Wandel der IT-Branche wird in Österreich 22.000 Jobs bis 2020 betreffen

07. August 2013 Drucken

Die IT-Abteilungen stehen nach Ansicht eines großen Consulting-unternehmens vor dramatischen Zeiten. A.T. Kearney geht davon aus, dass bis 2020 rund 22.000 IT-Mitarbeitern umschulen, zum Dienstleister übergehen oder sich einen neuen Job suchen müssen. Gleichzeitig werden aber IT-Mitarbeiter mit Vertriebskompetenz gesucht – und nicht gefunden. Weniger Standard-IT, mehr Vertriebs-Know how Immer mehr CIOs sehen die Chance […]

Mehr Outsourcing, Standardsoftware und Cloudmanagement werden in Österreich 22.000 IT-Jobs neu definieren. | © Andreas Hermsdorf/pixelio.de

Die IT-Abteilungen stehen nach Ansicht eines großen Consulting-unternehmens vor dramatischen Zeiten. A.T. Kearney geht davon aus, dass bis 2020 rund 22.000 IT-Mitarbeitern umschulen, zum Dienstleister übergehen oder sich einen neuen Job suchen müssen. Gleichzeitig werden aber IT-Mitarbeiter mit Vertriebskompetenz gesucht – und nicht gefunden.

Weniger Standard-IT, mehr Vertriebs-Know how

Immer mehr CIOs sehen die Chance der IT-Branche in Standard-Software, Cloud-basierten Lösungen und Offshoring. Vom Umstieg auf solche Modelle werden etwa 40 Prozent der Stellen betroffen sein. Das heißt: In den nächsten Jahren werden rund 22.000 IT-Mitarbeitern umschulen, zum Dienstleister übergehen oder sich einen neuen Job suchen müssen. Darüber hinaus wächst die Zahl der unbesetzten Stellen – bis 2020 auf 10.000. Vor allem Mitarbeiter, die etwas von vertriebs- und kundenspezifischen Lösungen verstehen, werden am Arbeitsmarkt nur schwer zu bekommen sein. Anmerkung: das ist keine gute Nachricht für CIOs, die bekommen nicht die erforderlichen Mitarbeiter für den Umbau. Dieses sind die Ergebnisse einer Studie, iin der. 150 CIOs global agierende Unternehmen durch die Unternehmensberatung A.T. Kearney befragt wurden.

Rascher in den Markt

Fast alle CIOs (98%) sind sich einig: die Anforderungen an die IT hinsichtlich Funktionalität, Zugang und Verfügbarkeit steigen. Auch die Umsetzung innovativer Funktionalitäten in den Systemen muss künftig schneller erfolgen: 95% der Teilnehmer glauben an eine „schnellere“ Time-to-Market. Dafür stellen zwar 65% der Unternehmen mehr IT Budget zur Verfügung, der Fokus ist aber klar definiert. Während früher vor allem Prozessverbesserungen im Mittelpunkt der IT Investitionen standen, werden 2020 über 60% der IT Ausgaben in vertriebs- und kundenspezifische Lösungen fließen: die IT wird zunehmend als differenzierender Faktor im Wettbewerb eingesetzt.

Immer komplexere Anforderungen

Diese Anforderungen müssen CIOs in einer Umgebung umsetzen, die alles andere als einfach ist. Allen Konsolidierungsbemühungen zum Trotz, erwarten 84% der CIOs teilweise deutlich mehr und spezialisiertere Applikationen. Jede zweite Applikation wird nach Meinung von über 80% der Befragten zudem über eine wiederum die Komplexität treibende mobile Schnittstelle verfügen. Einzig der Wille von Unternehmen auf Standardsoftware, also „Software von der Stange“, zu setzen, macht den CIOs Mut. 80% der Befragten glaubt, dass jede zweite Applikation eine Standardapplikation sein wird. Auf Seiten der IT Infrastruktur allerdings werden Konsolidierungsbemühungen durch immer neue Geräte überkompensiert: Über 60% der CIOs erwartet bis 2020 doppelt bis vierfach so viele Endgeräte und Server wie heute.

Massive Transformation steht bevor: Noch mehr Outsourcing

Eine massiver Umbau in der IT gilt als Folge der neuen Anforderungen. Drei Viertel der Befragten wollen noch einmal mehr Outsourcing betreiben als ohnehin schon heute: einfachere Leistungen, die sogenannten „Commodities“, werden ausgelagert, wenn möglich sogar in die Cloud. Nach Ansicht von 70% der Befragten werden in 2020 mehr als die Hälfte aller Unternehmen Lösungen aus der Cloud beziehen. Zudem wird ins billigere Ausland ausgelagert: 60% glauben an mehr Offshoring in 2020. Parallel müssen neue Stellen mit neuen Fähigkeiten geschaffen werden, um die neuen in- und ausländischen Partner zu managen. Ganz zu schweigen von den Mitarbeitern, die Lösungen zur Erfüllung der neuen Anforderungen an die IT – siehe oben – entwickeln müssen.

22.000 IT- Jobs betroffen

Das alles wird einen massiven Umbau der IT Abteilungen nach sich ziehen, von dem in Österreich 22.000 Mitarbeiter betroffen sein werden: Übergang zu Dritten, Umschulung, Freisetzung. Die für den Arbeitsmarkt gute Nachricht: den 22.000 Mitarbeitern stehen 27.000 neue Stellen gegenüber. Die Krux: nicht alle Mitarbeiter können – trotz Umschulung – den Anforderungen diese neuen Stellen genügen. Und der Nachwuchs ist nur unzureichend vorhanden: ca. 10.000 Stellen werden in Österreich somit nicht besetzt werden können.