Zahlungsziele: Österreichs Unternehmen zählen weltweit zu den pünktlichsten Schuldnern

28. August 2013 Drucken

Österreichs Unternehmen zahlen nach wie vor nach 31 Tagen. Als besonders gute Kunden wurden auch die Privaten mit 18 Tagen Zahlungsdauer bestätigt, heißt es in einer Aussendung des KSV1870. Dabei zahlen 74 % der Firmenkunden ihre Rechnungen pünktlich. Die öffentliche Hand bleibt ein schlechter Schuldner: Sie braucht 10 Tage länger als andere Kunden für die Bezahlung ihrer […]

74 % der Firmenkunden zahlen ihre Rechnungen pünktlich binnen 31 Tagen. Das ist laut KSV international vorbildlich. |© Vergleichen-und-verdienen.de/pixelio.de

Österreichs Unternehmen zahlen nach wie vor nach 31 Tagen. Als besonders gute Kunden wurden auch die Privaten mit 18 Tagen Zahlungsdauer bestätigt, heißt es in einer Aussendung des KSV1870. Dabei zahlen 74 % der Firmenkunden ihre Rechnungen pünktlich. Die öffentliche Hand bleibt ein schlechter Schuldner: Sie braucht 10 Tage länger als andere Kunden für die Bezahlung ihrer Rechnungen.

Öffentliche Hand kommt in die Zwickmühle

Die Behörden haben sich in die Pflicht genommen: Laut Bundesgesetzblatt vom 11.7.2013 dürfen sie in Zukunft nur noch eine Zahlungsfrist von maximal 30 Tagen festlegen. Derzeit beträgt das vertraglich vereinbarte Zahlungsziel durchschnittlich 33 Tage. Die tatsächliche Zahlungsdauer weist zwischen Wien (44 Tage) und Vorarlberg (32 Tage) aber große Unterschiede auf.

Österreichische Unternehmen zahlen binnen 25 Tagen

Im März 2013 wurde die EU Zahlungsverzugsrichtlinie für Rechtsgeschäfte mit Firmenkunden umgesetzt. Die KSV-Umfrage hat bestätigt, dass die heimischen Unternehmen mit 25 Tagen Zahlungsziel innerhalb der gesetzlichen Vorgaben liegen. Lediglich knapp 9 % der Befragten haben es daher für nötig befunden, Zahlungsfristen neu zu verhandeln bzw. zu ändern. Zwei Drittel (66 %) davon haben letztlich für ihre Kunden die Zahlungsfristen gekürzt. Auch international betrachtet liegen die Österreicher mit einem Zahlungsziel von 25 Tagen im Spitzenfeld. Vergleichszahlen (© Atradius) zeigen, dass sie damit nur von Großbritannien (23 Tage) und Dänemark und Deutschland (jeweils 24 Tage) überrundet werden. Die schlechtesten Zahler in dieser Statistik finden sich – wenig überraschend – in Griechenland, wo 32 % der Rechnungsadressaten mit bis zu 15 Tagen und 16 % gar mit bis zu 90 Tagen Verzug bezahlen.

 Unternehmen in Bgld. und Kntn. zahlen spät

Im Bundesländervergleich bilden Burgenland und Kärnten mit 7 Tagen Zahlungsverzug die Schlusslichter, die pünktlichsten Zahler finden sich in Oberösterreich, Vorarlberg und Tirol. Vorarlberg steht auch bei den privaten Zahlern an der Spitze: mit lediglich 1 Tag Verzug. Die mit 5 Tagen Verzug am schlechtesten zahlenden Privatpersonen finden sich in Kärnten und Steiermark.

Bundesland Zahlungsziel Zahlungsverzug Zahlungs-
dauer
Burgenland 25 (0) 7 (-3) 32 (-3)
Kärnten 25 (0) 7 (-1) 32 (-1)
Wien 26 (+1) 6 (-1) 32 (0)
Niederösterreich 26 (+1) 6 (0) 32 (+1)
Salzburg 26 (0) 6 (+1) 32 (+1)
Steiermark 26 (+1) 6 (0) 32 (+1)
Oberösterreich 27 (-1) 4 (0) 31 (-1)
Tirol 26 (0) 4 (-2) 30 (-2)
Vorarlberg 24 (0) 4 (-2) 28 (-2)

 

Internationale Spitze

74 % der Firmenkunden zahlen ihre Rechnungen pünktlich, das ist auch international betrachtet vorbildlich, wie der KSV urteilt. 43 % der befragten Unternehmer waren von Kundeninsolvenzen betroffen, im Schnitt waren es sogar sechs Insolvenzen, die die Unternehmen zu verkraften hatten. Trotzdem denken 80 % nicht daran, ihr Personal zu reduzieren und beinahe 13 % wollen sogar zusätzliches einstellen.

Erwartungen sind wieder pessimistischer

Haben vor einem Jahr noch 60 % der Unternehmen ihre Geschäftslage als sehr gut bzw. gut bewertet, waren das 2013 nur noch 53 %. Mehr als 10 % hingegen schätzen ihre Lage als mangelhaft bzw. ungenügend ein, das sind um über 3 % mehr als im Vorjahr. Die Entwicklung im zweiten Halbjahr prognostizierten hingegen weniger als 4 % als sehr positiv.

Methode

An der KSV1870 Trendumfrage über das Zahlungsverhalten in Österreich haben im Juni 2013 rund 2.500 Unternehmen (Kunden und Mitglieder des KSV1870) teilgenommen. Bei den befragten Unternehmen handelt es sich großteils um kleine und mittlere Unternehmen (KMU).