Steirische KMU zeigen zunehmenden Konjunktur-Optimismus

30. Juli 2013 Drucken

Die aktuelle Geschäftslage der steirischen Klein- und Mittelbetriebe (KMU) zeigt sich vergleichsweise stabil – mit positiven Ausblick in die Zukunft. Zu diesem Schluss kommt das neue Konjunkturbarometer der WKO Steiermark. Demnach rechnen 29,7 Prozent der heimischen Unternehmer in sechs Monaten mit einer besseren Geschäftslage und nur 10,4 Prozent mit einer Verschlechterung. Grazer Betriebe zeigen sich […]

Besser gerüstet: Grazer Betriebe zeigen verstärkte Zuversicht für zweites Halbjahr. | © Elfi-Semotan/Graztourismus

Die aktuelle Geschäftslage der steirischen Klein- und Mittelbetriebe (KMU) zeigt sich vergleichsweise stabil – mit positiven Ausblick in die Zukunft. Zu diesem Schluss kommt das neue Konjunkturbarometer der WKO Steiermark. Demnach rechnen 29,7 Prozent der heimischen Unternehmer in sechs Monaten mit einer besseren Geschäftslage und nur 10,4 Prozent mit einer Verschlechterung. Grazer Betriebe zeigen sich am zuversichtlichsten. 

Zunehmender Optimismus

Im Vergleich zur letzten Umfrage ist das ein Plus von 12 Prozentpunkten. Insgesamt 671 Unternehmerinnen und Unternehmer haben bei der zwei Mal im Jahr stattfindenden KMU-Umfrage der WKO Steiermark teilgenommen. Entgegen der erwarteten Konjunkturabkühlung präsentiert sich die Geschäftslage derzeit vergleichsweise stabil. Im Detail: 36,5 Prozent der Unternehmer beurteilen diese aktuell mit „gut“, 52,1 Prozent mit „zufriedenstellend bzw. gleichbleibend“ und nur 11,4 Prozent mit „schlecht“. Daraus ergibt sich ein Positivsaldo von 25,1 Prozent. Gegenüber der letzten Umfrage ist das ein leichtes Minus von 1,5 Prozent. Angesichts der von Vorsicht geprägten Erwartungen zu Jahresbeginn hat sich die Stimmung der steirischen KMU aber eindeutig verbessert. . Der Erwartungssaldo für die kommenden sechs Monate steigt von 7,2 Prozent auf 19,3 Prozent. „Ddie Zuversicht kehrt zurück“, heißt es in der Aussendung.

Entwicklung Auftragsstand

Auch die Auftragsbücher sind überwiegend gut gefüllt: Nach dem Saldorückgang in den Wintermonaten bleibt der Wert im aktuellen Konjunkturbarometer konstant. 41,1 Prozent der steirischen Klein- und Mittelbetriebe beurteilen die Auftragssituation zurzeit als „gut“ und nur 13,6 Prozent als „schlecht“. Der daraus resultierende Positivsaldo von 27,5 Prozent ist zwar der niedrigste Wert seit 2009, aber nach wie vor ein solides Ergebnis. Vor allem in Hinblick auf die zu erwartende Entwicklung – diese fällt laut Umfrage bei den Aufträgen nämlich durchaus positiv aus. 29,5 Prozent der steirischen KMU sind für die Auftragssituation in den kommenden sechs Monate optimistisch, nur 12,7 Prozent pessimistisch. Der daraus resultierende Positivsaldo beträgt damit 16,8 Prozent, das entspricht einer erfreulichen Steigerung um 12 Prozentpunkte.

Entwicklung Personalstand

Die WKO Steiermark will aber noch nicht von einer generellen Erholung sprechen. Angespannt bleibt vor allem die Situation am Arbeitsmarkt. Nach der kontinuierlichen Abwärtsbewegung seit November 2010 und einem negativen Personalstandsaldo bei der letzten Umfrage klettert dieser jetzt wieder in den Positivbereich auf 3 Prozent. Damit ist das Ergebnis mit jenem von vor einem Jahr vergleichbar.

