Österreich verliert 2,1 % seines Wirtschaftsvolumens durch Zahlungsverzug

06. September 2013 Drucken

Brüssel (APA) Unternehmen in der EU entsteht durch den Zahlungsverzug im Geschäftsverkehr ein Schaden von rund 340 Mrd. Euro. 57 Prozent aller europäischen Unternehmen leiden wegen verspäteter Zahlungen an Liquiditätsengpässen, rund 450.000 Jobs haben Folgeinsolvenzen bereits gekostet. Heuer werden es 10 Prozent mehr sein. EU will Abhilfe schaffen „Die Situation ist dramatisch“, warnte die ständige […]

EU-weit gehen 340 Mrd. Euro durch Zahlungsverzug verloren. | © Rainer Sturm/pixelio.de

Brüssel (APA) Unternehmen in der EU entsteht durch den Zahlungsverzug im Geschäftsverkehr ein Schaden von rund 340 Mrd. Euro. 57 Prozent aller europäischen Unternehmen leiden wegen verspäteter Zahlungen an Liquiditätsengpässen, rund 450.000 Jobs haben Folgeinsolvenzen bereits gekostet. Heuer werden es 10 Prozent mehr sein.

EU will Abhilfe schaffen

„Die Situation ist dramatisch“, warnte die ständige Vertretung der Kommission in Österreich. Sie wird in einer Informationsveranstaltung am 20. September das Problem thematisieren und will vor allem KMU und öffentliche Stellen über die Richtlinie 2011/7/EU zur Bekämpfung von Zahlungsverzug im Geschäftsverkehr über ihre Rechte und die Möglichkeiten zur Durchsetzung informieren.

Verlust von 2,1 des Wirtschaftsvolumens in Österreich

Rund 45 Prozent der österreichischen Unternehmen haben laut Europäischem Zahlungsindex aufgrund von Zahlungsverzug zumindest zeitweilig mit Liquiditätsproblemen zu kämpfen. Im laufenden Jahr werden demnach voraussichtlich 2,1 Prozent des österreichischen Wirtschaftsvolumens im Sinne des Gesamtumsatzes wegen verspäteter oder ausbleibender Zahlungen verloren gehen.

KMU im Mittelpunkt

Besonders betroffen seien Klein- und Mittelbetriebe (KMU), die in Österreich über 60 Prozent der Arbeitsplätze stellen, heißt es in der Mitteilung der Kommission. Zwar hat sich die Zahlungsmoral von 2011 auf 2012 leicht verbessert, immer noch aber nehmen sich Schuldner im B2B-Bereich 50 Prozent mehr Zeit, ihre Rechnungen zu zahlen als die durchschnittlich vereinbarten Zahlungsziele von 25 Tagen, sagt der Index 2012 aus.

Öffentliche Hand besonders säumig

Der öffentliche Sektor vereinbart im Schnitt gar 36 Tage Zahlungsziel und lässt sich dann noch zusätzlich zwei Wochen Zeit. Mit 18 Tagen Zahlungsziel und elf Tagen Verspätung sind die privaten Konsumenten am zahlungswilligsten. Dies bestätigt auch die kürzlich veröffentlichte Online-Umfrage zur Zahlungsmoral des KSV 1870. Im Bereich Zahlungsmoral liegt Österreich mit einem Payment Index von 153 im Europäischen Mittelfeld an elfter Stelle. Musterschüler sind Finnland und Schweden, passabel Deutschland und Frankreich, Island, Norwegen und Dänemark.

 

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