Energiewirtschaft fehlen die Anreize zum Ausbau der Wasserkraft

05. Juli 2013 Drucken
Energiewirtschaft fehlen die Anreize zum Ausbau der Wasserkraft
© uschi dreiucker/pixelio.de

Die Wasserkraft-Ziele in Österreich bis 2015 werden nach Einschätzung der E-Wirtschaft voraussichtlich nicht erreicht, und danach dürften sich wohl die Realisierungszeiträume weiter als zuletzt angenommen erstrecken. Der Branchenverband Oesterreichs Energie wünscht sich von der Regierung Anreize für die Energieinfrastruktur.

Statt 7 TWh bis 2020 nur 4 TWh  bis 2025
Bei der Wasserkraft gebe es Verzögerungen gegenüber den strategischen Planungen, erklärte Karl-Heinz Gruber, Sprecher Erzeugung bei Oesterreichs Energie und Vorstand der Verbund Hydro Power, in einer Pressekonferenz.. So seien unter anderem Vorplanungen und Genehmigungsverfahren langwierig. Größer als vor zwei Jahren sei zudem das Projektvolumen bei Windkraft und Fotovoltaik. Vom in der Energiestrategie angepeilten Zuwachs von 3,5 Terawattstunden (TWh) Wasserkraft bis 2015 seien bisher nur 0,6 TWh verwirklicht. Bis 2015 werde man wohl nur 1 TWh schaffen, ohne Kleinwasserkraft. 4 TWh sind nun bis 2025 angepeilt. Im aus dem Jahr 2008 stammenden Masterplan Wasserkraft standen noch 7 TWh bis 2020. Insgesamt wird das realisierbare Wasserkraftpotenzial in Österreich – exklusive Nationalparks und Weltkulturerbe – mit rund 13 TWh veranschlagt.

30 % des Potenzials sollen gehoben werden
Von den aktuellen Kraftwerksplänen aus natürlichen Zuflüssen über rund 4 TWh entfalle jeweils die Hälfte auf Neuanlagen und die Erweiterungen. Vom noch machbaren ökologischen Wasserkraftpotenzial in den kommenden zehn Jahren würden rund 30 Prozent genutzt. An wirklich zusätzlicher Stromerzeugung aus Wasserkraft bleiben damit in Summe nur 2,2 TWh übrig, denn die geplante Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie würde die Stromproduktion aus den bestehenden Kraftwerken um etwa 1,8 Prozent reduzieren. Ziele für Sonne und Wind sollen halten.

Wunsch nach Investitionsfreibetrag für E-Wirtschaft
Gemeinsam mit den E-Wirtschaftsverbänden Deutschlands und der Schweiz wurde eine „Energie-Initiative der Alpenländer“ zum Ausbau der Speicher und Netze ins Leben gerufen. Die E-Wirtschaft wolle keine dauerhafte Unterstützung, sondern wünsche sich ein investitionsfreundliches Klima beispielweise durch einen Investitionsfreibetrag, so Karl-Heinz Gruber.  Als ein Beispiel für mögliche Unterstützungen nannte er die vom Nationalrat beschlossene Netzgebühren-Befreiung für neue Pumpspeicherkraftwerke, die bis 2020 ans Netz gehen.

Stromkennzeichnung kostet vier Millionen
Allerdings würden die ebenfalls im Zug der vollständigen Stromkennzeichnung beschlossenen Herkunftsnachweise für Pumpspeicherkraftwerke eine zusätzliche Belastung von rund 4 Mio. Euro bringen. Die 100-prozentige Hinterlegungspflicht schmerze und sei volkswirtschaftlich nicht sinnvoll, so Oesterreichs-Energie-Generalsekretärin Barbara Schmidt.