Erste Group präsentiert Bilanz 2013

04. März 2014 Drucken

Die Erste Group erzielte 2013 einen Nettogewinn von EUR 61,0 Mio und verbessert seine Kapitalquoten. Die Risikokosten für das Ostgeschäft konnten im Vorjahr durch die verbesserte CEE-Konjunktur deutlich verringert werden. Nach der Kapiitalerhöhunge zahlte die Erste Group als erste Bank das Partizipationskapital des Staates zur Gänze zurück.  Gesenkte Risikokosten Zentral-und Osteuropa entwickelte sich in 2013 […]

Erste Group-chef Andreas Treichl vor Journalisten. |© Erste Group/ Andi Bruckner

Erste Group-Chef Andreas Treichl  mit Journalisten im Anschluss an die Bilanz-PK. |© Erste Group/ Andi Bruckner

Die Erste Group erzielte 2013 einen Nettogewinn von EUR 61,0 Mio und verbessert seine Kapitalquoten. Die Risikokosten für das Ostgeschäft konnten im Vorjahr durch die verbesserte CEE-Konjunktur deutlich verringert werden. Nach der Kapiitalerhöhunge zahlte die Erste Group als erste Bank das Partizipationskapital des Staates zur Gänze zurück. 

Gesenkte Risikokosten

Zentral-und Osteuropa entwickelte sich in 2013 wirtschaftlich besser, als von vielen Skeptikern erwartet. Das hat sich positiv auf die Risikokosten der Erste Group ausgewirkt – insbesondere in Rumänien. Eine spürbare Belebung der Kreditnachfrage war jedoch nicht zu verzeichnen, hieß es auf der Bilanzpressekonferenz der Erste Group zum Jahr 2013. Der Nettogewinn von EUR 61 Mio ist in Zusammenhang mit der im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren Unternehmensteuer sowie belastenden Sondereffekten – allein Banken- und Transaktionssteuern in Österreich, Ungarn und der Slowakei, Firmenwertabschreibungen sowie der Ausstieg aus der Ukraine beliefen sich auf nahezu EUR 770 Mio – zu sehen. Durch eine Kapitalerhöhung im Jahr 2013 konnte die Erste Bank als erste österreichische Bank das von Staat und privaten Investoren zur Verfügung gestellte Partizipationskapital vollständig zurückzahlen. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, eine Dividende von EUR 0,2 pro Aktie auszuzahlen.

Die Kennzahlen im Überblick:

  • Der Zinsüberschuss ging in 2013 auf EUR 4.858,1 Mio zurück (2012: EUR 5.235,3 Mio), was im Wesentlichen auf die verhaltene Kreditnachfrage sowie das niedrige Marktzinsniveau zurückzuführen war. Höhere Beiträge aus dem Wertpapiergeschäft führten gegenüber 2012 zu einem Anstieg desProvisionsüberschusses von EUR 1.720,8 Mio auf EUR 1.810,0 Mio sowie desHandelsergebnisses von EUR 273,4 Mio auf EUR 293,2 Mio.
  • Die Betriebserträge beliefen sich auf EUR 6.961,3 Mio (-3,7% gegenüber 2012: EUR 7.229,5 Mio). Striktes Kostenmanagement führte in 2013 zu einer Senkung des Verwaltungsaufwands um 2,7% von EUR 3.756,7 Mio aufEUR 3.653,5 Mio. Daraus resultierte ein Betriebsergebnis von EUR 3.307,9 Mio(-4,7% gegenüber 2012: EUR 3.472,8 Mio) und eine fast konstante Kosten-Ertrags-Relation von 52,5% (2012: 52,0%).
  • Positiv entwickelten sich die Risikokosten, sie sanken um 10,9% auf EUR 1.763,4 Mio bzw. 136 Basispunkte des durchschnittlichen Kundenkreditbestands (2012: EUR 1.980,0 Mio bzw. 148 Basispunkte) insbesondere aufgrund des deutlichen Rückganges der Risikokosten in Rumänien.
    Die NPL-Quote blieb im zweiten Halbjahr stabil und lag zum 31. Dezember 2013 bei 9,6% (Ende 2012: 9,2%) obwohl die Bruttokundenkredite zurückgingen. Die NPL-Deckungsquote verbesserte sich auf 63,1% (Ende 2012: 62,6%).
  • Der sonstige betriebliche Erfolg belief sich auf EUR -1.081,9 Mio (2012: EUR -724,3 Mio). Der Rückgang um EUR 357,6 Mio war im Wesentlichen auf den Wegfall eines positiven Einmaleffekts von EUR 413,2 Mio aus dem Rückkauf von Tier 1- und Tier 2-Instrumenten in 2012 zurückzuführen. Negativ wirkten sich in 2013 neben dem Verkauf der ukrainischen Tochtergesellschaft (EUR 76,6 Mio) Firmenwertabschreibungen von insgesamt EUR 383,0 Mio aus, wobei EUR 283,2 Mio auf Rumänien und EUR 52,2 Mio auf Kroatien entfielen. Darüber hinaus belasteten Banken- und Transaktionssteuern in Österreich, Ungarn und der Slowakei das Ergebnis mit EUR 311,0 Mio (2012: EUR 244,0 Mio).
  • Die Steuerquote erhöhte sich deutlich, da in der österreichischen Steuergruppe 2013 nur in einem verhältnismäßig geringen Ausmaß latente Steuern aktiviert wurden. Dieser Umstand beeinträchtigte den Jahresgewinn der Erste Group ebenfalls, der Jahresgewinn nach Steuern und Minderheitenbelief sich auf EUR 61,0 Mio. Der Vorstand wird der Hauptversammlung vorschlagen, eine Dividende in Höhe von EUR 0,2 pro Aktie für das Geschäftsjahr 2013 zu zahlen, ebenso die anteilige Dividende auf das Partizipationskapital.
  • Die Kapitalerhöhung von EUR 660,6 Mio und die vollständige Rückzahlung des Partizipationskapitals von EUR 1,76 Mrd wirkten sich auf das Eigenkapital aus, per Ende 2013 lag es bei EUR 11,3 Mrd (Ende 2012: EUR 12,9 Mrd). Das Core Tier 1-Kapital betrug EUR 11,2 Mrd (Ende 2012: EUR 11,8 Mrd). Der Rückgang der risikogewichteten Aktiva um 7,1% auf EUR 97,9 Mrd per 31. Dezember 2013 (Ende 2012: EUR 105,3 Mrd) resultierte im Wesentlichen aus der Ukraine-Dekonsolidierung, dem Rückgang des Kreditvolumens und Währungseffekten. Die Core Tier 1-Quote (Gesamtrisiko; Basel 2.5) verbesserte sich auf 11,4% (Ende 2012: 11,2%), die harte Kernkapitalquote(CET1, Vollanwendung Basel 3) lag bei 10,8%.
  • Die Bilanzsumme belief sich per 31. Dezember 2013 auf EUR 199,9 Mrd. Die Abnahme um 6,5% seit Jahresbeginn war insbesondere auf Rückgänge von Handelsaktiva und Derivaten (-23,0%), finanziellen Vermögenswerten (-7,6%) und im Kundenkreditvolumen (-3,2%) zurückzuführen. Die Kundeneinlagen blieben stabil. Das Kredit-Einlagen-Verhältnis lag zum 31. Dezember 2013 bei104,3% (Ende 2012: 107,2%).