Wien rutscht im Städteranking der globalen Finanzzentren auf Platz 16 ab

22. April 2014 Drucken
Wien rutscht im Städteranking der globalen Finanzzentren auf Platz 16 ab
© Petra Dirscherl/pixelio.de Wien unter den globalen Finanzzentren auf Platz 16

Die beiden größten globalen Finanzzentren New York und London bleiben laut einer Studie von A.T. Kearney weiterhin die Städte mit dem größten weltweiten Einfluss, gefolgt von Paris und Tokio. Wien verschlechtert sich im Vergleich zum Jahr 2012 um drei Plätze und rutscht von Platz 13 auf Platz 16 ab. Wien erhielt vor allem in der Versorgung mit internationalen TV-Kanälen und […]

Als Finanzplatz im globalen Mittelfeld - in puncto Lebensqualität bei den Rankings aber Spitze: Wien | © Petra Dirscherl/pixelio.de

Als Finanzplatz im globalen Mittelfeld – in puncto Lebensqualität bei den Rankings aber Spitze: die österreichische Bundeshauptstadt Wien | © Petra Dirscherl/pixelio.de

Die beiden größten globalen Finanzzentren New York und London bleiben laut einer Studie von A.T. Kearney weiterhin die Städte mit dem größten weltweiten Einfluss, gefolgt von Paris und Tokio. Wien verschlechtert sich im Vergleich zum Jahr 2012 um drei Plätze und rutscht von Platz 13 auf Platz 16 ab. Wien erhielt vor allem in der Versorgung mit internationalen TV-Kanälen und dem nachlassenden Arbeitskräfteangebot im Spitzensegment Punkteabzüge. Im Februar war Wien in Sachen Lebensqualität zum vierten mal in Folge von der US-Beratungsfirma Mercer zum Sieger eines anderen globalen Städterankings gekürt worden.

84 Großstädte wurden gewertet

Unter den ersten 20 Städten des A.T. Kearney-Rankings  finden sich sieben aus Europa (London, Paris, Brüssel, Madrid, Wien, Moskau und Berlin), sieben aus der Region Asien-Pazifik (Tokio, Hong Kong, Peking, Singapur, Seoul, Sydney und Shanghai), und sechs aus Nord- und Südamerika (New York, Los Angeles, Chicago, Washington, Toronto und Buenos Aires).

Die üblichen verdächtigen im Vorderfeld: New York und London vor Paris und Tokio.© ATKearney Global Cities Index/zum Vergrößern anklicken

Die üblichen Verdächtigen im Vorderfeld: New York und London vor Paris und Tokio.© ATKearney Global Cities Index

Für den Index wurden 84 Großstädte auf allen Kontinenten hinsichtlich ihres Globalisierungsgrades untersucht. Grundlage sind 26 Parameter in den fünf Dimensionen wirtschaftliche Aktivität, Humankapital, Zugang zu Informationen, die Wertigkeit des kulturellen Lebens sowie der politische Einfluss. Anders als andere Rankings bietet der Index ein ganzheitliches Bild sämtlicher Faktoren, die darüber entscheiden, wie Städte globales Kapital, Menschen und Ideen anziehen und halten. Er ist eine wichtige Informationsquelle für Unternehmen, die nach Standorten für regionale Zentralen, Forschungseinrichtungen oder große Betriebsstätten suchen. Auch Bürgermeister und Stadtentwickler können den Studienergebnissen wichtige Erkenntnisse entnehmen, um ihre Investitionsentscheidungen zu optimieren. Dies ist das Ergebnis der Studie „Global Cities Index 2014“, die die Unternehmensberatung A.T. Kearney zum vierten Mal erstellt hat.

Wien rutscht auf Platz 16 ab

Wien verschlechtert sich im Vergleich zum Jahr 2012 um drei Plätze und rutscht von Platz 13 auf Platz 16 ab. Die Ursache dafür liegt vor allem bei einer signifikanten Verschlechterung iim Zugang zu Informationen. Vor allem bei der Kennzahl Zugang zu TV-Nachrichtenkanälen hat Wien besonders schlecht abgeschnitten. Ebenfalls deutlich gesunken ist Wien in der Dimension Humankapital. Auch bei der Anzahl internationaler Studenten haben andere Städte Wien deutlich überholt. Bei anderen Dimensionen ist die Lage nicht so kritisch: einen großen Sprung vorwärts (von Platz 24 auf Platz 12) macht Wien im Bereich kulturelles Leben. Dies ist vor allem Wiens Engagement bei den darstellenden und visuellen Künsten sowie Kooperationen mit Schwesternstädten zuzuschreiben. Auch in der Dimension Wirtschaftliche Aktivität hat Wien aufgeholt und rangiert nun auf Rang 13. Grund dafür ist vor allem die vermehrte Ansiedelung großer globaler Dienstleistungsfirmen. Unter den absoluten Spitzenreitern liegt Wien, wie schon 2012, mit Platz 7 in der Dimension Politisches Engagement. Dies liegt unter anderem an den lokalen Institutionen mit internationaler Ausrichtung.

Überraschung unter den emerging global cities: Addis Ababa schafft es unter die ersten Drei. |  © ATKearney Global Cities Emerging

Überraschung unter den emerging global cities: Addis Ababa schafft es unter die ersten Drei. | © ATKearney Global Cities Emerging

Peking und Istanbul holen weiter auf

Der wichtigste Newcomer unter den zehn globalsten Städten ist Peking, das es von Rang 14 auf Rang 8 geschafft hat und damit erstmals in den Top Ten vertreten ist. Es siedeln dort immer mehr der 500 weltweit größten Unternehmen ihre Zentrale an. Zudem sei in Chinas Hauptstadt nicht nur die Zahl der internationalen Schulen gestiegen, sondern auch die Anzahl der Breitbandanschlüsse und Museen, heißt es in der Studie.
Als erste lateinamerikanische Stadt gelang zudem Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires der Sprung unter die Top 20, was im Wesentlichen am guten Zugang zu Fachkräften und der lebhaften Kulturszene liegt. Neu unter den Top 20 ist auch Shanghai (von 21 auf 18). Deutlich nach oben ging es zudem für Istanbul (von Platz 37 auf 28).

Jakarta ist mächtigste Metropole in Schwellenländern

Neben den Top-Städten bewertet die Studie erstmals auch die Chancen von 34 ausgewählten Metropolen in Schwellenländer. Dieser „Emerging Cities Outlook“ (ECO) gibt Auskunft darüber, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Stadt ihren Globalisierungsgrad in den nächsten 10 bis 20 Jahren verbessert. Die wichtigsten Indikatoren dabei sind wirtschaftliche Aktivität, Zugang zu Fachkräften und Innovation. Spitzenreiter sind: Jakarta, Manila, Addis Abeba, Sao Paulo und Neu Delhi. Einige dieser Städte, vor allem in Asien, dürften in den nächsten 10 bis 20 Jahren zu den Top-Städten aufschließen. In Afrika verzeichnet die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba beträchtliche Fortschritte bei allen wichtigen Indikatoren und belegt den dritten Rang im ECO. Die kenianische Hauptstadt Nairobi hingegen verbesserte sich vor allem bei der wirtschaftlichen Aktivität und liegt an neunter Position.