NEWSROOM-Wissen: Wie werden Krankentage im Urlaub geregelt?

10. Januar 2014 Drucken

Krankheitstage von Mitarbeitern während deren Urlaub erfordern spezielle Berücksichtigung in den laufenden Lohn- und Gehaltsabrechnungen, wie die Steuerberatung LBG Österreich in ihrem Newsletter Aufmerksam macht. Eine eigenmächtige Verlängerung des Urlaubs durch den Arbeitnehmer ist nicht möglich. Meldepflicht des Arbeitnehmers Ein Angestellter befindet sich 2 Wochen im Urlaub und teilt nach 4 Tagen mit, dass er […]

wann gibt es Urlaubsunterbechung

Krank im Urlaub: Bei mehr als dreitägiger Dauer gilt der Urlaub als unterbrochen. © Dieter Schütz/pixelio.de

Krankheitstage von Mitarbeitern während deren Urlaub erfordern spezielle Berücksichtigung in den laufenden Lohn- und Gehaltsabrechnungen, wie die Steuerberatung LBG Österreich in ihrem Newsletter Aufmerksam macht. Eine eigenmächtige Verlängerung des Urlaubs durch den Arbeitnehmer ist nicht möglich.

Meldepflicht des Arbeitnehmers
Ein Angestellter befindet sich 2 Wochen im Urlaub und teilt nach 4 Tagen mit, dass er erkrankt ist. Mit der Meldung hat der Arbeitnehmer einen wesentlichen Schritt gesetzt: . Er ist dazu nach dreitägiger Krankheitsdauer verpflichtet, sofern ihm dies zumutbar und möglich ist. Unterlässt der Arbeitnehmer diese Meldung an den Arbeitgeber, so kommt es zu keiner Unterbrechung des Urlaubes.

Urlaubsunterbrechung bei mehr als dreitägiger Krankheit
Der Urlaub gilt dann als unterbrochen, wenn die Erkrankung während des Urlaubes eingetreten ist, länger als 3 Kalendertage dauert und gemeldet wird. Eine Erkrankung bis zu 3 Kalendertagen geht zu Lasten des Arbeitnehmers. Hier erfolgt keine Unterbrechung des Urlaubes. Es kommt somit zum vereinbarten Urlaubsverbrauch. Hat der Arbeitnehmer nach dreitägiger Krankheitsdauer keine Meldung an den Arbeitgeber erstattet, so kommt es auch hier zu keiner Unterbrechung des Urlaubes und damit zum Urlaubsverbrauch.

Regelung für Angestellte und Arbeiter 
Das Urlaubsgesetz gilt sowohl für Angestellte als auch für Arbeiter. Auch Arbeiter haben Anspruch auf krankheitsbedingte Urlaubsunterbrechung bei mehr als 3 Tage dauernder Erkrankung.

Entgeltfortzahlung wie bei Krankenstand
Für die Dauer der Erkrankung hat der Arbeitnehmer auch bei Urlaubsunterbrechung gesetzlichen Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wie in jedem anderen Krankheitsfalle auch. Das bedeutet, je nach Ursache für den Krankenstand und unter Berücksichtigung der jeweiligen Umstände (zB Dauer des Arbeitsverhältnisses) ist das Entgelt im Krankheitsfall für bis zu 16 Wochen (in den letzten 4 Wochen steht nur das halbe Entgelt zu) weiterzuzahlen. Danach übernimmt die zuständige Krankenkasse die Bezahlung in Form des Krankengeldes.

Vorlage von Arztzeugnis
Der Arbeitnehmer muss bei Wiederantritt dem Arbeitgeber unverzüglich ein ärztliches Zeugnis oder eine Bestätigung des Krankenversicherungsträgers vorlegen. Bei einer Erkrankung im Ausland muss neben dem ärztlichen Zeugnis auch eine Bestätigung darüber, dass das Zeugnis von einem zugelassenen Arzt ausgestellt wurde, vorgelegt werden.

Keine eigenmächtige Verlängerung des Urlaubs
Nein, dieses Recht steht dem Arbeitnehmer nicht zu. Die Festlegung des Urlaubsverbrauches (Dauer, Beginn und Ende) hat stets durch Vereinbarung zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer zu erfolgen.

 

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