EZB will noch lange billiges Geld in Märkte pumpen

05. Juli 2013 Drucken
EZB will noch lange billiges Geld in Märkte pumpen
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Die drohende Rückkehr der Schuldenkrise zwingt die EZB zu bisher nicht gekannter Offenheit und macht eine weitere Zinssenkung wahrscheinlich. „Der EZB-Rat geht davon aus, dass der Schlüsselzins in der Eurozone noch für einen längeren Zeitraum auf dem aktuellen oder auch einem niedrigeren Niveau bleibt“, sagte EZB-Präsident Mario Draghi und schickte damit den Euro auf Talfahrt. […]

Die drohende Rückkehr der Schuldenkrise zwingt die EZB zu bisher nicht gekannter Offenheit und macht eine weitere Zinssenkung wahrscheinlich. „Der EZB-Rat geht davon aus, dass der Schlüsselzins in der Eurozone noch für einen längeren Zeitraum auf dem aktuellen oder auch einem niedrigeren Niveau bleibt“, sagte EZB-Präsident Mario Draghi und schickte damit den Euro auf Talfahrt.

Ungewohntes Vorbild Fed

Mit anderen Worten: Die Europäische Zentralbank (EZB) legt sich für die nächste Zeit auf einen ultralaxen geldpolitischen Kurs fest, schließt niedrigere Zinsen nicht aus und betritt mit ihrer ungewohnten Klarheit Neuland wie vor ihr nur das US-Pendant Federal Reserve (Fed).

„Noch keine Untergrenze“

Die Notenbank werde ihren konjunkturstützenden Kurs so lange wie nötig fortsetzen, so Draghi. Zuvor hatte die EZB-Spitze bei ihrer Sitzung in Frankfurt beschlossen, den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent zu lassen. Der Italiener betonte, das sei „nicht die Untergrenze“. Der EZB-Rat habe „intensiv“ über eine sofortige Zinssenkung diskutiert und sei „offen für verschiedene Zinsvarianten“. Der Ausstieg aus der seit Jahren extrem lockeren Geldpolitik sei in der Eurozone im Gegensatz zu den USA, wo sich die Fed langsam auf ein Ende ihrer milliardenschweren Bond-Käufe und auf mittlere Sicht auch eine Zinswende vorbereitet, noch „weit entfernt“. (APA)