Telekommunikation: EU setzt weiter auf Liberalisierung

13. Oktober 2014 Drucken

Letzte Woche hat die Europäische Kommission – im Benehmen mit den Mitgliedstaaten – beschlossen, dass zwei Telekommunikationsmärkte in Europa nicht mehr reguliert werden müssen und dass zwei weitere neu definiert werden sollten, um den Technologie- und Marktentwicklungen Rechnung zu tragen. Die Regeln treten unverzüglich in Kraft. Die beiden nicht mehr regulierten Märkte sind: Der Endkundenmarkt […]

Auf einigen Telekommunikationsmärkten sind die Marktzutrittsschranken nach wie vor sehr hoch. |© Anja Schweppe-Rahe  / pixelio.de

Auf einigen Telekommunikationsmärkten sind die Marktzutrittsschranken nach wie vor sehr hoch. |© Anja Schweppe-Rahe / pixelio.de

Letzte Woche hat die Europäische Kommission – im Benehmen mit den Mitgliedstaaten – beschlossen, dass zwei Telekommunikationsmärkte in Europa nicht mehr reguliert werden müssen und dass zwei weitere neu definiert werden sollten, um den Technologie- und Marktentwicklungen Rechnung zu tragen. Die Regeln treten unverzüglich in Kraft. Die beiden nicht mehr regulierten Märkte sind: Der Endkundenmarkt für den Zugang zum Telefonfestnetz und der Vorleistungsmarkt für den Verbindungsaufbau an festen Standorten.

Breitbandmärkte neu definieren

Die Kommission wird ferner zwei Breitbandmärkte neu definieren, um den bürokratischen Aufwand auf das für einen wettbewerbsbestimmten Zugang zum Breitbandnetz und für Investitionen unbedingt notwendige Maß zu beschränken.  Sie legt den Schwerpunkt verstärkt auf die spezifischen Bedürfnisse von Geschäftskunden, um sicherzustellen, dass durch Internetverbindungen, die auf Wettbewerbsbasis bereitgestellt werden, in der gesamten Wirtschaft das Wachstum angekurbelt wird.

Warum wurden die Festnetzmärkte von der Regulierung ausgenommen?

Die Zahl der Telefonanrufe aus dem Festnetz ist zurückgegangen, da die Kunden eher Internet-Telefondienste („VoIP“) und Mobiltelefone nutzen, aber auch auf alternative Anbieter (z. B. Over-the-Top-Anbieter (OTT)) zurückgreifen. Außerdem können Kunden, die das Festnetz noch nutzen, den Festnetzzugang jetzt über verschiedene Plattformen (herkömmliches Telefonnetz, Glasfasernetz, Kabelnetz) und unterschiedliche Betreiber erhalten, die Breitband- und Sprachdienste über entbündelte Teilnehmeranschlüsse anbieten. Auf diese Weise hat sich der Wettbewerb erhöht.

Warum werden einige Märkte weiterhin reguliert?

Auf einigen Telekommunikationsmärkten sind die Marktzutrittsschranken nach wie vor sehr hoch und es wird dort in absehbarer Zukunft wahrscheinlich keinen Wettbewerb geben.
Mit dieser Empfehlung werden die Grenzen der Breitbandmärkte, die die für die Bereitstellung von Breitbanddiensten für Endkunden erforderlichen Vorleistungsprodukte umfassen, neu festgelegt. Mit den neuen Vorschriften wird anerkannt, dass „virtuelle Zugangsprodukte“ einen Ersatz für die physische Entbündelung darstellen können, wenn sie bestimmte Merkmale aufweisen.