Europäische Textilbranche zeigt sich reißfest

29. Januar 2014 Drucken

Die Textilbranche steht in den drei von von Kreditversicherer  Coface betrachteten Regionen – Emerging Asia, Nordamerika und EU-15 – auf „mittlerem“ Risiko. Die Branche zeigt sich aber immer noch ohne große Wachstumsdynamik . Textilbranche in Europa robust, aber ohne Dynamik In Europa ist die Branche zwar relativ robust, aber auch hier leidet die Bekleidungsindustrie unter […]

Die europäische Textilienbranche hat die Krise relativ unbeschadet überstanden. Es fehlt aber an Wachstumsdynamik. |© Rolf Handke/pixelio.de

Die europäische Textilienbranche hat die Krise relativ gut überstanden. Es fehlt aber an Wachstumsdynamik. |© Rolf Handke/pixelio.de

Die Textilbranche steht in den drei von von Kreditversicherer  Coface betrachteten Regionen – Emerging Asia, Nordamerika und EU-15 – auf „mittlerem“ Risiko. Die Branche zeigt sich aber immer noch ohne große Wachstumsdynamik .

Textilbranche in Europa robust, aber ohne Dynamik

In Europa ist die Branche zwar relativ robust, aber auch hier leidet die Bekleidungsindustrie unter nachlassendem Konsum. Die Situation in Frankreich unterstreicht indes die wieder bessere Lage der Branche: Seit 2009 hat sich die Anzahl der Insolvenzen annähernd halbiert, während sie insgesamt, für alle Branchen und Unternehmen betrachtet, auf einem Allzeithoch verharrt. Ende Oktober 2013 kamen von 62.431 Insolvenzen in Frankreich nur 83 aus der Textilbranche.

 Europäer überleben durch Innovation

Trotz der Billigprodukte aus den Schwellenländern bleibt die Branche in Europa wettbewerbsfähig. Der entscheidende Erfolgsfaktor ist Innovation. Der Überlebenskampf zwang viele Unternehmen, in technische Textilien und generell in Nischenmärkte zu investieren. Die skandinavischen Länder unternahmen als erste den Innovationssprung und strukturierten ihre Textilindustrie neu. Schweden investiert beispielsweise mehr als alle anderen Länder in Europa in Forschung und Entwicklung: 3,4 Prozent des BIP. Zum Vergleich: Frankreich kommt auf 2,3 Prozent, Spanien und Italien investieren etwa 1,5 Prozent in F&E. Schweden bildet zudem Ingenieure so aus, dass sie möglichst schnell den tatsächlichen Anforderungen der Industrie gerecht werden.

Position bleibt angreifbar

Der Innovationsschub zahlt sich aus. Dennoch bleibt offen, ob die Branche in Europa dauerhaft bestehen kann: Preisschwankungen bei Rohstoffen, die Notwendigkeit, Innovation zu finanzieren, und der Wettbewerbsdruck aus den Emerging Countries, die zudem auch zu höherwertigen Produkten übergehen, sind sicherlich große Herausforderungen. Die Innovationskraft, die der Branche zu ihrem Comeback verhalf, darf nicht nachlassen, soll der Aufschwung in der europäischen Textilbranche anhalten. Die wichtigste Fähigkeit ist dabei, verschiedene Märkte bedienen zu könne

Zum Coface Risiko-Indikator:

Der Coface Risiko-Indikator basiert auf den Veränderungen von Finanzdaten von über 6.000 börsennotierten Unternehmen in Emerging Asia, Nordamerika und der EU (EU-15). Erfasst werden Umsatz, Rendite, Nettoverschuldung, Cashflow sowie Schäden in der Kreditversicherung. Der Index umfasst vier Risikokategorien: gering, mittel, hoch und sehr hoch.