Tourismusbericht: Wirtschaft verbuchte 2013 trotz steigender Nächtigungszahlen stagnierende Umsätze

27. Mai 2014 Drucken
Tourismusbericht: Wirtschaft verbuchte 2013 trotz steigender Nächtigungszahlen stagnierende Umsätze
© edward groeger/kaernten werbung Tourismusbericht: Massentourismus löst zunehmend Qualitätsurlaub ab

Österreich ist als Urlaubsland begehrt – es kommen immer mehr Touristen. Doch trotz wachsender Gäste- und Nächtigungszahlen im abgelaufenen Jahr stagnierten die Umsätze der Branche, geht aus dem aktuellen Tourismusbericht der Regierung hervor. Die realen Tourismuseinnahmen sanken 2013 gegenüber dem Jahr davor um 0,5 Prozent. Seit 2000 habe sich der Kosten- und Gewinndruck auf die […]

Die durchschnittlich für eine Hotelnacht erzielten Preise sind seit 2012 gesunken - die Nachfrage ist aber gestiegen. | © edward groeger/kaernten werbung.jpg

Die durchschnittlich für eine Hotelnacht erzielten Preise sind seit 2012 gesunken – die Nachfrage ist aber gestiegen. | © edward groeger/kaernten werbung.jpg

Österreich ist als Urlaubsland begehrt – es kommen immer mehr Touristen. Doch trotz wachsender Gäste- und Nächtigungszahlen im abgelaufenen Jahr stagnierten die Umsätze der Branche, geht aus dem aktuellen Tourismusbericht der Regierung hervor. Die realen Tourismuseinnahmen sanken 2013 gegenüber dem Jahr davor um 0,5 Prozent. Seit 2000 habe sich der Kosten- und Gewinndruck auf die Betriebe erhöht. Die durchschnittlich für eine Hotelnacht erzielten Preise seien seit 2012 gesunken – die Nachfrage gestiegen. 

Besucherzahlen wachsen

Die Zahl der Ankünfte erhöhte sich im Vorjahr um 1,2 Prozent auf 36,8 Millionen, die Zahl der Übernachtungen um 1,2 Prozent auf 132,6 Millionen. Es kamen mehr ausländische Urlauber (plus 1,9 Prozent), aber weniger inländische Touristen (minus 0,6 Prozent). Die Auslastung sei mit im Schnitt rund 180 Vollbelegstagen erfreulich gewesen. Die Ertragslage verbesserte sich aber nicht.
Denn die Urlauber schauen mehr aufs Geld: sie gehen kürzer auf Urlaub (die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ging 2013 um 0,6 Prozent zurück), wählen günstigere Unterkünfte und geben bei Restaurantbesuchen und sonstigen Aktivitäten weniger aus. Gleichzeitig nahmen die Energie, Werbe- und Personalkosten in der Tourismusbranche zu.
Die Abschwächung der weltweiten Wirtschaftsleistung und die verhaltenen Prognosen für die nächste Zukunft hätten sich im touristischen Konsumverhalten ausgewirkt, heißt es in dem Bericht weiter. Die Nachfrage nach anspruchsvollen und höherpreisigen Angeboten lasse generell nach. Die Tendenz geht zum Massentourismus.

Wertschöpfung soll verbessert werden

Die Regierung will die Rahmenbedingungen für den Tourismus den Angaben zufolge verbessern, damit die Wertschöpfung steigt. Angestrebt würden beispielsweise niedrigere Lohnnebenkosten, eine vereinfachte Förderabwicklung und Infrastrukturmaßnahmen. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) will das zinsgünstige Kreditangebot über die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) ausbauen, um die Investitionskraft der Betriebe zu erhalten.
Bis 2018 sollen die Nächtigungen auf 140 Millionen zulegen, die Einnahmen durch touristischen Konsum sollen sich bis dahin auf 3 bis 5 Mrd. Euro belaufen, so das Ziel. Investitionen in Qualitätsangebote und Marketinginitiativen der nationalen Tourismusorganisation Österreich Werbung (ÖW) werden forciert, um die Internationalisierung von „Urlaub in Österreich“ voranzutreiben. Eine raschere Visa-Abwicklung stehe ebenfalls im Programm.

Arbeitsplätze

Im Tourismus fanden im Vorjahresschnitt 195.894 unselbstständig Beschäftigte Arbeit – um 2,2 Prozent mehr als im Jahr davor. Fast zwei Drittel der Arbeitnehmer waren Frauen, rund 43 Prozent waren Ausländer. Doch auch bei den Arbeitslosenzahlen lag die Branche vorne – 16 Prozent der gemeldeten Arbeitslosen kamen aus diesem Sektor. Im Schnitt wurde nach 80 Tagen ein neuer Job gefunden, 70 Prozent waren unter drei Monaten als arbeitslos vorgemerkt, obwohl die Zahl der angebotenen Stellen 2013 um 11,2 Prozent überdurchschnittlich stark sank.
478 Lehrstellensuchende standen im abgelaufenen Jahr 1.571 offenen Lehrstellen gegenüber. Der Mindestlohn im Hotel- und Gastgewerbe wurde auf 1.320 Euro angehoben. Darüber liegende Löhne und Lehrlingsentschädigungen stiegen um 2,96 Prozent. (APA)