
Die erste staatlich geförderte Zukunftsvorsorge-Fonds reift ab: Der Fonds stieg in 10 Jahren um 71 %. |© seidenrauxel/pixelio.de
Wien (APA) Mit Jahresende 2013 laufen die im Jahr 2003 aufgelegten staatlich geförderten Zukunfts-vorsorge-Fonds aus. Sie mussten mindestens zehn Jahre gehalten werden. Betroffene Kunden werden in den nächsten Tagen von ihren Banken verständig werden. Sie können zwischen drei Ausstiegs-varianten wählen: Verrentung, weitere Veranlagung oder „steuerschädliche“ Auszahlung.
Espa Vorsorge Classic/03 läuft aus
Bei der Erste Sparinvest (Espa), der Kapitalanlagegesellschaft (KAG) der Erste Bank, läuft mit Jahresende der Espa Vorsorge Classic/03 aus. Er wurde Anfang April 2003 aufgelegt. Bis 2009 folgten fünf weitere Fonds, die den gesetzlichen Vorschriften für staatlich geförderte Zukunftsvorsorgefonds entsprachen. Sie werden in den kommenden Jahren auslaufen.
Börsen-Crash brachte den Aktienanteil auf Null
Beim Espa Vorsorge Classic/03 handelt es sich um einen gemischten Fonds, der bis zur Finanzkrise 2008 noch bis zu 30 Prozent in Aktien investiert war. Durch den Einbruch der Finanzmärkte wurde – wie bei vielen anderen Zukunftsvorsorgefonds – die Garantie schlagend und der Aktienanteil daraufhin auf Null gestellt. In diesen letzten fünf Jahren hat der Fonds jährlich auch nur mehr 0,42 Prozent an Wert gewonnen. Der Fonds konnte während seiner gesamten Laufzeit dennoch 71 Prozent dazugewinnen, was einer durchschnittlichen jährlichen Brutto-Verzinsung von 5,23 Prozent entspricht. Das Fondsvermögen macht derzeit knapp 62 Mio. Euro aus.
Auszahlung ab 21. April
Die Espa selbst hat die Verwaltung des Fonds per Ende März 2014 bei der FMA angemeldet. Danach wird die als Depotbank fungierende Erste Group Bank per 1. April mit der Abwicklung des Fonds beginnen. Die Auszahlung der Abwicklungserlöse ist ab 21. April 2014 geplant.
Mehrer Verwendungsmöglichkeiten
Für den Inhaber des Zukunftsvorsorge-Fonds gibt es drei Möglichkeiten: Wenn er bereits das 40. Lebensjahr erreicht hat, kann er sich seinen Anteil auf Lebenszeit in Form einer Privatpension auszahlen lassen. Als zweite Möglichkeit kann er die Beträge steuerfreie in andere Zukunftsvorsorge-Produkte wiederveranlagen. Als dritte Möglichkeit steht ihm die Auszahlung offen. In diesem Fall muss allerdings die Hälfte der erhaltenen staatlichen Prämien zurückgezahlt werden, und die während der Laufzeit zustande gekommenen Erträge müssen mit 25 Prozent Kapitalertragssteuer (KESt) versteuert werden.
Kapitalgarantie erfüllt
Die Kapitalgarantie habe trotz der geringeren Erträge gehalten, betonte Espa-Sprecher Dieter Kaufmann gegenüber der APA. Den Kunden seien keine Verluste entstanden. Vielmehr hätte durch die Kapitalgarantie die Hälfte der bis 2007 angesammelten Gewinne gerettet werden können.