Handel: Bioeinkäufe steigen weiter

16. Februar 2015 Drucken
Handel: Bioeinkäufe steigen weiter
Rund 7% aller Frischeprodukte im österreichischen Lebensmittelhandel werden in Bioqualität gekauft. |© Guenther Hamich/pixelio.de © Guenther Hamich/pixelio.de

Österreich ist Weltmeister in Sachen Biolandwirtschaft. Rund 20% der Agrarfläche wird biologisch bewirtschaftet. Heimische Lebensmittel stehen für Natürlichkeit mit Tradition und sind daher im Export gefragt. Österreichs Agrarwirtschaft ist es im vergangenen Jahr – trotz schwierigem wirtschaftlichen Umfeld – gelungen, ihre Stärke im Export erneut unter Beweis zu stellen, vermeldet die Agrarmarkt Austria. Eier, Erdäpfel […]

Österreich ist Weltmeister in Sachen Biolandwirtschaft. Rund 20% der Agrarfläche wird biologisch bewirtschaftet. Heimische Lebensmittel stehen für Natürlichkeit mit Tradition und sind daher im Export gefragt. Österreichs Agrarwirtschaft ist es im vergangenen Jahr – trotz schwierigem wirtschaftlichen Umfeld – gelungen, ihre Stärke im Export erneut unter Beweis zu stellen, vermeldet die Agrarmarkt Austria.

Eier, Erdäpfel und Milch sind die Biorenner in Österreich

Rund 7% aller Frischeprodukte im österreichischen Lebensmittelhandel werden in Bioqualität gekauft. Sowohl mengen- als auch wertmäßig legen Bioprodukte im langfristigen Trend zu. Das Plus von 19% beziehungsweise 40% seit 2009 beweist den Erfolg. Die umsatzstärksten Biowaren sind Milch und Milchprodukte sowie Eier.

Der höchste Bioanteil im österreichischen Lebensmittelhandel entfällt auf Eier mit rund 17%, gefolgt von Milch und Erdäpfeln. Bei Joghurt, Butter, Obst und Gemüse wird eines von zehn Produkten in Bioqualität gekauft. Käse liegt mit einem Bioanteil von rund 8% im Durchschnitt aller Warengruppen, Fleisch und Wurst halten bei 3% beziehungsweise knapp 2%.

Jeder sechste österreichische Landwirt ist Biobauer

Rund 21.000 Bauern in Österreich sorgen dafür, dass Bio einen Platz in der Mitte der Gesellschaft eingenommen hat. Die biologische Landwirtschaft hat hierzulande eine besonders lange Tradition. 1927 wurde der erste Biolandwirt offiziell registriert, rund 400 „Bioniere“ sorgten in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts dafür, dass die ersten Naturkostläden bestückt werden konnten. Die große Bio-Umstiegswelle folgte in den 1990er-Jahren, als eine heimische Supermarktkette in allen Filialen Biolebensmittel in die Regale aufnahm. Dadurch konnten Angebot und Nachfrage besser aufeinander abgestimmt werden und die Biolandwirte hatten sichere, langfristige Abnahmequellen. Der Erfolg gab dem ambitionierten Versuch recht: Nur wenige Jahre später führte jede Handelskette eine eigene Biomarke im Sortiment.

Mit Österreichs EU-Beitritt 1995 veränderten sich die Rahmenbedingungen für die biologische Landwirtschaft, bundesweite Förderungen ergänzten die bis dahin regionalen Zuschüsse. Dass sich Bio in Österreich so gut entwickelte, hat auch mit den topografischen Gegebenheiten zu tun. 70% des Landes liegen im Berggebiet, das intensive landwirtschaftliche Strukturen kaum zulässt. Dies kommt der Biolandwirtschaft zugute.

Mit der Gründung der AMA Marketing wurde ab 1995 schließlich konzertiertes Biomarketing betrieben. Es hat die Aufgabe, die hohe Qualität der Biolebensmittel abzusichern, die Vermarktung zu unterstützen und die Konsumenten über die Qualität und die Kennzeichnung der Produkte objektiv zu informieren.