Q3-Ergebnis: Risikokosten der Erste Group sinken, Nettogewinn bei 430 Mio. Euro

30. Oktober 2013 Drucken

Die Erste Group hat am Mittwoch für die ersten neun Monate 2013 einen Nettogewinn von 430,3 Mio. Euro gemeldet. Das ist ein Rückgang um 28 Prozent gegenüber dem von Sondereffekten aufgewerteten Vorjahreswert (597,3 Mio. Euro). Die Erste Group hat heuer im Sommer als erste der Großbanken die staatlichen Partizipations-kapitalhilfen getilgt. Niedrige Zinsen senken Überschuss Mit […]

Die Erste Group hat am Mittwoch für die ersten neun Monate 2013 einen Nettogewinn von 430,3 Mio. Euro gemeldet. Das ist ein Rückgang um 28 Prozent gegenüber dem von Sondereffekten aufgewerteten Vorjahreswert (597,3 Mio. Euro). Die Erste Group hat heuer im Sommer als erste der Großbanken die staatlichen Partizipations-kapitalhilfen getilgt.

Niedrige Zinsen senken Überschuss

Mit dem Ergebnis liegt die Bank im Schnitt der Analystenschätzungen. Der Zinsüberschuss ging in 1-9 2013 auf 3.651,6 Mio Euro zurück (1-9 2012: 3.968,9 Mio. Euro). Wesentliche Ursachen dafür waren die verhaltene Kreditnachfrage sowie das niedrige Marktzinsniveau. Höhere Beiträge aus dem Wertpapiergeschäft führten gegenüber 1-9 2012 zu einem Anstieg des Provisionsüberschusses von 1.284,3 Mio auf 1.346,3 Mio Euro sowie des Handelsergebnisses von 191,4 Mio auf 241,0 Mio. Euro.

Betriebserträge sinken leicht

Die Betriebserträge sanken um 3,8 % auf 5.238,9 Mio Euro. Der Verwaltungsaufwand wurde in 1-9 2013 um 2,9% von 2.826,1 Mio  auf  2.743,0 Mio Euro gesenkt. . Daraus resultierte ein Betriebsergebnis von 2.495,9 Mio Euro (1-9 2012:  2.618,5 Mio Euro) und eine Kosten-Ertrags-Relation von 52,4% (nach 51,9% in 1-9 2012).

Risikokosten gehen zurück

Positiv entwickelten sich die Risikokosten, sie sanken in 1-9 2013 um 14,0% auf 1.260,0 Mio bzw. 129 Basispunkte des durchschnittlichen Kundenkreditbestands. Die NPL-Quote (non performing loans) belief sich zum 30. September 2013 aufgrund des Rückganges bei den Kundenkrediten und NPL-Zuflüssen im kommerziellen Immobiliengeschäft auf 9,6% (Ende 2012: 9,2%). Die NPL-Deckungsquote verbesserte sich auf 63,0 % (Ende 2012: 62,6%).

247 Mio. Euro an Banken und Finanzt5ransaktionssteuern

Der sonstige betriebliche Erfolg belief sich auf -578,5 Mio nach  -214,0 Mio Euro in 1-9 2012. Diese Entwicklung ist auf den Wegfall von positiven Einmaleffekten in der Vorjahresperiode sowie negative Einmaleffekte (Verkauf der ukrainischen Tochtergesellschaft, Sondersteuern in Ungarn, Firmenwertabschreibung in Kroatien) in Höhe von 157,4 Mio Euro in 1-9 2013 zurückzuführen. Insgesamt belasteten Banken- und Finanztransaktionssteuern in Österreich, Ungarn und der Slowakei das Ergebnis mit 247,1 Mio Euro (1-9 2012: 173,0 Mio). Die Steuern vom Einkommen profitierten von einem positiven Einmaleffekt im Ausmaß von 127,7 Mio Euro in Rumänien.

Gewinn von 430 Mio. Euro

Der Periodengewinn nach Steuern und Minderheiten lag in 1-9 2013 bei 430,3 Mio Euro nach einem von Einmaleffekten begünstigten Ergebnis von 597,3 Mio Euro im Vorjahr.

Vollständige Rückzahlung des Partizipartionskapitals

Nach der Kapitalerhöhung von 660,6 Mio Euro und der vollständigen Rückzahlung des Partizipationskapitals von 1,76 Mrd Euro beläuft sich das Eigenkapital auf 11,8 Mrd Euro (Ende 2012: 12,9 Mrd Euro). „Die vollständige Rückzahlung des Partizipationskapitals und die erfolgreiche Kapitalerhöhung waren wichtige Meilensteine für die Erste Group . Damit haben wir eine komfortable harte Kernkapitalquote nach Basel 3 von 10,3% erreicht“, erklärte Vorstandsvorsitzender Andres Treichl .

Verringerte Bilanzsumme

Die Bilanzsumme lag per 30. September 2013 bei 207,9 Mrd, Euro der Rückgang seit Jahresbeginn war insbesondere auf das niedrigere Volumen an Vermögenswerten und Bewertungsänderungen zurückzuführen. Die Einlagenbasis blieb mit  122,1 Mrd Euro stabil, während das Kundenkreditvolumen seit Jahresbeginn auf 129,5 Mrd Euro sank. Daher verbesserte sich das Kredit-Einlagen-Verhältnis per 30. September 2013 auf 106,1% (Ende 2012: 107,2%).

Ausblick

Die Erste Group geht von einer leichten Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung in Mittel- und Osteuropa bis zum Jahresende 2013 aus. Mit einem signifikanten Anstieg der Kreditnachfrage wird jedoch für 2013 nicht mehr gerechnet. Die Erste Group prognostiziert daher einen Rückgang des Betriebsergebnisses von bis zu 5% in 2013, da geringere Betriebserträge nur teilweise durch niedrigere Betriebsausgaben ausgeglichen werden. Für die Risikokosten der Erste Group wird ein Rückgang um ungefähr 10 bis 15% im Jahr 2013 erwartet, was hauptsächlich auf die erwartete Verbesserung der Risikosituation in Rumänien zurückzuführen ist. Dieser Ausblick berücksichtigt keine negativen Auswirkungen potentieller Unterstützungsprogramme für Fremdwährungskreditnehmer in Ungarn. Erwartungsgemäß werden die Bankensteuern (ohne Berücksichtigung der Transaktionssteuern) in Österreich, der Slowakei und Ungarn in Höhe von ungefähr  260 Mio vor Steuern Euro (ungefähr  200 Mio Euro nach Steuern) das Nettoergebnis in 2013 weiterhin belasten. Die Erste Group geht weiterhin davon aus, dass das rumänische Privatkunden- und KMU Sub-Segment für das Geschäftsjahr 2013 in die Gewinnzone zurückkehren wird.

 

Mehr zum Thema: