Die globalen TOP 10 der Autozulieferer

21. Juli 2014 Drucken
Die globalen TOP 10 der Autozulieferer
© Porsche Die 10 größten Autozulieferer der Welt

2013 erreichen Automobilzulieferer die höchsten Gewinne seit zehn Jahren. Deutsche Automobilzulieferer wachsen weiterhin und steigern ihre Rendite. Die Reihung der Top 10 der Branche veränderte sich kaum: Die japanischen Konzerne hatten allerdings mit großen Währungsproblemen zu kämpfen. Magna International nimmt im Rennen der Riesen den guten fünften Paltz ein. Die Liste der Top 100 Player […]

Die Top 10 der Branche: Autozulieferer verdienten 2013 seit zehn Jahren nicht mehr so gut wie 2013. |©  statista.de (zum Vergrößern anklicken)

Conti führt, Magna sichert den vierten Platz. Die japanische Konkurrenz hat 2013 stark unter Währungsschwankungen gelitten – und Plätze eingebüßt . |© statista.de (zum Vergrößern anklicken)

2013 erreichen Automobilzulieferer die höchsten Gewinne seit zehn Jahren. Deutsche Automobilzulieferer wachsen weiterhin und steigern ihre Rendite. Die Reihung der Top 10 der Branche veränderte sich kaum: Die japanischen Konzerne hatten allerdings mit großen Währungsproblemen zu kämpfen. Magna International nimmt im Rennen der Riesen den guten fünften Paltz ein. Die Liste der Top 100 Player wird internationaler. Und:  Erstmals seit Jahren gibt es unter den ersten 100 Konzernen der Automobilzulieferindustrie kein Unternehmen, das einen Verlust erwirtschaftete.

Wachstum für 2014 auf Vorjahresniveau

Die Untersuchung „3. Global Top Automotive Suppliers 2013″ der Unternehmensberatung Berylls Strategy Advisors analysiert die weltweit 100 größten Automobilzulieferer und gibt Aufschluss über Rangfolge, Umsätze sowie operative Ergebnisse für die Jahre 2011 bis 2013. Das Jahr 2013 war für die globale Automobilzulieferindustrie das erfolgreichste Jahr seit mehr als 10 Jahren. Ein solides Umsatzniveau von Euro 660 Milliarden (-1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wechselkursbereinigt +3,0 Prozent) bei einer abermaligen Steigerung des operativen Ergebnisses auf 7,6 Prozent vom Umsatz (+0,6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr) zeigt die robuste Konstitution der Branche. Gerade die deutschen Automobilzulieferer konnten, wie in den vergangenen Jahren auch, ihre Position unter den Top 100 der Automobilzulieferer weiter ausbauen.

Starker Sondereffekt Wechselkurse

Die Trends der vergangenen Jahre haben sich auch in 2013 fortgesetzt. Die deutschen Player der Top 100 Automobilzulieferer konnten ihren Umsatz auf Euro 161 Milliarden wieder steigern (+4,0 Prozent) und damit im 5. Jahr in Folge stärker zulegen als der Durchschnitt aller Unternehmen. Im Jahr 2013 hatten die 23 US-amerikanischen Unternehmen der Top 100 einen leichten Umsatzrückgang von -1,0 Prozent auf Euro 139 Milliarden zu verzeichnen. Die japanischen Zulieferer haben mit Euro 174 Milliarden -10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr an Boden verloren. Jedoch war die Umsatzentwicklung im Jahr 2013 weltweit erneut stark durch Änderungen der Wechselkurse beeinflusst. So hat im Jahresvergleich der US Dollar gegenüber dem Euro um rund 4 Prozent an Wert abgegeben, der japanische Yen sogar um rund 28 Prozent! Dadurch ist beispielsweise der Umsatz der japanischen Automobilzulieferer wechselkursbedingt deutlich stärker zurückgegangen, als es real der Fall war. Der japanische Yen hat in den vergangenen 2 Jahren fast 45 Prozent gegenüber dem Euro an Wert verloren. Bereinigt um den Wechselkurseffekt auf die japanischen Inlandsumsätze bleibt dann für die Top-Zulieferer aus Nippon immerhin ein klares Umsatzplus von 4,9 Prozent.

Continental führt unverändert das Ranking der Super-Supplyer an. | © Berryls - Top 10 der Autombilkzulieferer

Denso, Bridgestone und Aisin verloren Umsatz und Plätze. Die deutschen Zulieferer stärkten im Vorjahr ihre Positionen. | © Berryls – Top 10 der Autombilkzulieferer (bitte anklicken)

Profitabilität weiterhin auf Spitzenniveau

Erstmals seit Jahren gibt es unter den Top 100 der Automobilzulieferindustrie kein Unternehmen, das einen Verlust erwirtschaftete. Mit einem durchschnittlichen operativen Ergebnis (EBIT oder „Operating Income“) von 7,6 Prozent vom Umsatz wurde der höchste Wert seit 10 Jahren erreicht. Zwei Drittel der Unternehmen, die ihre Ergebnisse bereits heute veröffentlicht haben (Stand 14.03.14), lagen oberhalb des langfristigen Mittels von 5,3 Prozent bei der Gewinnmarge. Auch regional ergibt sich ein geschlossenes Bild. Ob Europäer, Asiaten oder Amerikaner, die Gewinne sprudelten überall gleich gut. Die Unterschiede bei den Gewinnmargen zwischen den „Ländergruppen“ sind gering: Deutschland liegt bei 8,1 Prozent, die Europäer (ohne Deutschland) ebenfalls bei 8,1 Prozent, die US-Amerikaner bei 7,7 Prozent, die Japaner bei 7,1 Prozent und die restlichen Asiaten bei 8,8 Prozent.

