Hitzefrei auf Baustellen ab 35 Grad: Das neue Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungsgesetz

21. Juni 2013 Drucken

Das neue Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungsgesetz (BUAG) regelt den Begriff des Schlechtwetters und dehnt heimische Urlaubsregeln auf Kollegen aus, die aus dem Ausland nach Österreich entsendet werden, erläutert das Unternehmens-serviceportal der Bundesregierung. Zusatzurlaubsregelungen bei Entsendungen Die Regelungen des Kollektivvertrages über den Zusatzurlaub bei Schichtarbeit werden in das Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungsgesetz (BUAG) übernommen. Es werden jene Personen erfasst, die […]

Laut Schlechtwetterregelung gelten 3 Stunden mit mehr als 35 Grad als Grund für "60er" © berggeist007/pixelio.de

Das neue Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungsgesetz (BUAG) regelt den Begriff des Schlechtwetters und dehnt heimische Urlaubsregeln auf Kollegen aus, die aus dem Ausland nach Österreich entsendet werden, erläutert das Unternehmens-serviceportal der Bundesregierung.

Zusatzurlaubsregelungen bei Entsendungen
Die Regelungen des Kollektivvertrages über den Zusatzurlaub bei Schichtarbeit werden in das Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungsgesetz (BUAG) übernommen. Es werden jene Personen erfasst, die in Dreischichtarbeit oder in bestimmten Zweischichtformen tätig sind und bei Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber beschäftigt sind, die in den Geltungsbereich des Kollektivvertrages fallen. Neu erfasst werden Unternehmen ohne Sitz in Österreich, die Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer nach Österreich zur Arbeitsleistung oder im Rahmen einer Arbeitskräfteüberlassung im Rahmen der Bauwirtschaft entsenden.

  • Ausbau der Sozialbetrugsbekämpfung
    Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer sind nicht in das Verfahren zur Feststellung einer Unterschreitung des Grundlohns einbezogen. Aus diesem Grund werden sie im Rahmen der Arbeitnehmerinnen-/Arbeitnehmerinformation über einschlägige Anzeigen der BUAK informiert werden, wenn ihr Arbeitsverhältnis davon betroffen ist. Damit soll ihnen die Durchsetzung ihrer Ansprüche erleichtert werden.
  • Änderung beim Instanzenzug im Verwaltungsverfahren
    Durch die Verwaltungsgerichtsbarkeits-Novelle 2012 entfällt die Zuständigkeit der Landeshauptfrau/des Landeshauptmannes und der Bundesministerin/des Bundesministers für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz in Verwaltungsverfahren nach dem BUAG.
  • Lückenschließung bei den Sonderbestimmungen für den Urlaub bei Entsendung
    Eine Anrechnung wird dann vorgesehen, wenn die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber Zahlungen an die Bauarbeiter-Urlaubs-und Abfertigungskasse (BUAK) geleistet hat, das Recht des Heimatsstaates günstigere Bestimmungen (betreffend Höhe und Entstehungszeitpunkt des Urlaubsanspruches) vorsieht und die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer Urlaub bereits vor dem Einsatz in Österreich konsumiert hat, der rechnerisch in den Entsendungszeitraum fallen würde.
  • Erweiterung des Begriffs „Schlechtwetter“
    Der Begriff „Schlechtwetter“ wird erweitert. Im Sinne einer Modernisierung werden nunmehr auch Extreme in Plusgraden vom Begriff „Schlechtwetter“ umfasst. Eine absolute Temperaturgrenze ist nicht erforderlich. Die BUAK hat auftragsgemäß einen Kriterienkatalog festgelegt, in dem das Vorliegen von Schlechtwetter näher bestimmt wird. Danach gelten Stunden,  in denen + 35°C überschritten werden, als Schlechtwetterstunden. Folgen drei Stunden mit mehr als + 35°C aufeinander, so bewirken diese Schlechtwetter für den Rest des Arbeitstages.
  • Verpflichtung zur Benutzung der Webanwendungen der BUAK
    Mit 1. Jänner 2014 werden Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber verpflichtet, beim Ansuchen um Rückerstattung von Schlechtwetterentschädigung (Erstattungsantrag) dieWebanwendung der BUAK zu nutzen.
  • Geplantes Inkrafttreten
    Inkrafttreten voraussichtlich überwiegend 1. Jänner 2013, teilweise 1. Jänner 2014