Schiefergas: EU nimmt Prognosen für europäische Vorkommen zurück

10. Januar 2014 Drucken

Brüssel (APA) Die EU-Kommission hat ihre Schätzung für das Förderpotenzial von Schiefergas gesenkt. Wurde 2011 in der EU noch mit einem Volumen von 15,8 Billionen Kubikmetern förderfähigem Schiefergas gerechnet, waren es 2013 nur noch 13,3 Billionen, geht aus einem internen Papier der EU-Kommission hervor, das der dpa vorliegt. Die Kommission bezieht sich auf Angaben einer […]

Europa bleibt bei Schiefergas zurückhaltend. EU schraubt Förderpotential zurück. © APA

Europa bleibt bei Schiefergas zurückhaltend. EU schraubt Förderpotential zurück. | © APA

Brüssel (APA) Die EU-Kommission hat ihre Schätzung für das Förderpotenzial von Schiefergas gesenkt. Wurde 2011 in der EU noch mit einem Volumen von 15,8 Billionen Kubikmetern förderfähigem Schiefergas gerechnet, waren es 2013 nur noch 13,3 Billionen, geht aus einem internen Papier der EU-Kommission hervor, das der dpa vorliegt. Die Kommission bezieht sich auf Angaben einer US-Behörde.

Überbordender Optimismus wird abgelegt

Schiefergas ist eine in Europa noch weitgehend unerschlossene Energiequelle. Beim Abbau wird das Gas mit Hilfe einer chemikalienhältigen Flüssigkeit aus tiefen Gesteinsschichten gelöst – eine Methode, die Umweltschützer aus Sorge um das Grundwasser kritisieren. Für Deutschland schätzt die EU-Kommission das Förderpotenzial nun höher ein: Statt 0,2 Billionen Kubikmeter, wie noch 2011 vermutet, sollen es 0,5 Billionen Kubikmeter sein.

Polen mit großen Reserven

Verglichen mit anderen EU-Staaten ist das wenig: In Polen könnten den Angaben zufolge schätzungsweise 4,2 Billionen Kubikmeter von dem Gas gefördert werden, in Frankreich 3,9 Billionen Kubikmeter. Die Autoren des Papiers betonen, dass die für die Förderung relevanten Informationen „eher ungenügend und ziemlich unsicher“ seien. Es sei nicht zu erwarten, dass in Europa ähnliche Mengen zu vergleichbar niedrigen Kosten gefördert werden könnten wie in den USA.