Reifenproduktion macht sich bezahlt

Die profitabelste Gruppe bestand, wie in den vergangenen Jahren auch, aus den großen Reifenherstellern. Diese Gruppe aus elf Zulieferern (Bridgestone/Firestone, Continental, Cooper Tire, Goodyear, Hankook Tires, Michelin, Pirelli, Sumitomo Rubber, Toyo Tire & Rubber, Yokohama Rubber) erwirtschaften ihre Gewinne vor allem im Aftermarket Geschäft; sie kamen so in 2013 auf ein durchschnittliches Jahresergebnis von 11,0 Prozent vom Umsatz. Diese überdurchschnittlich gute Profitabilität „zog“ die gesamte Automobilzuliefererbranche um 0,9 Prozentpunkte bei der Gewinnmarge nach oben – ohne die Reifenhersteller lag bei den restlichen 89 Zulieferern die Gewinnmarge bei 6,7 Prozent.
Das Feld der Gewinn-Champions wird in diesem Jahr von Wabco aus Belgien angeführt; mit einem EBIT von 23,1 Prozent vom Umsatz konnte sich der Spezialist von Fahrwerks- und Antriebsmodulen (Bremsen, Dämpfung, Kompressoren, Kupplungen, etc.) für den Nutzfahrzeugsektor deutlich an die Spitze der profitabelsten Zulieferer setzen. Unter den Top 10 befinden sich wie üblich viele Reifenhersteller.

Rangfolgentausch durch Firmenübernahmen und Neueinsteiger

Die deutschen Automobilzulieferer konnten beim Umsatz im Durchschnitt ihren Rang unter den Top 100 um 3,5 Plätze verbessern. Die US-Amerikaner haben sich im Durchschnitt um 1,1 Plätze verbessert, die Japaner (vor allem wechselkursbedingt) um 3,2 Plätze verschlechtert. In den vergangenen drei Jahren haben sich Änderungen in der Rangfolge der Top 100 vor allem durch zahlreiche M&A-Aktivitäten ergeben. Die Mahle Gruppe erreicht in 2013 durch die mehrheitliche Übernahme von Behr einen Umsatz von zirka Euro 10 Milliarden und katapultierte sich so um 7 Plätze nach oben.

Übernahmen und Fusionen des Jahres: 

  • Gestamp ist durch die Übernahme von Edscha (in 2010) sowie ThyssenKrupp Umformtechnik (2011) auf Rang 30 geklettert.
  • Durch die Akquisition des Visteon Lichtgeschäftes konnte Flex-N-Gate die Position 57 erreichen.
  • Der einzige indische Automobilzulieferer unter den Top 100, Motherson Sumi, hat über den Kauf von Peguform Eingang unter die weltgrößten Automobilzulieferer gefunden.
  • Die Aufspaltung von Arvin Meritor hat zwei Unternehmen in die Liste der weltgrößten Player gebracht: Inteva und Meritor.
  • Der Kauf von Honsel durch den kanadischen Automobilzulieferer Martinrea führt in 2013 zu Rang 86.
  • lochpe-Maxion aus Brasilien hat durch den Kauf von Hayes Lemmerz (in 2011) nun erstmals den Weg unter die Top 100 geschafft).

China in Folge von Joint Ventures noch spärlich vertreten

Nur ein chinesischer Hersteller, Weichai Power, taucht in den Top 100 auf. Ursächlich hierfür ist, dass viele der großen chinesischen Zulieferer Joint Ventures mit westlichen Partnern (bspw. Shanghai Automotive Brake Systems Co. als Joint Venture zwischen HASCO und Continental oder Changchun Faway mit Johnson Controls) oder Tochtergesellschaften lokaler OEMs sind (z.B. Dongfeng Motor Parts & Components Group als Teil der Dongfeng Motor Corporation). 

Ausblick für das laufende Jahr 2014

Unter der Voraussetzung stabiler geopolitischer Verhältnisse, einem anhaltenden Wachstum der chinesischen Wirtschaft und einer stabilen Konjunktur in Europa und den USA rechnet Berylls für das laufende Geschäftsjahr mit vergleichbaren Umsatzzuwächsen wie 2013. Die ersten Monate im Jahr 2014 haben sich bereits vielversprechend entwickelt, das Wachstum schätzen wir auf zirka 3 bis 4 Prozent bis Jahresende, so Berryls. Zahlreiche laufende Ergebnis­verbesserungsprogramme deuten darauf hin, dass sich die durchschnittliche Profitabilität noch einmal leicht gegenüber dem Vorjahr verbessern wird.