Diskussion um generelles Rauchverbot wird heftiger

13. August 2014 Drucken

„International geht der Trend in Richtung Rauchverbot in der Gastronomie. Ich glaube, in den nächsten fünf Jahren wird sicher ein solches Rauchverbot kommen – aber nicht morgen“, sagte am Montag ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger zu der neu entflammten Debatte. Der Verband der pharmazeutischen Industrie (Pharmig) begrüßt ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie und die Forderung nach einem […]

Der Ruf nach einem generellen Rauchverbot in Gaststätten wird lauter. Italienische und französische Gaststätten stünden ja auch nicht leer. |© APA

Der Ruf nach einem generellen Rauchverbot in Gaststätten wird lauter. Italienische und französische Gaststätten stünden ja auch nicht leer. |© APA

„International geht der Trend in Richtung Rauchverbot in der Gastronomie. Ich glaube, in den nächsten fünf Jahren wird sicher ein solches Rauchverbot kommen – aber nicht morgen“, sagte am Montag ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger zu der neu entflammten Debatte. Der Verband der pharmazeutischen Industrie (Pharmig) begrüßt ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie und die Forderung nach einem Gesundheitscheck für alle Gesetze. Sonst bleibe Österreich Schlusslicht beim Nichtraucherschutz.

14.000 Tote durch Tabakkonsum

An sich sei in der Sachpolitik die Angelegenheit längst geklärt, meinte der Rasinger, von Beruf in der Praxis niedergelassener Allgemeinmediziner. „Prinzipiell sind sich die Gesundheitspolitiker einig, dass es ein absolutes Rauchverbot in der Gastronomie geben sollte. Das wurde aber nicht in das Regierungsprogramm aufgenommen.“ Für den ÖVP-Gesundheitssprecher ist verständlich, „dass sich die Wirte als Sündenböcke hingestellt fühlen“. Die Frage einer Anti-Rauch-Gesundheitspolitik sei jedenfalls breiter anzugehen. „Österreich liegt mit Grönland bei der Raucherquote unter den Jugendlichen am letzten Platz.“ Es gehe um Informations- und Präventionskampagnen, um die Tabak-Preispolitik, das Aussehen der Zigarettenpackungen, die Vertriebskanäle etc. „Außerdem sollte man den Jugendschutz ernst nehmen.“ Kein Zweifel bestehe daran, dass in Österreich jedes Jahr rund 14.000 Menschen am Tabakkonsum sterben, 30 Prozent der Karzinome durch das Rauchen bedingt seien und ein breiter Rauchstopp auch die Kosten für die Gesundheit reduzieren würde.

Pharmawirtschaft unterstützt Forderung nach Rauchverbot

Der Verband der pharmazeutischen Industrie (Pharmig) begrüßt ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie und die Forderung nach einem Gesundheitscheck für alle Gesetze. Die Investitionen, die aufgrund der derzeit gesetzlichen Grundlage in den Lokalen getätigt wurden, müssten in den allermeisten Fällen bereits abgeschrieben sein, meint Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig.

Einmalige Abschreibung der bisherigen Investitionen

Für jene finanziellen Aufwände, die noch nicht abgeschrieben seien, schlug Huber eine einmalige Sonderabschreibung vor. Damit könnte auch der Finanzminister ein klares Zeichen für den Nichtraucherschutz setzen. Hinsichtlich der Befürchtung, dass ein Rauchverbot in Lokalen die Gästezahlen schrumpfen ließe, verwies der Pharmig-Generalsekretär auf Nachbarländer: „Mir wäre noch nicht aufgefallen, dass bei unseren Nachbarn in Italien oder auch in Deutschland die Gaststätten verwaist wären.“

Österreich am raucherfreundlichsten

Im europäischen Vergleich liegt Österreich laut einer Studie (Tobacco Control Scale 2013), die das Engagement für weniger Tabakkonsum in 34 Ländern vergleicht, an letzter Stelle – und das konstant seit 2007. „Es müssen endlich politische Entscheidungen getroffen werden, die nachhaltig sind, und zwar für die Gesundheit der Bevölkerung“, so Huber. Ein Mittel für weniger Tabakkonsum sieht Huber auch in der Forderung nach einem Gesundheitscheck für alle Gesetze, wie dies vor kurzem von Hauptverbandschef Hans Jörg Schelling geäußert wurde. (APA