Lebensmittelindustrie steigert Produktionsvolumen auf über 8 Milliarden Euro

24. Januar 2014 Drucken

Im Jahr 2013 konnte die österreichische Lebensmittelindustrie trotz schwieriger Rahmenbedingungen erstmals die 8-Milliarden-Schallmauer beim Produktionsvolumen durchbrechen. Auch im Export setzte sich 2013 der Aufwärtstrend von österreichischen Erzeugnissen der Lebensmittelindustrie fort. Zuwächse um +5,5 % bzw. +285 Mio. Euro auf fast 5,5 Mrd. Euro sind auf vielen Exportmärkten Grundlage für eine optimistische Jahresbilanz. Damit zählt die […]

Heimische Lebensmittelindustrie behauptet sich bei Exporten. |© Gabi Schoenemann / pixelio.de

Heimische Lebensmittelindustrie behauptet sich bei Exporten. |© Gabi Schoenemann / pixelio.de

Im Jahr 2013 konnte die österreichische Lebensmittelindustrie trotz schwieriger Rahmenbedingungen erstmals die 8-Milliarden-Schallmauer beim Produktionsvolumen durchbrechen. Auch im Export setzte sich 2013 der Aufwärtstrend von österreichischen Erzeugnissen der Lebensmittelindustrie fort. Zuwächse um +5,5 % bzw. +285 Mio. Euro auf fast 5,5 Mrd. Euro sind auf vielen Exportmärkten Grundlage für eine optimistische Jahresbilanz. Damit zählt die Lebensmittelindustrie zu Österreichs wichtigsten Industriezweigen. Konkret: Die rund 200 Unternehmen der österreichischen Lebensmittelindustrie erwirtschafteten im Jahr 2013 ein Produktionsvolumen in Höhe von 8,1 Mrd. Euro (+3,5 % gegenüber 2012).

Export von Beginn an wichtiges Standbein

Seit dem EU-Beitritt Österreichs konnten die Exporte von Erzeugnissen der Lebensmittelindustrie um 470 % gesteigert werden (von 959 Mio. auf 5,5 Mrd. Euro). Die gesamte Wirtschaft Österreichs konnte in diesem Zeitraum ihre Exportleistung um „nur“ 196 % erhöhen. Die Steigerung der Exportquote der österreichischen Lebensmittelindustrie von knapp 17 % im Jahr 1995 auf derzeit deutlich über 60 % unterstreicht die Leistung dieser Branche. Bereits zwei von insgesamt drei Erzeugnissen der österreichischen Lebensmittelindustrie werden auf 180 Exportmärkten umgesetzt.

80 % der Exporte gehen in die EU

Obwohl der Wettbewerbsdruck auf vielen Auslandsmärkten hoch ist, sind Rückgänge durch die Finanzkrise 2012 großteils überwunden. Denn: Die Exporte der österreichischen Lebensmittelindustrie konnten auf dem EU-Markt im Jahr 2013 um 7,3 % auf 4,4 Mrd. Euro deutlich zulegen. In der EU werden pro Jahr 80 % der österreichischen Lebensmittelexporte abgesetzt. Zu den „Exportkaisern“ der Lebensmittelindustrie zählen neben Energy-Drinks, Limonaden und Eistees weiterhin Süßwaren, Feinbackwaren und Spezialitäten der österreichischen Mehlspeisküche. Auch Käse, Fruchtsäfte, Joghurts, Wurst- und Fleischzubereitungen sind im Ausland beliebt – vor allem bei den deutschen Konsumentinnen und Konsumenten. Deutschland steht als Zielmarkt mit einem prognostizierten Exportvolumen von 1,842 Mrd. Euro (+8,0 %) im Jahr 2013 unangefochten an erster Stelle im Länderranking. Auf den weiteren Plätzen folgen die USA, Italien, die Schweiz und Ungarn.

Weitere Dynamisierung des Exports

Der Export ist und bleibt mehr denn je Wachstumstreiber und Jobgarant für Österreich als Produktions- und Exportstandort von Lebensmitteln und Getränken. Die Exportoffensiven des Wirtschafts- und Landwirtschaftsministeriums sowie der Außenwirtschaft der WKÖ sollten daher im Interesse aller österreichischen Exporteure in der bewährten Qualität fortgesetzt und gleichzeitig ausgebaut werden.

Lebensmitteleinzelhandel im Kampf um Marktanteile

Der Konzentrationsprozess im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) hält weiterhin ungebrochen an. Die drei größten Handelsunternehmen in Österreich (Rewe/Billa, Spar, Hofer) halten derzeit einen Marktanteil von rund 85 %. Diese Handelskonzentration ist eine der höchsten in Europa. Auch der Anteil an Eigenmarken des LEH steigt laufend weiter an, was von der Lebensmittelwirtschaft mit großer Sorge verfolgt wird. Schließlich verlieren heimische Hersteller durch Eigenmarken des Handels ihr Gesicht und Regalfläche im LEH und geraten zunehmend unter Druck, durch ausländische Hersteller ersetzt zu werden.

Rohstoff-, Energie- und Transportkosten bereiten Sorge

Zusätzlich bedeuten steigende Rohstoff-, Energie- und Transportkosten große Herausforderungen für die Lebensmittelbranche. Klimawandel und Wetterkapriolen, globale Warenströme, internationale Mengen- und Preisschwankungen (z.T. durch Spekulationen) geben Anlass zur Sorge. Eine Entspannung bei Rohwarenpreisen ist langfristig nicht in Sicht. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen daher auch in Zukunft mit moderaten Preissteigerungen bei Lebensmitteln rechnen. Infolge des harten Wettbewerbs sinkt der Anteil von Lebensmitteln und alkoholfreien Getränken an den monatlichen Verbrauchsausgaben der österreichischen Haushalte. Lag der Wert lange bei 12 %, ist er nach Berechnungen von Eurostat für das Jahr 2011 bereits unter 10 % gefallen, während er in Deutschland bei 11,5 % lag.

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