Griechenland: Rezession verlangsamt sich – Arbeitslosigkeit klettert weiter

13. September 2013 Drucken

Athen (APA) Die griechische Wirtschaft soll 2013 mit einem Minus von 3,8 Prozent das sechste Jahr in Folge schrumpfen. Damit würden die internationalen Prognosen von – 4,2 Prozent leicht unterschritten. Gleichzeitig stieg die Arbeitslosigkeit im Juni auf 27,9 Prozent. (+0,3 zum Mai).   Unter den 15- bis 24-Jährigen liegt die Arbeitslosenquote bei nahezu 30 Prozent. Leichte Verlangsamung […]

Der griechische BIP-Rückgang wird 2013 zwar heftig, aber geringer als befürchtet ausfallen. Die Arbeitslosigkeit klettert aber weiter. |© Klaus Brüheim/pixelio.de

Athen (APA) Die griechische Wirtschaft soll 2013 mit einem Minus von 3,8 Prozent das sechste Jahr in Folge schrumpfen. Damit würden die internationalen Prognosen von – 4,2 Prozent leicht unterschritten. Gleichzeitig stieg die Arbeitslosigkeit im Juni auf 27,9 Prozent. (+0,3 zum Mai).   Unter den 15- bis 24-Jährigen liegt die Arbeitslosenquote bei nahezu 30 Prozent.

Leichte Verlangsamung der Rezession

Griechenland rechnet einem Zeitungsbericht zufolge in diesem Jahr nur noch mit einem Rückgang seiner Wirtschaftskraft um bis zu 3,8 Prozent. Mit dieser Zahl stünde das angeschlagene Euro-Land besser da als von seinen internationalen Geldgebern erwartet, die bisher von einem Minus von 4,2 Prozent ausgehen.

Wachstum für 2014 angepeilt

Die Zeitung „Naftemporiki“ berichtete am Donnerstag weiter, das Athener Finanzministerium peile zudem im kommenden Jahr ein Wachstum von über 0,6 Prozent an – ebenfalls mehr als angenommen. Die Regierung wolle ihre neuen Schätzungen den Kontrolleuren von Europäischer Union (EU), Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) vorlegen, die am 22. September in Athen erwartet werden.

Massenproblem Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit in Griechenland ist trotz erster Anzeichen einer wirtschaftlichen Besserung weiter gestiegen. Im Juni waren in dem Krisenstaat mehr als 1,4 Mio. Menschen arbeitslos – bei 3,6 Mio. Menschen mit Arbeit, wie die nationale Statistikbehörde am Donnerstag mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg damit auf 27,9 Prozent – das waren 0,3 Prozentpunkte mehr als im Mai. Aktuellere Zahlen als Juni gibt es nicht.
Binnen eines Jahres verloren laut Statistik 174.000 Griechen ihren Arbeitsplatz. Im Vergleich zum Mai waren es im Juni 20.000 mehr. Betroffen sind vor allem junge Leute und Frauen. Bei den 15- bis 24-Jährigen betrug die Arbeitslosenquote 58,8 Prozent, bei den Frauen 31,9 Prozent.

Sechstes Rezessionsjahr

Die Wirtschaft des Mittelmeerlandes steckt derzeit in seinem sechsten Rezessionsjahr in Folge. Einen ersten Lichtblick gab es aber im zweiten Quartal, als die Wirtschaft mit aufs Jahr hochgerechnet 3,8 Prozent so wenig schrumpfte wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Vor allem das Tourismus-Geschäft brachte Besserung.