Erste Group plant die vollständige Rückzahlung des Partizipationskapitals an den Staat

24. Juni 2013 Drucken

Vorstand und Aufsichtsrat der Erste Group Bank AG (“Erste Group”) haben heute beschlossen, das ausstehende Partizipationskapital in Höhe von EUR 1,76 Mrd (wovon EUR 1,205 Mrd von der Republik Österreich und EUR 559 Mio von privaten Investoren gehalten werden), in Q3 2013 vollständig zurückzuzahlen. Gleichzeitig wird eine Kapitalerhöhung von 660 Mio. Euro angekündigt. Einsparungen von […]

Erste Group-Beteiligungen in Osteuropa: Konjunkturelle Erholung in CEE beginnt im Herbst. © ruhaltinger

Vorstand und Aufsichtsrat der Erste Group Bank AG (“Erste Group”) haben heute beschlossen, das ausstehende Partizipationskapital in Höhe von EUR 1,76 Mrd (wovon EUR 1,205 Mrd von der Republik Österreich und EUR 559 Mio von privaten Investoren gehalten werden), in Q3 2013 vollständig zurückzuzahlen. Gleichzeitig wird eine Kapitalerhöhung von 660 Mio. Euro angekündigt.

Einsparungen von 149 Mio. Euro
Ausschlaggebend für die Entscheidung war, dass die Kosten des Partizipationskapitals ab 2014 jährlich ansteigen werden, während die Anrechenbarkeit des Partizipationskapitals als hartes Kernkapitalinstrument (CET1) im Zuge der Umsetzung der neuen regulatorischen Anforderungen über die Zeit abnimmt.
Die geplante Einziehung des Partizipationskapitals und der damit verbundene Wegfall der jährlichen Dividendenzahlungen auf das Partizipationskapital ab 2014 stärken die Fähigkeit der Erste Group, Kapital zu bilden und die Kapitalquoten zu verbessern. Der Bruttoeinsparungsbetrag beträgt EUR 149 Mio nach Steuern im Jahr 2014 und EUR 158 Mio nach Steuern im Jahr 2015; in den Folgejahren sind die Einsparungen noch höher. Die Erste Group beabsichtigt, vorbehaltlich eines Beschlusses der ordentlichen Hauptversammlung, im Jahr 2014 eine zeitanteilige Dividende für 2013 auf das Partizipationskapital zu zahlen.

Kapitalerhöhung von 660 Mio. Euro
Weiters plant die Erste Group, abhängig vom Marktumfeld und der Genehmigung von Vorstand und Aufsichtsrat, eine Kapitalerhöhung (unter Gewährung von Bezugsrechten für die Aktionäre) in Q3 2013 durchzuführen. Die geplante Kapitalerhöhung von ungefähr EUR 660 Mio wird die Kapitalbasis der Erste Group weiter stärken. Die Erste Group geht davon aus, mit dieser Kapitalerhöhung die als Ziel definierte harte Kernkapitalquote (CET 1) von 10% (unter der vollen Anwendung von Basel 3) bis zum 31. Dezember 2014 zu erreichen. Es wird erwartet, dass die geplante Rückzahlung des Partizipationskapitals trotz der Kapitalerhöhung ab 2014 das Ergebnis pro Aktie erhöht.

Basel III mindert Kapitalquote um ca. 30 Basispunkte
Die harte Kernkapitalquote (CT1, Basel 2.5, exklusive Partizipationskapital und Gewinnrücklagen für Q1 2013) zum 31. März 2013 würde unter Einbeziehung der Nettoerlöse aus der geplanten Kapitalerhöhung bei 10,2% liegen, im Vergleich zu den ausgewiesenen 9,6%. Die Erste Group schätzt den negativen Effekt aus der Umstellung zur vollen Anwendung des Basel 3-Kapitalregimes (basierend auf aktuell verfügbaren öffentlichen Dokumenten) auf die Kapitalquoten auf etwa 30 Basispunkte. Als Resultat des geplanten Wechsels vom Standardansatz zum IRB-Ansatz (Internal Ratings Based) betreffend die Bestimmung der risikogewichteten Aktiva (RWA) in Rumänien im Jahr 2015, rechnet die Erste Group, basierend auf dem aktuellen Geschäftsplan und entsprechenden Schätzungen, mit einem weiteren negativen Effekt von ungefähr 40 Basispunkten auf die Kapitalquoten im Jahr 2015.

Ausblick
Aus Sicht der Erste Group sollte es in Mittel- und Osteuropa in der zweiten Jahreshälfte 2013 zu einer leichten Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung kommen, auch wenn erwartet wird, dass die Wachstumsraten in der Region moderat bleiben werden. Die Erste Group rechnet mit einem Rückgang des Betriebsergebnisses von bis zu 5% in 2013, da geringere Betriebserträge nur teilweise durch niedrigere Betriebskosten ausgeglichen werden. Für die Risikokosten der Erste Group wird ein Rückgang um ungefähr 10-15% im Jahr 2013 erwartet, was hauptsächlich auf die erwartete Verbesserung der Risikosituation in Rumänien zurückzuführen ist. Erwartungsgemäß werden die Bankensteuern in Österreich, der Slowakei und Ungarn in Höhe von ungefähr EUR 260 Mio vor Steuern (ungefähr EUR 200 Mio nach Steuern) das Nettoergebnis in 2013 weiterhin belasten. Die Erste Group geht weiterhin davon aus, dass die rumänische Tochtergesellschaft BCR für das Geschäftsjahr 2013 in die Gewinnzone zurückkehren wird.