Rauchverbot: Gesundheitsminister pocht auf nikotinfreie Lokale

30. Mai 2014 Drucken

Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) fordert anlässlich des Welt-Nichtrauchertages am Samstag (31. Mai) die Aufhebung der Ausnahmeregeln für die Gastronomie. „Bisher war eine parlamentarische Mehrheit für eine rauchfreie Gastronomie nicht absehbar“, sagte der Minister. „Wir werden aber immer mehr. Der Großteil der Bevölkerung spricht sich schon lange für ein Rauchverbot aus“, betonte Stöger in einer Aussendung. […]

In Paris sind Lokale seit 2008 rauchfrei. Wer rauchen will, geht ins Freie - auch im Jänner.  |© ruhaltinger

In Paris sind Lokale seit 2008 rauchfrei – und zwar alle. Wer rauchen will, geht ins Freie – auch im Jänner.  |© ruhaltinger

Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) fordert anlässlich des Welt-Nichtrauchertages am Samstag (31. Mai) die Aufhebung der Ausnahmeregeln für die Gastronomie. „Bisher war eine parlamentarische Mehrheit für eine rauchfreie Gastronomie nicht absehbar“, sagte der Minister. „Wir werden aber immer mehr. Der Großteil der Bevölkerung spricht sich schon lange für ein Rauchverbot aus“, betonte Stöger in einer Aussendung. „Nun überdenken auch die Abgeordneten des Nationalrats immer öfter ihre Einstellung.“

Rauchen bleibt ungesund – in jeder Form

Die Lungenfachärzte warnen unterdessen auch vor den „neuen Formen“ des Rauchens. Wasserpfeife, E-Zigarette und E-Shisha würden vor allem Junge ansprechen und, weil sie als harmlosere Alternative zu Zigaretten gelten, Nichtraucher „verführen“: Ein Drittel der jugendlichen E-Zigaretten-Raucher habe zuvor keine Tabak-Zigaretten konsumiert.
Der Arbeitskreis für Pneumologische Rehabilitation und Rauchertherapie verweist auf eine Studie über die Lebensgewohnheiten Jugendlicher und junger Erwachsener in Österreich, wonach sich 27 Prozent (33 Prozent der Frauen, 20 Prozent der Männer) als Raucher bezeichnen und damit eine europäische Spitzenposition belegen. Laut von der OECD im Jahr 2012 publizierten Daten rauchen 25 Prozent der männlichen und 29 Prozent der weiblichen 15-Jährigen zumindest einmal wöchentlich.

Geltende Regelung ungenügend umgesetzt

Österreichs gesetzliche Rahmenbedingungen bezeichnet der medizinische Expertenrat als unzureichend. Bei einer Untersuchung von 300 Grazer Lokalen im Rahmen einer Diplomarbeit (Markus Lernbass) hätte mehr als ein Drittel der reinen Raucherlokale die erlaubte Größe überschritten. 96 Prozent der gemischten Lokale, die getrennte Raucher- und Nichtraucherzonen anbieten müssen, hätten gegen die gesetzlichen Vorgaben verstoßen, überwiegend durch eine fehlende adäquate Trennung. (APA)