Das Energieeffizienzgesetz EEffG und seine Adressaten

13. März 2015 Drucken
Das Energieeffizienzgesetz EEffG und seine Adressaten
Eine Verpflichtung zur Energieeinsparung nur für die Energielieferanten, nicht für die energieverbrauchenden Unternehmen. |© FotoHiero/pixelio.de © FotoHiero/pixelio.de

In den mit 1. Jänner 2015 in Kraft getretenen Bestimmungen des Energieeffizienzgesetzes (EEffG) im Wesentlichen große energieverbrauchende Unternehmen, Energielieferanten mit mehr als 25 GWh Vorjahresabsatz und Energiedienstleister erfasst. Eine Verpflichtung zur Energieeinsparung besteht nur für die Energielieferanten, nicht für die energieverbrauchenden Unternehmen. Links finden sich am Ende dieses Beitrages.  Große  Unternehmen Die WKO hat in […]

In den mit 1. Jänner 2015 in Kraft getretenen Bestimmungen des Energieeffizienzgesetzes (EEffG) im Wesentlichen große energieverbrauchende Unternehmen, Energielieferanten mit mehr als 25 GWh Vorjahresabsatz und Energiedienstleister erfasst. Eine Verpflichtung zur Energieeinsparung besteht nur für die Energielieferanten, nicht für die energieverbrauchenden Unternehmen. Links finden sich am Ende dieses Beitrages. 

Große  Unternehmen

Die WKO hat in einem Service-Artikel Geltungsbereich und weiterführende Links zusammengetragen (siehe unten). Große energieverbrauchende Unternehmen mit mehr als 249 Beschäftigten oder mehr als 50 Mio. Euro Umsatz und 43 Mio. Euro Bilanzsumme müssen entweder ein zertifiziertes Energie- oder Umweltmanagementsystem einführen oder alle vier Jahre ein externes Energieaudit durchführen. Die Meldung der Einführung des Managementsystems muss bis zum 31. Jänner 2015 erfolgen. Große Unternehmen, welche ein externes Audit durchführen lassen, haben keinen akuten Handlungsbedarf. Das Audit muss bis 30. November 2015 durchgeführt und an die Monitoringstelle gemeldet werden. Das Register mit den ersten qualifizierten Energieauditoren wurde vom BMWFW online gestellt:

Energielieferanten

Energielieferanten, die im Vorjahr in Österreich mehr als 25 Mio. kWh Energie an Endkunden abgegeben haben, müssen jährlich Effizienzmaßnahmen von 0,6 Prozent des vorjährigen Energieabsatzes nachweisen. 40 Prozent der Effizienzmaßnahmen müssen im Haushaltsbereich gesetzt werden. Alternativ dazu können die Einsparziele auch durch Ausschreibung oder durch den Abschluss von Branchenverpflichtungen erfüllt werden. Für nicht nachgewiesene Effizienzmaßnahmen müssen Ausgleichszahlungen von 20 Cent/kWh geleistet werden. Die Meldung der Energielieferanten mit einem Energieabsatz über 25 GWh muss samt der im Vorjahr abgegebenen Energiemenge bis zum 14. Februar 2015 erfolgen.
Energielieferanten zwischen 20 und 25 GWh müssen sich zwar mit Name und Anschrift registrieren, aber keine Einsparmaßnahmen nachweisen. Die Grenze von 20 GWh ist als pragmatische Vereinfachung zu sehen. Ansonsten müsste sich jeder Händler, der ein paar Säcke Holzpellets oder Grillkohle verkauft, ebenfalls registrieren.

Energiedienstleister

Für Energiedienstleister welche über die fachliche Eignung und Befugnis verfügen, ein externes Energieaudit durchzuführen, ist ein öffentlich zugängliches Register zu führen. In diesem Register sind auf Antrag der Name sowie die Kontaktdaten der Anbieter von Energiedienstleistungen angelegt. Mit dem Antrag auf Eintragung sind auch die Unterlagen über die fachliche Eignung sowie die personenbezogenen Daten vorzulegen.

Wirtschaftsministerium übernimmt interimistisch die Aufgaben der Monitoringstelle

Die Vergabe der Monitoringstelle – der eine zentrale Bedeutung bei der Umsetzung des EEffG zukommt – wurde beeinsprucht und muss neu ausgeschrieben werden. Sie wird voraussichtlich frühestens im Sommer 2015 arbeitsfähig sein. Das Wirtschaftsministerium übernimmt in der Zwischenzeit die Aufgaben der Monitoringstelle. Vertreter der WKO sind in ständigem Kontakt mit dem BMWFW, um rechtsverbindliche Klarstellungen zur Umsetzung des Energieeffizienzgesetzes zu erreichen. So werden derzeit etwa Begünstigungen für Ingenieurbüros und Vereinfachungen bei der Anrechenbarkeit der Ausbildungsstandards für Energiedienstleister intensiv diskutiert.

 

Weitere Infos und Links: