Unternehmen mit Schadstoffemissionen benötigen Bericht über den Ausgangszustand von Boden und Grundwasser

01. Dezember 2014 Drucken

Die EU-Richtlinie über Industrieemissionen hat den Schutz von Boden und Grundwasser zum Ziel. Seit 7.1.2013 verpflichtet sie Betreiber von IPPC-Anlagen, in denen relevante gefährliche Stoffe verwendet, erzeugt oder freigesetzt werden, einen Bericht zu erstellen, in dem der Ausgangszustand von Boden und Grundwasser auf dem Gelände der Anlage quantifiziert wird. Die Dokumentation historischer Verschmutzungen (Altlasten, Kriegsschäden, …) […]

Unternehmen mit gefährlichen oder gemischten Emissionen müssen einen Bericht über den Ausgangszustand von Boden und Grudnwasser des Betriebsgeländes erstellen. |© Gerhard Eichstetter/pixelio.de

Unternehmen mit potentiell gefährlichen Emissionen müssen einen Bericht über den Ausgangszustand von Boden und Grundwasser am Betriebsgelände erstellen. |© Gerhard Eichstetter/pixelio.de

Die EU-Richtlinie über Industrieemissionen hat den Schutz von Boden und Grundwasser zum Ziel. Seit 7.1.2013 verpflichtet sie Betreiber von IPPC-Anlagen, in denen relevante gefährliche Stoffe verwendet, erzeugt oder freigesetzt werden, einen Bericht zu erstellen, in dem der Ausgangszustand von Boden und Grundwasser auf dem Gelände der Anlage quantifiziert wird. Die Dokumentation historischer Verschmutzungen (Altlasten, Kriegsschäden, …) ist zur Absicherung des Betriebes wichtig. Besteht bereits ein AZB, dann ist dieser bei entsprechenden Anlagenänderungen um relevante Neuerungen zu ergänzen. Zur Erstellung des Berichtes können betriebseigene Sachkundige genauso wie externe Sachkundige (Hydrologen, …) herangezogen werden.

Einheitliche Umsetzung durch Leitfaden

Ein Leitfaden des zuständigen Lebensministeriums (BMLFUW) soll eine einheitliche österreichweite Handhabung der Regelungen über den Ausgangszustand unterstützen. Anlagenbetreibern bzw. Projektanten bietet der Leitfaden eine Hilfestellung zur Erstellung des Berichtes, befasste Behörden und Sachverständige unterstützt der Leitfaden bei dessen Prüfung.

Was ist zu tun?

Die  Wirtschaftskammer Österreich hat dazu eine umfassendes Dokumentation zusammengetragen.
In einem ersten Schritt ist zu prüfen,

  • ob gefährliche Stoffe (Definition gemäß EU CLP-Verordnung) verwendet werden,
  • die eine Gefährdung für Boden und Grundwasser darstellen können (Beurteilung mit H-Sätzen nach CLP),
  • und ob diese in relevanten Mengen (Mengenschwellen nach CLP-Gefahrenklassen) emittiert werden.

In der zweiten Phase empfiehlt die WKO die Erstellung eines qualitativen Stofffluss-Schemas. Abfall gemäß EU-Abfall-RL gilt nicht als gefährlicher Stoff. Außrdem ist der räumliche Bezugsbereich abzugrenzen: Dieser ist laut Leitfaden des BMLFUW als „Fläche der IPPC-Anlage sowie all jener Geländebereiche, die über Stoffflüsse relevanter gefährlicher Stoffe mit der IPPC-Anlage verbunden sind“, definiert.
Drittens werden Informationen über das Anlagengelände (Nutzung, Hydrogeologie, …) gesammelt und alle Informationen mithilfe des sogenannten konzeptionellen Modells verschnitten. Es wird empfohlen, verfügbare Informationen auch z.B. von externen Stellen, Behörden etc. zu beschaffen. Damit existiert eine Grundlage, mögliche Belastungen quantifizieren zu können. Sofern nicht ohnehin bereits Messdaten vorliegen, kann das Modell helfen, mögliche Hot Spots zu erkennen (Anlagenbereiche mit erhöhtem Risiko) und gegebenenfalls weitere Grundwasser-Messungen richtig zu platzieren. Mit der Betrachtung des Grundwassers sollten die wesentlichen bodenrelevanten Inhalte mit abgedeckt sein. Die weiteren Maßnahmen und Vorgangsweisen finden sich im Leitfaden des BMLFUW (siehe unten).

 

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