sagte sie in ihrer jüngsten Videobotschaft.