Strukturwandel in Landwirtschaft geht weiter: Seit 1995 gaben 30 Prozent der heimischen Bauern auf

30. Mai 2014 Drucken
Strukturwandel in Landwirtschaft geht weiter: Seit 1995 gaben 30 Prozent der heimischen Bauern auf
©Marianne J./pixelio.de

Laut ersten vorläufigen Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2013 gab es in Österreich im Jahr 2013 insgesamt rund 167.500 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Seit 2010 sind dies wieder um 3% weniger Bauernhöfe. Der Betriebsrückgang setzt sich somit weiter fort, hat sich jedoch etwas verlangsamt. Im  Jahr des EU-Beitritts Österreichs waren es noch um 30 Prozent mehr. Dafür steigen die Betriebsgrößen: […]

Laut ersten vorläufigen Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2013 gab es in Österreich im Jahr 2013 insgesamt rund 167.500 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Seit 2010 sind dies wieder um 3% weniger Bauernhöfe. Der Betriebsrückgang setzt sich somit weiter fort, hat sich jedoch etwas verlangsamt. Im  Jahr des EU-Beitritts Österreichs waren es noch um 30 Prozent mehr. Dafür steigen die Betriebsgrößen: 1995 waren es durchschnittlich 31,8 ha pro Hof, 2013 sind es 43,5 ha. 

Stilllegen, verpachten, verkaufen

Die Zahl der Bauernhöfe reduzierte sich laut Statistik Austria in Österreich seit 1995 um rund 71.600 (-30%) auf 239.100 Betriebe; in den letzten zehn Jahren um 22.900 Betriebe bzw. 12%. Folglich gaben seit 2003 durchschnittlich rd. 2.300 Landwirtinnen und Landwirte pro Jahr ihren Hof auf bzw. verkauften oder verpachteten ihre Betriebe. In Österreich werden die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe überwiegend als Familienbetriebe geführt. Den vorläufigen Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2013 zufolge lag deren Anteil bei rund 92%.

Trend zu immer größer werdenden Betrieben

Die österreichische Landwirtschaft ist nach wie vor eher klein strukturiert; dennoch hält der Trend zu immer größeren Betrieben ungebrochen an: Wurde 1995 von einem Betrieb im Durchschnitt eine Gesamtfläche von 31,8 ha bewirtschaftet, so waren es 2013 bereits 43,5 ha. Ähnlich verlief die Entwicklung bei der landwirtschaftlich genutzten Fläche (Ackerland, Haus- und Nutzgärten, Dauerkulturen, Dauergrünland), wo eine Steigerung von 15,3 ha auf 19,0 ha festgestellt werden konnte.

Weniger, dafür größer: Trend gilt auch für Viehhaltung

Auch bei der Tierhaltung ist dieser Trend zu beobachten: Wurden im Jahr 1995 im Durchschnitt 20 Rinder in einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb gehalten, so nahm die Herdengröße seitdem kontinuierlich auf 29 Rinder pro Betrieb zu. Eine noch rasantere Entwicklung zeigt der Schweinesektor: Hier hat sich der durchschnittliche Bestand seit 1995 von 35 auf 102 Tiere fast verdreifacht. In der Schaf- und Ziegenhaltung sind ebenfalls deutlich höhere Bestände als in der Vergangenheit festzustellen.