„Pensionskonto Neu“ verändert das Vorsorgeverhalten der SteirerInnen

03. September 2014 Drucken

Fast jeder zweite befragte Steirer plant, sein Vorsorgeverhalten über das „Pensionskonto Neu“ ab Juni 2014 anzupassen. Darum planen 166.000 Steirer,  sich zu ihrer Pensionslücke in ihrer Bank beraten lassen. Immobilienbesitz und Versicherungen gelten unverändert als beste Altersvorsorge. Dies geht aus der  Studie „Vorsorgeverhalten und Pensionskonto Neu“ von GfK Austria im Auftrag von s Versi­cherung, Erste Bank […]

Die Pensionslücke wird greifbar: Das Pensionskonto neu schafft bei den SteierInnen eine neues Vorsorgebewusstsein. |©  w.r.wagner/pixelio.de

Die Pensionslücke wird greifbar: Das Pensionskonto Neu schafft bei den SteierInnen eine neues Vorsorgebewusstsein. |© w.r.wagner/pixelio.de

Fast jeder zweite befragte Steirer plant, sein Vorsorgeverhalten über das „Pensionskonto Neu“ ab Juni 2014 anzupassen. Darum planen 166.000 Steirer,  sich zu ihrer Pensionslücke in ihrer Bank beraten lassen. Immobilienbesitz und Versicherungen gelten unverändert als beste Altersvorsorge. Dies geht aus der  Studie „Vorsorgeverhalten und Pensionskonto Neu“ von GfK Austria im Auftrag von s Versi­cherung, Erste Bank und Sparkassen hervor. Die für den Abruf des Pensionskontos notwendige Handy Signatur kann in jeder Sparkassen- und Erste Bank-Filiale freigeschaltet werden.

Verfügbarkeit des Geldes und geringes Risiko für jeden Zweiten besonders wichtig

Finanzielle Vorsorge hat für 83% der Steirer sehr große Bedeutung, wobei Frauen hier tendenziell höhere Werte ausweisen als Männer. Für 53% der Befragten ist es von großer Bedeutung, dass ihr Geld jederzeit verfügbar ist. In puncto Veranlagung bevorzugen die Steirer nach wie vor die siche­ren Häfen: Mehr als die Hälfte (51%) möchten in ihrer Veranlagung kein bzw. nur wenig Risiko ein­gehen. Nur jeder Vierte (24%) stuft hohe Zinsen oder hohe Renditen für sich als wichtiges Kriterium ein. Während für jede zweite Frau gute Beratung im Rahmen ihrer Veranlagung ausschlaggebend ist, gilt für fast die Hälfte der Männer die Garantie auf das eingezahlte Kapital als wesentlicher Fak­tor.

Steirer sehen Immobilienbesitz und Versicherungen als beste Altersvorsorge

Die Frage nach dem besten Produkt in der Altersvorsorge beantworten 20% aller befragten Steirer mit Immobilienbesitz. Gefolgt vom Bausparvertrag (15%), der klassischen Lebensversicherung (14%) und der privaten Pensionsversicherung mit 13%. 16% der Einwohner in der Steiermark fehlt allerdings das entsprechende Wissen über Vorsorgeprodukte. Aktuell vertrauen die Steirer nach wie vor auf das traditionelle Sparbuch, das mit 72% das meistgenutzte Sparprodukt ist. Mehr als jeder zweite Steirer (54%) verfügt über eine klassische Lebensversicherung.

 

Vorsorgepolster könnte um 40 Euro im Monat wachsen

Derzeit legen die Steirer durchschnittlich 135 Euro pro Monat für ihre Altersvorsorge auf die hohe Kante – um rund 20 Euro mehr als im Vergleichsjahr 2012. Dass es hier noch Potential gibt, zeigt die Bereitschaft, monatlich sogar noch 40 Euro mehr in die persönliche Vorsorge zu investieren. Im Geschlechtervergleich zeigt sich, dass Männer monatlich mehr sparen als Frauen und darüber hin­aus auch mehr Potential für zusätzliche Vorsorge haben. Warum wandert also nicht mehr Geld in den Vorsorgestrumpf? 35% geben ihr Geld lieber aus, fast ebenso viele (34%) sagen, dass das niedrige Zinsniveau sie davon abhält und jeder Dritte macht sich Gedanken über sinkende Erträge.

Eigene Pensionslücke wird durchschnittlich auf 577 Euro geschätzt

Annähernd jeder Zweite weiß, was die Pensionslücke ist (46%). Im Vergleich zu 2011 hat sich die­ser Wert verbessert: Damals konnten nur 30% den Begriff richtig zuordnen. Die eigene Pensionslücke wird auf rund 577 Euro – und damit um 70 Euro höher als noch 2011 -geschätzt. Frauen stufen ihre Lücke durchschnittlich deutlich niedriger ein als Männer. Je höher das eigene Einkommen ist, desto höher fällt auch die Prognose hinsichtlich der zu erwartenden Pensi­onslücke aus. 27% können ihre Pensionslücke gar nicht einschätzen oder beziffern.

Das „Pensionskonto Neu“ ändert Vorsorgeverhalten

Den Begriff „Pensionskonto Neu“ können bereits mehr als die hälfte der befragten Steirer (54%) einordnen, und 15% wissen, welche Änderungen damit verbunden sind. Vier von zehn Befragte fangen mit dem Thema jedoch noch gar nichts an. Insbesondere bei den jungen Erwachsenen un­ter 29 Jahren hat jeder Zweite noch nichts vom „Pensionskonto Neu“ gehört. Über das „Pensions­konto Neu“ können zukünftig recht konkrete Berechnungen bezüglich der Pensionsansprüche ge­macht werden. In Bezug darauf gibt jeder Zweite (49%) an, er würde sein Vorsorgeverhalten än­dern, sollten die Berechnungen zu wenig Pension ergeben. Aufklärungsbedarf gibt es noch bei 17% der Steirer, die sich mit dem Thema noch gar nicht auseinandergesetzt haben, da der eigene Pen­sionsantritt noch in zu weiter Ferne liegt. Vier von zehn Steirern erwarten beim Thema „finanzielle Sicherheit im Alter“ künftig die meisten Probleme.

Seit 1. Juni 2014: Pensionskonto über Handy-Signatur abrufbar

Die Handy-Signatur ist eine rechtsgültige elektronische Unterschrift im Internet – das ist 60% der Steirer zwar bewusst, wird aber nur von 12% auch tatsächlich genutzt. Bisher war die Freischaltung der Handy-Signatur nur bei zertifizierten Registrierungsstellen, also bei Ämtern, möglich. Seit An­fang 2014 kann die Freischaltung aber auch in einer Bankfiliale durchgeführt werden: Fast jeder dritte Steirer (30%) gibt an, diesen Service interessant zu finden. Dass allerdings die Handy-Signatur auch zum Abrufen des Pensionskontos berechtigt, wissen bisher nur 9% der Befragten.

 

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