Forschungs- und Technologiebericht 2013: Unternehmen steigern Innovationsbemühungen

23. Februar 2014 Drucken

Wie die Statistik Austria in ihrer aktuellen Globalschätzung prognostizierte, werden die gesamten Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Österreich 2013 um 2,9 % steigen und einen Rekordwert von voraussichtlich 8,96 Milliarden Euro erreichen. Die Forschungsquote als Prozentanteil am Bruttoinlandsprodukt, das zuletzt wieder merklich angestiegen ist, beträgt voraussichtlich 2,81 %. Damit liegt Österreich im internationalen Vergleich […]

Forschungs- und Technologiebericht 2013

Die heimischen F&E-Ausgaben blieben in der Krise auf einem hohen Niveau. © Uwe Bergeest/pixelio.de

Wie die Statistik Austria in ihrer aktuellen Globalschätzung prognostizierte, werden die gesamten Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Österreich 2013 um 2,9 % steigen und einen Rekordwert von voraussichtlich 8,96 Milliarden Euro erreichen. Die Forschungsquote als Prozentanteil am Bruttoinlandsprodukt, das zuletzt wieder merklich angestiegen ist, beträgt voraussichtlich 2,81 %. Damit liegt Österreich im internationalen Vergleich deutlich über dem EU Durchschnitt von 2,03 % und weist innerhalb der EU-27 die fünfthöchste Forschungsquote auf, wie das bmvit informiert. 

Unternehmen und Bund investieren stark
Der Bund hat seine Forschungsinvestitionen während der Wirtschaftskrise antizyklisch erhöht und 2012 seine F&E-Investitionen gegenüber 2011 um 14,2 % angehoben. 2013 werden auch die Investitionen in Forschung und Entwicklung von Seiten der Unternehmen wieder leicht steigen und mit einem prognostizierten dreiprozentigen Wachstum rund 3,93 Milliarden Euro betragen werden. Rechnet man die Auslandsfinanzierung von rund 1,3 Milliarden Euro, die zum überwiegenden Teil von ausländischen Unternehmen an österreichische Tochterfirmen fließt, den Unternehmen hinzu,  wird hier ein Anteil von rund 59 % an der gesamten F&E-Finanzierung erreicht. Die F&E-Ausgaben des Bundes werden um 2,8 % auf einen neuen Höchstwert von 3,09 Milliarden Euro steigen. Der gesamte öffentliche Sektor wird rd. 41 % der F&E Ausgaben finanzieren.

Österreich hat seine Innovationsanstrengungen deutlich gesteigert © bmvit

Leitplan heimischer Innovationspolitik
Der Forschungs- und Technologiebericht 2013 des bmvit  fasst zusammen, welche Schritte 2012 gesetzt wurden, um das von der Bundesregierung festgelegte Ziel zu erreichen, bis 2020 zu einem der innovativsten Länder der EU zu zählen. Dazu gehören die im n Bericht behandelten Themen der Schaffung neuer wichtiger Governance- und Finanzierungsinstrumente für die österreichischen Hochschulen durch den Hochschulplan, der Implementierung einer kapazitätsorientierten, auf Studierende bezogenen Universitätsfinanzierung, der Abstimmung bei der Profil- und Schwerpunktsetzung im BereichF&E, der Erstellung eines Forschungsinfrastrukturplans sowie der Restrukturierungsprozesse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Ein weiteres Thema, das national und international immer bedeutender wird, ist das Publizieren wissenschaftlicher Ergebnisse im Internet (Open access). Es wird im Bericht umfassend präsentiert, die Vor- und Nachteile werden analysiert sowie unterschiedliche Strategien im Umgang mit Open Access vorgestellt.

Reindustrialisierung Europas
Ein weiteres wichtiges Schwerpunktthema im aktuellen Bericht ist die Rolle der Industrie im Innovationssystem. Die weltweite Wirtschafts und Finanzkrise hat zu einer Neubeurteilung wirtschaftspolitischer Optionen und des Strukturwandels geführt, und der Beitrag der Industrie für Innovationen, Exporte und Beschäftigung steht erneut im Zentrum wirtschaftspolitischer Diskussionen. Zahlreiche Länder, aber auch die Europäische Kommission verfolgen eine Strategie der Reindustrialisierung. Österreich gehört im internationalen Vergleich zur Gruppe jener Länder mit den höchsten Industrieanteilen gemessen an der gesamten Wertschöpfung. Österreich ist bei den von der Europäischen Union definierten Schlüsseltechnologien gut positioniert. Dies gilt insbesondere auch für das rasch wachsende Segment der Umweltindustrie.

KMU mit besonderer Innovationskraft
Insgesamt zeigt das Innovationsverhalten der  österreichischen Unternehmen, auch der Klein und Mittelbetriebe, ein erfreuliches Bild. Österreich verfügt über ein horizontal ausgerichtetes Fördersystem, das bewirkt, dass die Unterschiede zwischen KMU und Großunternehmen im Innovationsverhalten geringer sind als in den meisten anderen hoch entwickelten europäischen Industrieländern. Der Anteil innovierender Unternehmenliegt in Österreich deutlich über dem Schnitt der EU-27, wobei die Innovatorenquote in allen Branchen hoch ist.

 

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