Heimischer Energieverbrauch 2014 rückläufig – Stromimporte steigen

10. Februar 2015 Drucken
Heimischer Energieverbrauch 2014 rückläufig – Stromimporte steigen
Das warme Wetter und die schleppende Konjunktur ließen Österreichs Energieverbrauch zurückgehen. Gleichzeitig stiegen die Stromimporte. |© APA © APA

Österreichs Gasverbrauch ist 2014 auf ein 20-Jahres-Tief gefallen, auch der Stromverbrauch sank. Die Erdgas-Abgabe an Endkunden fiel laut vorläufigen E-Control-Zahlen gegenüber 2013 um 9,4 Prozent auf 78.732 Gigawattstunden bzw. 7 Mrd. Kubikmeter. Das ist der niedrigste Wert seit zwanzig Jahren. Der Stromverbrauch sank um 1,1 Prozent auf 68.736 GWh. Die in Österreich erzeugte Strommenge ging 2014 […]

Österreichs Gasverbrauch ist 2014 auf ein 20-Jahres-Tief gefallen, auch der Stromverbrauch sank. Die Erdgas-Abgabe an Endkunden fiel laut vorläufigen E-Control-Zahlen gegenüber 2013 um 9,4 Prozent auf 78.732 Gigawattstunden bzw. 7 Mrd. Kubikmeter. Das ist der niedrigste Wert seit zwanzig Jahren. Der Stromverbrauch sank um 1,1 Prozent auf 68.736 GWh. Die in Österreich erzeugte Strommenge ging 2014 um vier Prozent auf 64,9 Mrd. Kilowattstunden zurück, gleichzeitig wurde wieder mehr Strom zugekauft.

Warmes Wetter, flaue Konjunktur

Die Rückgänge waren vor allem temperatur- und konjunkturbedingt. Durch den kühlen Sommer waren weniger Kühlgeräte im Einsatz, was den Stromverbrauch reduziert hat“, so E-Control in einer Aussendung. Zudem habe die schwächere Wirtschaftsentwicklung den Stromverbrauch gedämpft. Industriebetriebe als Großverbraucher haben merkbar weniger Strom verbraucht.

Weniger Strom aus thermischen Kraftwerken -Stromimporte steigen auf 9.300 GWh

Die Stromabgabe im öffentlichen Netz sank um 0,8 Prozent auf 60.106 Gigawattstunden (GWh). Die Stromerzeugung ging um 4 Prozent auf 64.928 GWh zurück. Die Stromproduktion in Wärmekraftwerken sank dabei um 16,5 Prozent auf 13.753 GWh. Mit der Stromerzeugung aus Gas- oder Kohlekraftwerken lasse sich derzeit einfach kein Geld verdienen, so E-Control. Aus Wasserkraft wurde im Vorjahr wegen des geringeren Wasserdargebots ebenfalls weniger Strom erzeugt. Bei den Laufkraftwerken gab es ein Minus von 4,6 Prozent, bei Speicherkraftwerken von 1,1 Prozent. Um mehr als ein Drittel gestiegen ist die Stromerzeugung aus Windkraft mit einem Plus von 36,1 Prozent auf 3.033 GWh. Die Nettostromimporte, der Saldo aus Exporten und Importen, erhöhten sich um 2.000 auf knapp 9.300 GWh. Importiert wurden 26.712 GWh, exportiert 17.437 GWh.

So wenig Gasverbrauch wie seit 20 Jahren nicht mehr

Die Erdgasabgabe war zuletzt im Jahr 1994 mit 73.135 GWh bzw. 6,6 Mrd. Kubikmeter geringer als 2014 mit 78.732 GWh bzw. 7 Mrd. Kubikmetern. Ein wesentlicher Grund für den Rückgang im Vorjahr waren die warmen Wintermonate. Durch den geringeren Heizbedarf wurde weniger Gas für Heizzwecke, sowohl bei den Haushalten direkt wie auch bei den Kraftwärmekopplungsanlagen für Fernwärme verbraucht. Zudem sind die Gaskraftwerke wegen der aktuellen Marktsituation weniger eingesetzt worden.

Erdgasimporte sanken um 10 Prozent

Die Erdgasimporte sanken 2014 um rund 10 Prozent auf 468.087 GWh (41,8 Mrd. Kubikmeter), die Exporte um rund 15 Prozent auf 385.239 Gigawattstunden (34,4 Mrd. Kubikmeter). Ein Großteil davon entfällt auf Transitlieferungen. Vor allem seit dem Sommer seien die Importe deutlich zurückgegangen, so die Energieregulierungsbehörde E-Control. Grund für die rückläufigen Importe seien der geringere Gasverbrauch in Österreich und in ganz Europa. Auch für die Befüllung der Gasspeicher sei weniger Gas benötigt worden, weil diese zu Jahresbeginn vergleichsweise stark befüllt waren.

Kernenergie in EU größte Energiequelle

Auch der Energieverbrauch in der EU sank auf das Niveau der frühen 1990er Jahre, geht aus jüngsten Daten von Eurostat vom Montag hervor. 2013 belief sich der Bruttoinlandsenergieverbrauch auf 1.666 Millionen Tonnen Rohöleinheiten. Dies ist 9,1 Prozent weniger als der Höchstwert von 1.832 Millionen Tonnen aus 2006.
Den größten Anteil an der EU-internen Energieerzeugung hatte 2013 die Kernenergie (29 Prozent), gefolgt von erneuerbarer Energie (24 Prozent), feste Brennstoffe (20 Prozent), Erdgas (17 Prozent), Erdöl (9 Prozent) und nicht erneuerbare Abfälle (1 Prozent). Insgesamt wurde 2013 in der EU Energie in der Größenordnung von 790 Millionen Tonnen Rohöleinheiten erzeugt. Dies ist eine Energieabhängigkeit von Einfuhren aus Drittländern von 53 Prozent. Am niedrigsten war die Energieabhängigkeit in Estland (11,9 Prozent), vor Dänemark (12,3 Prozent), Rumänien (18,6 Prozent), Polen (25,8 Prozent), den Niederlanden (26,0 Prozent) und Tschechien (27,9 Prozent). Am stärksten von Energieeinfuhren abhängig waren hingegen Malta (100,0 Prozent), Luxemburg (96,9 Prozent), Zypern (96,6 Prozent) und Irland (89 Prozent). Österreichs Abhängigkeit lag bei 62,3 Prozent.

Österreich bei Erneuerbarer Energie dank Wasserkraft vorne dabei

Bei der Erzeugung von Erneuerbarer Energie liegt Österreich mit 78,2 Prozent an fünfter Stelle in der EU hinter Malta (100 Prozent), Lettland (99,7 Prozent), Portugal (97,5 Prozent) und Litauen (91,1 Prozent). Hinter Österreich rangieren die mit deutlich mehr Sonne gesegneten Staaten Italien (63,7 Prozent), Spanien (50 Prozent) und Griechenland (26,7 Prozent). (APA)