Cable Days 2014: Wie sich das Internet gewandelt hat

07. November 2014 Drucken

„Die Art des Datenverkehrs und das Internet selbst haben sich in den vergangenen Jahren massiv verändert: Während früher hauptsächlich statische Daten und Text übertragen wurden, sind es heute zunehmend interaktive Medieninhalte. Das Internet wandelt sich zu einer Medienplattform, die Nutzung konzentriert sich zunehmend auf datenintensive Inhaltsarten. Heutzutage resultiert Traffic hauptsächlich aus Streaming, insbesondere von Videos“, […]

Der Datenverkehr im Internet verdoppelt sich nahezu alle zwei Jahre. |© Rainer Sturm / pixelio

Der Datenverkehr im Internet verdoppelt sich nahezu alle zwei Jahre. |© Rainer Sturm / pixelio

„Die Art des Datenverkehrs und das Internet selbst haben sich in den vergangenen Jahren massiv verändert: Während früher hauptsächlich statische Daten und Text übertragen wurden, sind es heute zunehmend interaktive Medieninhalte. Das Internet wandelt sich zu einer Medienplattform, die Nutzung konzentriert sich zunehmend auf datenintensive Inhaltsarten. Heutzutage resultiert Traffic hauptsächlich aus Streaming, insbesondere von Videos“, heißt es bei der Keynote-Rede der Cable Days 2014 in Salzburg, die sich mit der Gegenwart und Zukunft des Internets beschäftigte.

Datenverkehr vervielfacht

Der Datenverkehr im Internet verdoppelt sich nahezu alle zwei Jahre und die Datenströme haben sich zugunsten von zunehmendem Real-Time-Streaming anstelle von Peer-to-Peer-Übertragungen als vorherrschende Form der Mediendistribution verändert. Upload und Download stehen mittlerweile im Verhältnis 5:1 zueinander.

Die globale Vernetzung, die stark steigende Anzahl „smarter“ Geräte und Videostreaming-Angebote, die spektakulär hohe Datenaufkommen nach sich ziehen und gleichzeitig für größere Ungleichgewichte beim Datenverkehr und für veränderte Datenströme sorgen, stellen allen voran die Netzbetreiber, aber auch die Regulierer sowie die Politik vor große Herausforderungen.

Im Jahr 2014 waren mehr als 2,7 Milliarden Einzelpersonen an das Internet angeschlossen. Damit ist es für die meisten Inhalte- und Anwendungsanbieter zu einem erfolgsentscheidenden Faktor geworden. Schon geringfügige Störungen bei der Übertragungsqualität haben einen direkten Einfluss auf die Bereitschaft der Endnutzer und Werbetreibenden, für Onlinedienste zu bezahlen.

Mehr Bildschirme pro Person

Im Hintergrund läuft im Internet jedenfalls immer etwas, etwa Backups, und in einem Haushalt mit mehreren Personen könnten es dann auch mal mehrere Audio- und Videostreams, Chats etc. gleichzeitig sein. Dazu kommt, dass die Anzahl der Bildschirme pro Person in Europa innerhalb einiger Jahre rasant gewachsen ist, nämlich von 1,2 auf 3,5 pro Person Bildschirme von Smartphone, Laptop, Stand-PC, Tablet. Dazu kommen zunehmende Größe und Auflösung der Bildschirme.

Der Großteil des Datenverkehrs im Internet konzentriert sich zunehmend auf eine begrenzte Zahl großer Inhalte- und Anwendungsanbieter und eine kleine Zahl von Netzbetreibern auf Vorleistungsebene. Im Jahr 2013 wurden 50 Prozent des Datenverkehrs im Internet in Nordamerika über 35 Netze abgewickelt, demgegenüber waren es 2009 noch 150 Netze.

Was kommen könnte: Prognosen seien bekannter Maßen nicht ganz einfach, so sei, was in den 1990er-Jahren prognostiziert wurde, überwiegend nicht eingetreten oder bereits wieder verschwunden, wie etwa Peer-to-Peer. Ein mögliches, durchaus berechtigtes Zukunftsszenario sei das „Internet der Menschen“, gemeint ist damit eine Internet-Infrastruktur, die wichtig ist für Menschen und die es ermöglicht, anderen Menschen zu helfen oder sie zu unterrichten, also telemedizinische Anwendungen oder remote Care. Oder auch das Thema Videokonferenz: Davon sei seit gut 20 Jahren die Rede, aber kein Anbieter habe es geschafft, einen globalen Standard zu etablieren.

Die hohe Dynamik im Ökosystem des Internets und der hohe Wert, der für alle Interessenträger auf dem Spiel steht, sorgt dafür, dass neue Auseinandersetzungen schnell beigelegt und neue Geschäftsbeziehungen aufgebaut werden.