Handel und Transport erwarten besseres Jahr

Nach Branchen betrachtet gibt es höchst unterschiedliche Ergebnisse: Besser als noch in den Wintermonaten fällt die aktuelle Geschäftssituation in den Sparten Handel (+7,4 Pro-zentpunkte) und Transport/Verkehr (+4,3) aus. Die Transportwirtschaft belegt aber trotz Zuwächsen weiterhin den letzten Rang im Spartenranking. Eine leichte Abwärtstendenz ist in der Sparte Gewerbe/Handwerk (-3,3 Prozentpunkte) − die jedoch trotz Rückgangs überdurchschnittlich gut abschneidet − und im Tourismus (-3,6) zu erkennen. Der größte Saldorückgang lässt sich in der Sparte Information/Consulting beobachten: Der Geschäftslagensaldo fällt um Minus 20,8 Prozentpunkte auf 17,5 Prozent.

Vorschauen sind optimistisch

Eine klare Aufwärtstendenz zeigt sich dagegen bei den Erwartungen für das
zweite Halbjahr 2013: Fast alle Sparten weisen einen Anstieg ihres Erwartungssaldos gegenüber November 2012 auf. Am optimistischsten zeigen sich Tourismus/Freizeitwirtschaft (Erwartungssaldo: 25,5 %) sowie Gewerbe/Handwerk (22,2 %). Zu einer Trendwende kommt es in den Sparten Handel (+18,5 Prozentpunkte) und Transport/Verkehr (+15,9): Die Optimisten überwiegen nun wieder die Pessimisten. Etwas vorsichtiger als bei der vergangenen Umfrage blickt lediglich die Sparte Information/Consulting in die Zukunft: Der Erwartungssaldo sinkt um Minus 7,2 Prozentpunkte auf 21,1 Prozent, womit die Sparte auf den dritten Rang zurückfällt.

Entwicklung in den Regionen
Obwohl die Erwartungen der steirischen Unternehmen gegen Ende des Jahres 2012 von Vorsicht geprägt waren, blieb auch im regionalen Vergleich ein Einbruch der KMU-Konjunktur aus. Die derzeitige Geschäftslage wird im Juni 2013 in allen Regionen überwiegend als positiv bzw. zufriedenstellend beurteilt, wenngleich die Entwicklung seit den Wintermonaten unterschiedlich ausfällt: Während der Großraum Graz (+1,1 Prozentpunkte) und die Obersteiermark Ost (+7,5) ihren Saldowert gegenüber November 2012 sogar steigern können, müssen Liezen (-18,2 Prozentpunkte) und die Obersteiermark West (-9,6) einen Saldorückgang in Kauf nehmen. Annähernd unverändert präsentieren sich hingegen die Geschäftslagensalden der Süd-/Weststeiermark und der Oststeiermark: Die Saldowerte beziffern sich auf 23,6 Prozent bzw. 23,8 Prozent.

Grazer zeigen mehr Zuversicht als Obersteirer

Die Erwartungshaltung der befragten steirischen KMU in Bezug auf die Geschäftslage in sechs Monaten hat sich im Vergleich zur letzten Umfrage über alle Regionen hinweg verbessert. Die Optimisten unter den befragten steirischen Betrieben überwiegen durchwegs die Zahl der Pessimisten. Am zuversichtlichsten sind, wie auch schon im Winter 2012, die Unternehmen im Großraum Graz: Hier blicken 41 Prozent der befragten Betriebe positiv dem zweiten Halbjahr 2013 entgegen, während lediglich 12,6 Prozent skeptisch der Geschäftslagenentwicklung in den kommenden sechs Monaten entgegensehen. Am vorsichtigsten zeigen sich im Regionenvergleich die KMU in der östlichen Obersteiermark: Obwohl der Erwartungssaldo wieder in den positiven Bereich klettert, rangiert die Region mit einem Saldo von 10,7 Prozent an letzter Stelle.