IWF korrigiert Wachstumsprognose nach unten

10. Juli 2013 Drucken

IWF-Präsidentin Christine Lagarde hat schlechte Nachrichten für Europa. © APA Der Internationale Währungsfonds (IWF) bewertet die Entwicklung der Weltwirtschaft pessimistischer als bisher. Für heuer rechnet der IWF nach seinem in Washington präsentierten aktualisierten Ausblick weltweit mit einem Plus von 3,1 Prozent, 2014 werde es bei 3,8 Prozent liegen. Die Werte wurden jeweils um 0,2 Prozentpunkte […]

Konjunktur, Prognosen, IWF, Geldpolitik, Wachstumsprognose
IWF-Präsidentin Christine Lagarde hat schlechte Nachrichten für Europa. © APA

Der Internationale Währungsfonds (IWF) bewertet die Entwicklung der Weltwirtschaft pessimistischer als bisher. Für heuer rechnet der IWF nach seinem in Washington präsentierten aktualisierten Ausblick weltweit mit einem Plus von 3,1 Prozent, 2014 werde es bei 3,8 Prozent liegen. Die Werte wurden jeweils um 0,2 Prozentpunkte nach unten korrigiert.

BIP-Rückgang in der Eurozone
Die Eurozone erlebe 2013 einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 0,6 Prozent statt um 0,4 Prozent. Damit sei die Rezession tiefer als bisher angenommen. Grund sei auch das schwächere Wachstum in Deutschland, für das die Prognose auf 0,3 Prozent halbiert wurde. Im kommenden Jahr wachse die Währungsunion um 0,9 Prozent statt wie zunächst berechnet um 1,0 Prozent. Deutschland lege dann um 1,3 Prozent zu. Bisher lag die Schätzung bei 1,4 Prozent.

Für zahlreiche Länder nahm der Fonds am Dienstag seine Wachstumsprognosen teils sehr deutlich zurück. Davon betroffen sind Deutschland, die USA und auch die Konjunkturlokomotive China. Die Ursachen reichen von der unerwartet heftigen Rezession im Euroraum bis zur Nachfrageschwäche in wichtigen Schwellenländern.

Lockere Geldpolitik
Hinzu kommen als neue Risiken Unsicherheiten über den Zeitpunkt und die Folgen eines Ausstiegs aus der extrem lockeren Geldpolitik der vergangenen Jahre. Die US-Notenbank Fed hatte einen „Exit“ zuletzt unter bestimmten Bedingungen angekündigt, für die Europäische Zentralbank ist er eigenen Angaben zufolge noch weit entfernt.

Die Euro-Länder forderte der Fonds auf, den Bankensektor in Ordnung zu bringen. Sie müssten den Kapitalbedarf ihrer Institute ermitteln und diesen dann, auch mit direkten Finanzspritzen aus dem Euro-Schutzschirm ESM, decken. Zudem drängte der IWF auf die rasche Schaffung einer umfassenden Bankenunion mit einer zentralen Abwicklungsbehörde für marode Geldhäuser.

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