Vertrauensindex: Heimische Unternehmer glauben verstärkt an Krisenende

27. November 2013 Drucken

Österreichische Unternehmer schauen trotz nahezu unveränderter Geschäftslage wieder optimistischer in die Zukunft, heißt es im aktuellen „Vertrauensindex“ von Ernst&Young. China gilt dabei als attraktivster Weltmarkt. Die USA rangieren hingegen an letzter Stelle  Die starke Alterung der Bevölkerung fangt an, Sorgen zu machen. Zuversicht trotz unveränderten Umfelds Seit April hat sich die Geschäftslage der österreichischen Betriebe kaum […]

Die heimischen Unternehmer setzten verstärkt auf Märkte in den Schwellenländern. USA hat an Attraktivität stark verloren. | © Infineon Villach/FEEI

Die heimischen Unternehmer setzen verstärkt auf Märkte in den Schwellenländern. USA hat an Attraktivität stark verloren. | © Infineon Villach/FEEI

Österreichische Unternehmer schauen trotz nahezu unveränderter Geschäftslage wieder optimistischer in die Zukunft, heißt es im aktuellen „Vertrauensindex“ von Ernst&Young. China gilt dabei als attraktivster Weltmarkt. Die USA rangieren hingegen an letzter Stelle  Die starke Alterung der Bevölkerung fangt an, Sorgen zu machen.

Zuversicht trotz unveränderten Umfelds

Seit April hat sich die Geschäftslage der österreichischen Betriebe kaum verändert: Weiterhin beurteilen nur etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen (55 Prozent; April 2013: 54 Prozent) ihre Geschäftslage als positiv. Dennoch verlieren die heimischen Unternehmer nicht den Optimismus. Jedes zweite Unternehmen (50 Prozent) rechnet damit, dass sich seine Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten verbessern wird. Chancen sehen die Manager vorwiegend im technologischen Fortschritt, in einer baldigen Erholung der österreichischen Wirtschaft und in der Globalisierung. Vor allem China sehen sie weiterhin als rasant wachsenden Markt. Sorgen bereiten den Geschäftstreibenden hingegen die zunehmende Bevölkerungsalterung sowie die hohen Energiepreise. Das sind Ergebnisse des aktuellen „Vertrauensindex“ des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY. Für die halbjährlich durchgeführte Studie wurden im Oktober 2013 200 österreichische Unternehmen telefonisch befragt.

Wirtschaftsaufschwung für heimische Unternehmen noch kaum spürbar

Die Weltwirtschaft und auch die österreichische Wirtschaft haben in den letzten Monaten etwas Rückenwind bekommen. Das bestätigen auch die österreichischen Unternehmer. Obwohl die globale Wirtschaftslage immer noch vorwiegend skeptisch beurteilt wird (37 Prozent der Befragten bewerten sie als negativ), gewinnt der Wirtschaftsoptimismus langsam wieder an Fahrt: Während noch im April nur 9 Prozent der Unternehmen die Weltwirtschaft positiv eingeschätzt haben, waren es im Oktober bereits 27 Prozent. Auch die Konjunktur in Österreich wird zuversichtlicher bewertet, 33 Prozent der Unternehmen bewerten die aktuelle Lage der österreichischen Wirtschaft positiv (April 2013: 25 Prozent). Auf die eigenen Geschäfte scheint diese Einschätzung wenig Einfluss zu haben. Nach Angabe der Befragten ist ihre aktuelle Geschäftslage seit April praktisch unverändert geblieben. Immerhin jedes zweite Unternehmen (50 Prozent) rechnet aber damit, dass sich seine Geschäfte im nächsten halben Jahr verbessern werden.

Manager setzen vermehrt Hoffnung auf Expansion nach China

Für die Zukunft liegt die Hoffnung der österreichischen Unternehmen vor allem auf technologischem Fortschritt und auf der Erholung der heimischen Wirtschaft. Gleichzeitig werden Globalisierung und Wirtschaftsboom in den Schwellenländern immer stärker als Chance gesehen. Als fruchtbarsten Boden für gute Geschäfte betrachten die heimischen Manager China. Osteuropa und Nordamerika – die vormals klassischen Expansionsmärkte für österreichische Unternehmen – belegen hingegen die hintersten Ränge im Ranking.

Demografische Alterung und Staatsverschuldung gewinnen an Brisanz

Kopfzerbrechen bereitet den heimischen Managern die Alterung der österreichischen Bevölkerung: Zwei von drei Befragten zeigen sich darüber besorgt. Das sind um 20 Prozentpunkte mehr als noch im April. Auffallend ist, dass dieser Aspekt so massiv und rasch in den Vordergrund rückt. Aber auch die Staatsverschuldung bereitet den Managern wieder mehr Sorgen.

Euro-Krise wird wieder stärker als Bedrohung für Unternehmen wahrgenommen

Obwohl die wahrgenommene Gefährdung der heimischen Wirtschaft durch die Euro-Krise etwas zurückgegangen ist, glauben immer noch mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent), dass die Schuldenkrise negative Auswirkungen auf Österreichs Konjunktur haben könnte. Ganze 76 Prozent sehen darin sogar eine Bedrohung für das eigene Unternehmen – im April lag dieser Wert noch bei 69 Prozent. Gleichzeitig glauben nur vier von zehn Befragten (42 Prozent) an die Lösung der Krise. Der Fortbestand des Euro wird hingegen kaum mehr angezweifelt. Beinahe drei von vier Managern (72 Prozent) gehen davon aus, dass die Währung mittelfristig weiterexistieren wird.