Medientransparenzgesetz: Öffentliche Hand gab 2014 rund 192 Mio. Euro für Werbung aus

17. März 2015 Drucken
Medientransparenzgesetz: Öffentliche Hand gab 2014 rund 192 Mio. Euro für Werbung aus
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Die Öffentliche Hand hat im Jahr 2014 rund 192 Millionen Euro für Inserate und Werbekampagnen ausgegeben. Das geht aus von der Medienbehörde RTR veröffentlichten Daten nach dem Medientransparenzgesetz hervor. Gegenüber dem Nationalratswahl-Jahr 2013 bedeutet dies einen leichten Rückgang. Damals warben Regierung, Länder, öffentliche Stellen und staatsnahe Unternehmen um rund 201 Millionen Euro. Größter Einzelwerber war […]

Die Öffentliche Hand hat im Jahr 2014 rund 192 Millionen Euro für Inserate und Werbekampagnen ausgegeben. Das geht aus von der Medienbehörde RTR veröffentlichten Daten nach dem Medientransparenzgesetz hervor. Gegenüber dem Nationalratswahl-Jahr 2013 bedeutet dies einen leichten Rückgang. Damals warben Regierung, Länder, öffentliche Stellen und staatsnahe Unternehmen um rund 201 Millionen Euro. Größter Einzelwerber war auch 2014 die Gemeinde Wien mit den ihr nahestehenden Beteiligungen. Etwa 41,5 Millionen Euro an Werbeschaltungen meldete Wien der Medienbehörde.

Boulevard sahnt ab

Der Großteil der von der öffentlichen Hand eingesetzten Werbegelder ging erneut an die reichweitenstarken Boulevard- und Gratiszeitungen „Kronen Zeitung“, „Heute“ und „Österreich“. Sie verbuchten 2014 etwas mehr als 50 Millionen Einnahmen für Inserate und Werbekooperationen. Das ist mehr als ein Viertel der Ausgaben der öffentlichen Stellen in diesem Bereich beziehungsweise mehr als fünf Mal so viel wie die gesamte gesetzliche Presseförderung, die bei knapp 9 Millionen Euro liegt. Die „Kronen Zeitung“ erhielt 2014 rund 22,5 Millionen aus öffentlichen Werbetöpfen, an die Gratiszeitung „Heute“ gingen etwa 14,5 Millionen, an „Österreich“ 13,7 Millionen Euro.

Intensives letztes Quartal 2014

Im vierten Quartal 2014 setzten die meldepflichtigen Rechtsträger rund 63 Millionen Euro für Kampagnen ein. Das ist übrigens der zweithöchste Wert seit Beginn der Meldepflicht im Oktober 2012. Die Gemeinde Wien gab im vierten Quartal über neun Millionen aus, mit den ihr zurechenbaren Stellen waren es sogar fast 14 Millionen Euro. Bei den Ministerien lagen im vierten Quartal drei von der SPÖ geführte Ressorts an der Spitze: Das Bildungsministerium meldete rund 950.000 Euro, das Bundeskanzleramt 790.000, das Infrastruktur- und Verkehrsministerium 600.000 Euro.

Mehr Transparenz

Seit Mitte 2012 müssen Ministerien, Bundesländer, öffentliche Firmen und kommunale Einrichtungen der Medienbehörde ihre Ausgaben für Inserate sowie Werbekampagnen und -kooperationen melden. Betroffen sind von dieser Regelung rund 5.600 Stellen. Grund für die Verabschiedung des Medientransparenzgesetzes war die nachhaltige Kritik an hohen öffentlichen Inseratenaufträgen für Boulevard- und Gratismedien. (APA)