Österreich profitiert von weltweitem Windkraft-Boom

12. Juni 2014 Drucken

Die Investitionen in die Technologieentwicklung im Bereich erneuerbare Energien zahlen sich aus. Dies belegt die im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) durchgeführte Marktstudie in den fünf Bereichen Windkraft, Biomasse, Photovoltaik, Solarthermie und Wärmepumpen. Nicht nur sind österreichische Unternehmen international erfolgreich, erneuerbare Energien sind auch hierzulande ein Wirtschafts- und Umweltfaktor: Österreichische Unternehmen […]

Im Sog des weltweiten Windkraft-Booms ist in Österreich eine starke Zulieferindustrie entstanden. |© Uschi Dreiucker / pixelio.de

Im Sog des weltweiten Windkraft-Booms ist in Österreich eine starke Zulieferindustrie entstanden. |© Uschi Dreiucker / pixelio.de

Die Investitionen in die Technologieentwicklung im Bereich erneuerbare Energien zahlen sich aus. Dies belegt die im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) durchgeführte Marktstudie in den fünf Bereichen Windkraft, Biomasse, Photovoltaik, Solarthermie und Wärmepumpen. Nicht nur sind österreichische Unternehmen international erfolgreich, erneuerbare Energien sind auch hierzulande ein Wirtschafts- und Umweltfaktor: Österreichische Unternehmen erzielten mit 31.000 Beschäftigten im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,3 Milliarden Euro und sparten 12,6 Millionen Tonnen Kohlendioxid ein.

Starke Zulieferindustrie

Im Sog des weltweiten Windkraft-Booms ist in Österreich eine starke Zulieferindustrie entstanden. In beinahe jedem High-Tech-Windkraftwerk, das weltweit errichtet wird, steckt Technologie aus Österreich, einige Unternehmen sind sogar Weltmarktführer in ihrem Bereich. Im vergangenen Jahr ist der Bereich Windkraft stark gewachsen, dem die aktuelle Markterhebung einen Leistungszuwachs von 22 Prozent bescheinigt. Die österreichische Zulieferindustrie verzeichnet einen jährlichen Umsatz von weit mehr 600 Millionen Euro, die Exportquote betrug im Produktionsbereich 78 Prozent, im Infrastrukturbereich 66 Prozent und im Dienstleistungssektor 40 Prozent.
Forschung bringt nicht nur technologische, sondern auch soziale Innovationen
Zurückzuführen ist der Erfolg auch auf die Förderung der Energieforschung durch die öffentliche Hand. Die jährliche Energieforschungserhebung dokumentiert für das Jahr 2013 eine Gesamtsumme von 124,5 Millionen Euro, dies entspricht einer Steigerung von 4,5 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Von 2007 bis 2013 wurden die jährlichen Energieforschungsausgaben in Österreich von 32 auf knapp 124,5 Mio. Euro fast vervierfacht. Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie finanziert mehr als 70 Prozent dieser Ausgaben.

Die Verbreitung von Photovoltaik-Anlagen erreichte im Jahr 2013 einen neuen Spitzenwert, Anlagen mit einer Gesamtleistung von 263.089 Kilowatt Peak bedeuten einen Steigerung von 50 Prozent gegenüber 2012. Der Gesamtabsatz von Wärmepumpen stieg von 27.499 Anlagen im Jahr 2012 um 0,5 Prozent auf 27.638 Anlagen im Jahr 2013. Leichte Rückgänge im Inlandsmarkt (-2,3 Prozent) konnten dabei durch Steigerungen im Exportmarkt (+6,7 Prozent) überkompensiert werden. Neuinstallationen im Segment Solarthermie sind nach der Phase des Wachstums bis zum Jahr 2009 seit vier Jahren rückläufig, was unter anderem auf die Wettbewerbssituation mit anderen Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien zurückzuführen ist.

Biomasse wichtiger Wirtschaftsfaktor

Eine feste Größe unter den erneuerbaren Energien ist in Österreich traditionell die feste Biomasse. Die Branche erwirtschaftete im Vorjahr einen Gesamtumsatz von 1,344 Milliarden Euro, dies entspricht 13.060 Vollzeitarbeitsplätzen. Der Inlandsverbrauch fester Biobrennstoffe ist von 13,2 Millionen Tonnen 2012 auf 13,6 Millionen Tonnen im Jahr 2013 angestiegen. Die Biomassekessel-Hersteller setzen etwa 75% ihrer Produktion im Ausland ab, zwei von drei in Deutschland installierte Biomassefeuerungen stammen aus Österreich.